14 neue Mind-Spring-Trainerinnen und Trainer zertifiziert

Wichtiger Meilenstein für das Projekt „Mind-Spring-Post Migrantisch“

Auf dem Foto sehen Sie die zertifizierten Trainerinnen und Trainer mit Projektanleiterin Cristina Visiers Würth (4. von rechts vorne) und Projektkoordinatorin Melek Kayan (2. von rechts hinten).

Im Landkreis Böblingen haben 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich ihre Ausbildung zu Mind-Spring-Trainerinnen und Trainern abgeschlossen. Die feierliche Zertifikatsübergabe fand im Februar statt. Sie stellt einen bedeutenden Fortschritt für das Präventionsprojekt „Mind-Spring-Post Migrantisch“ , das seit Mai 2025 umgesetzt wird, dar. Die Zertifikate wurden von Carolina Monfort Montero, Sachgebietsleiterin Integration im Amt für Migration und Flüchtlinge des Landratsamtes, überreicht. Konzipiert und durchgeführt wurde die Qualifizierung von Projektkoordinatorin Melek Kayan sowie der fachlichen Anleiterin Cristina Visiers Würth.

Erstmals wurden im Rahmen des Projekts Trainerinnen und Trainer für ein erweitertes Zielgruppenspektrum qualifiziert: für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren, Jugendliche ab 13 Jahren sowie Eltern und erwachsene Migrantinnen und Migranten, die bereits seit mehreren Jahren im Landkreis leben. Damit können künftig passgenaue Angebote für Kindertageseinrichtungen, Schulen, Familien und Migrantenorganisationen geschaffen werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der frühzeitigen Stärkung von Familien sowie auf niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten für pädagogische Fachkräfte im Arbeitsalltag.

Mit den neu ausgebildeten Trainerinnen und Trainern entstehen im Landkreis neue Kapazitäten, um Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gezielt anzusprechen und zu erreichen. Dabei werden Hilfestellungen angeboten, um den Lebensalltag besser „meistern zu können“; selbstwirksame Ansätze erprobt und interne wie externe Ressourcen herausgearbeitet. Langfristiges Ziel ist es, das allgemeine Wohlbefinden und die psychische Gesundheit zu stärken. Dies ist eingebettet in einem geschützten Raum mit psychoedukativen Ansätzen in der eigenen Muttersprache. Dabei werden strukturierte, verständliche Informationsvermittlungen über psychische (und körperliche) Erkrankungen vermittelt. Sie dienen der Aufklärung, Förderung des Krankheitsverständnisses, Stärkung der Eigenverantwortung (Empowerment) und Gesundheitsprophylaxe. Sie sind ein zentraler Baustein im Kontext des Mind-Spring-Post-Konzeptes.

Die persönliche Wirkung der Schulung wird auch in den Rückmeldungen der Absolventinnen und Absolventen deutlich: „Ich muss in Stresssituationen meinem Körper Zeit geben und hilfreiche Gedanken finden“, beschreibt eine Teilnehmerin. Eine andere bringt ihre Erfahrung so auf den Punkt: „Ich war jemand, hier bin ich niemand – dieser Satz ist nicht mehr in meinem Gehirn.“

Die frisch qualifizierten Trainerinnen und Trainer werden künftig als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren tätig sein und eigene Gruppenangebote leiten. Schulungen können derzeit in sieben Sprachen angeboten werden: Griechisch, Persisch, Arabisch, Englisch, Ukrainisch, Russisch und Türkisch. Eine Erweiterung des Sprachangebots ist bereits geplant.

Für das zweite Projektjahr von Mai 2026 bis April 2027 sind insgesamt 20 Schulungsgruppen vorgesehen.

Die Ausbildung umfasste 60 Vollzeitstunden und verband theoretische Grundlagen mit praxisnahen Methoden. Zu den zentralen Inhalten gehörten unter anderem: Stressbewältigung und Emotionsregulation, Umgang mit Gedanken und Gefühlen, Trauma und Resilienz, Identität und Identitätsentwicklung, Ressourcenarbeit und Selbstwirksamkeit, Kulturelle Einflüsse in der Erziehung sowie Balance und Energie im Alltag.

„Mind-Spring-Post Migrantisch: Prävention für eine Gesellschaft mit Migrationshintergrund“ baut auf den Erfahrungen aus sieben Jahren Mind-Spring-Arbeit auf. Während sich das ursprüngliche Programm an Geflüchtete richtete, fokussiert die Weiterentwicklung gezielt Menschen mit Migrationsgeschichte, die bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben, jedoch bislang nur eingeschränkt an gesellschaftlicher Teilhabe partizipieren konnten.

Die landkreisweite Koordination liegt beim Sozialdienst muslimischer Frauen Sindelfingen e. V. (SmF). Fachlich begleitet wird das Projekt durch die Fachstelle Kulturelle Kompetenz des Landratsamtes Böblingen.

Gefördert wird „Mind-Spring-Post Migrantisch“ durch die Stiftung für gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 20a SGB V) sowie durch den Landkreis Böblingen. Die Projektlaufzeit ist von Mai 2025 bis April 2029 angelegt.

Interessierte können sich an Melek Kayan, die Projektkoordinatorin Mind-Spring-Post Migrantisch beim Sozialdienst muslimischer Frauen Sindelfingen e.V., wenden unter der Mailadresse: mind-spring@smf-verband.de

(Erstellt am 16. April 2026)

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