Gäugold und Herrenberger Zwetschge wachsen am Landratsamt Böblingen
Mit einer Pflanzaktion auf dem neuen Besucherparkplatz werden die regionalen Sorten in den Blick gerückt

Ab sofort zählt das Landratsamt selbst zum Streuobstgürtel. Der stellvertretende Landrat Martin Wuttke pflanzte im Rahmen eines Pressetermins gemeinsam mit Manfred Nuber und Helmut Ohngemach von der Fachberatungsstelle für Obst- und Gartenbau ganz besondere Streuobstbäume, nämlich die noch recht neuen, regionalen Sorten Gäugold und Herrenberger Zwetschge, für die der Arbeitskreis Erwerbsobstbau im Landkreis Böblingen die Exklusivrechte gekauft hat. „Wir wollen mit dieser Aktion mithelfen, die beiden Lokalsorten zu etablieren“, betont Martin Wuttke. „Sie sind ein Alleinstellungsmerkmal für den Landkreis Böblingen.“
Als vor einigen Jahren das Scharka-Virus den Großteil der Zwetschgenbäume im Landkreis Böblingen (und anderswo) vernichtete, wollte man den Wegfall dieses lange so bedeutenden Exportguts nicht hinnehmen. Die Uni Hohenheim hatte sich mit der Züchtung von Scharka-robusten Sorten aus Kreuzung mehrerer bekannter Sorten beschäftigt. Aus diesen Züchtungen wurden die genannten zwei Sorten ausgewählt; sie sind immun gegen das Scharka-Virus und perfekt geeignet für den regionalen Anbau im Landkreis Böblingen.
Die Gäugold-Zwetschge wird Mitte August reif, zeichnet sich durch ihr goldgelbes Fruchtfleisch aus und ist vor allem für den Direktverzehr bestimmt. „Perfekt für den Nachtisch der Mitarbeitenden im Landratsamt, die dann im Sommer nur von ihrem Mittagessen in der hauseigenen Kantine aufstehen müssen, um sich noch ein paar Zwetschgen zu pflücken“, so der stellvertretende Landrat. Oder natürlich auch die Kundinnen und Kunden der Landkreisbehörde; die Zwetschgen am Landratsamt sollen schließlich Lust auf die Sorten machen.
Die Herrenberger Zwetschge ist aus einer Kreuzung der Hauszwetschge mit der Scharka-resistenten Jojo entstanden und ähnelt der traditionellen Hauszwetschge. Sie wird erst Mitte September reif. Damit sind beide Sorten im bundesweiten Vergleich eher späte Sorten – ein Anbau, was den Wettbewerb am Markt angeht. „Wenn anderswo die Ernte vorbei ist, haben wir noch Zwetschgen“, so Manfred Nuber.
Zu Beginn der Pflanzungen. im Jahr 2018, wurden landkreisweit 350 Bäume gesetzt; inzwischen schätzt der Fachberater den Bestand auf rd. 1.000 Bäume. Der Absatz fließt ausschließlich in die Direktvermarktung. Und die Sorten dürfen gern weiter gepflanzt werden; beide Baumsorten können in der Baumschule Kienzle in Gäufelden-Tailfingen und der Baumschule Hiller in Mötzingen bezogen werden.
Im Landratsamt hofft man, mit der Aktion ein paar Menschen auf die regionalen Spezialitäten, die Herrenberger und die Gäugold-Zwetschge aufmerksam zu machen. Was die Bäumchen am Landratsamt angeht - mit den Experten der Fachberatungsstelle für Obst- und Gartenbau direkt vor Ort sollten sie ja bestens gedeihen. Schon im Herbst soll es die ersten Früchte geben.




