Busse ersetzen Schönbuchbahn - "Maß ist voll"

Schönbuchbahn kann ab Montag wegen zu geringer Fahrzeugverfügbarkeit nicht fahren

Bild Schönbuchbahn

Der Schönbuchbahn stehen ab Montag wieder nicht genügend funktionstüchtige Fahrzeuge für einen Betrieb zur Verfügung.

Am 24.1. hatte die WEG mit vier zur Verfügung stehenden Züge den Betrieb wieder aufgenommen. Mittlerweile stehen davon zwei Fahrzeuge mit einer Fehlermeldung in der Werkstatt. Da diese Fehler immer wieder sporadisch aufgetreten sind, ist ein stabiler Betrieb mit diesen Fahrzeugen nicht möglich.

Mit den restlichen verbliebenen zwei Fahrzeugen wird kommendes Wochenende noch wie gewohnt der Halbstundentakt gefahren. Allerdings müssen diese beiden Fahrzeuge nächste Woche wegen fristgebundenen Instandhaltungsarbeiten und einer defekten Tür ebenfalls in die Werkstatt, so dass kein Betrieb möglich ist.

Der Schienenersatzverkehr verkehrt werktags weiterhin wie gewohnt, auch der 15-Minuten-Takt mit Bussen zwischen Böblingen und Holzgerlingen bleibt bestehen, solange bis die Züge wieder zuverlässig den Fahrplan fahren können.

Der Zweckverband Schönbuchbahn und das Landratsamt bedauern die anhaltenden Schwierigkeiten und werden die Öffentlichkeit umgehend informieren, sobald gesicherte Erkenntnisse zur Dauer des Ausfalls und zur Wiederaufnahme des Zugbetriebs vorliegen.

Angesichts der andauernden und für die Fahrgäste unzumutbaren Zustände bei der Schönbuchbahn greift der Landrat des Kreises Böblingen und Verbandsvorsitzende des Zweckverbands Schönbuchbahn (ZVS), Roland Bernhard, jetzt mit aller Härte durch. Nach wiederholten, kurzfristigen Ausfällen der neuen Elektrotriebwagen des spanischen Herstellers CAF und den damit verbundenen, nicht haltbaren Zusagen wird der Bahnbetrieb ab sofort eingestellt.

„Das Maß ist voll“, so Landrat Roland Bernhard. „Wir lassen uns und vor allem die vielen tausend Pendler und Fahrgäste in unserem Landkreis nicht länger von der Firma CAF hinhalten. Was hier abgeliefert wurde, ist eines führenden Schienenfahrzeugherstellers unwürdig und für eine wirtschaftsstarke Hightech-Region wie unsere schlicht inakzeptabel. Die ständigen Pannen, die kurzfristigen Ausfälle und die gebrochenen Versprechen haben das Vertrauen in den Hersteller fundamental zerstört.“

Der Zweckverband hatte mehrfach versucht, den Betrieb mit den neuen, elektrischen Zügen aufzunehmen. Diese Versuche scheiterten immer wieder an technischen Mängeln und Softwareproblemen der Neufahrzeuge. Zuletzt war der Betrieb selbst mit einer Minimalzahl an Zügen nicht mehr verlässlich aufrechtzuerhalten. Mal waren vier, dann nur zwei Züge verfügbar.

„Meine oberste Priorität ist die Verlässlichkeit für Schüler, Auszubildende und Berufspendler“, stellt Bernhard klar. „Ein unzuverlässiger Bahnbetrieb, der von Tag zu Tag neu geplant werden muss, schadet dem Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr massiv. Deshalb ziehen wir jetzt die Notbremse. Wir werden den stabilen und planbaren Schienenersatzverkehr mit Bussen den ganzen Februar beibehalten, auf den sich die Menschen verlassen können. Das ist eine ehrliche Lösung, auch wenn sie nicht so komfortabel ist, wie ein reibungsloser Zugverkehr.“

Der Landrat macht unmissverständlich klar, wer die Verantwortung für dieses Fiasko trägt: „Der Zweckverband hat seine Hausaufgaben gemacht. Wir haben für fast 200 Millionen Euro die Strecke für die Zukunft ertüchtigt und nagelneue Fahrzeuge eingekauft. Der Hersteller CAF hat es bis heute nicht geschafft, uns funktionierende Züge zu liefern. Die vollen Kosten für den notwendigen Schienenersatzverkehr und alle weiteren entstehenden Schäden werden wir CAF in Rechnung stellen. Wir werden uns schadlos halten.“

Der Bahnbetrieb auf der Schönbuchbahn wird erst dann wieder aufgenommen, wenn der Hersteller mindestens sechs voll funktionsfähige Fahrzeuge für den Dauerbetrieb bereitstellt. Bis dahin gibt es ausschließlich den Schienenersatzverkehr. Und Bernhard setzt ein weiteres Ultimatum: „Wir erwarten, dass dies bis 23. Februar passiert, sonst kollabiert der öffentliche Nahverkehr längs der Schönbuchbahn komplett, weil dann auch der Schienenersatzverkehr wegen einer geplanten Straßenbaustelle in Weil im Schönbuch behindert ist.“

(Erstellt am 02. Februar 2026)

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