Wolf Eisenmann wird 80 Jahre alt am 13. August 2026
Landrat Roland Bernhard würdigt den „Mann für alle Fälle“

Der ehemalige Erste Landesbeamte des Landkreises Böblingen, Wolf Eisenmann, feiert am 13. August 2026 seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass würdigt der Landkreis einen Mann, der die Kreisverwaltung über Jahrzehnte geprägt hat und dem Landkreis bis heute mit Rat und Tat verbunden ist.
Landrat Roland Bernhard gratuliert herzlich: „Wolf Eisenmann ist ein Glücksfall für den Landkreis Böblingen. Was er in rund 50 Jahren in offiziellen Diensten geleistet hat, ist beeindruckend. Doch dass er sich seit seinem Ausscheiden mit unverminderter Tatkraft weiter für unsere Bürgerinnen und Bürger einsetzt, verdient höchsten Respekt. Er ist unser Mann für alle Fälle – gleichgültig, wie haarig beim Tierheim oder Schlachthof eine Angelegenheit ist.“ Der Landrat wünscht dem Jubilar zum 80. Geburtstag alles Gute und beste Gesundheit.
Ein Urgestein der Kreisverwaltung
Wolf Eisenmann studierte nach seinem Wehrdienst als Gebirgspionier Rechtswissenschaften in Tübingen und Heidelberg. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er als Assessor im Landkreis Böblingen, wo er das Rechtsamt, das Umweltschutzamt und das Verkehrsdezernat leitete. Von 1979 bis 1987 war er im Innenministerium vor allem für den Katastrophenschutz bei kerntechnischen Unfällen verantwortlich und 1986 nach dem Unfall von Tschernobyl im Stab des Ministerpräsidenten Lothas Späth tätig.
1987 kehrte er als Erster Landesbeamter in den Landkreis Böblingen zurück und übernahm das neu geschaffene Bau- und Umweltdezernat. Als zuständiger Dezernent kümmerte er sich neben dem Bauwesen um den Katastrophenschutz und das Feuerwehrwesen, um die Wasserwirtschaft und den Hochwasserschutz, um Naturschutz und Landwirtschaft sowie Vermessung. Vor allem aber prägte er die Abfallwirtschaft des Landkreises wie kein Zweiter: Er entwickelte den Abfallwirtschaftsbetrieb zu einem modernen Unternehmen mit eigener Müllabfuhr und baute das Recyclingsystem mit flächendeckenden Wertstoffhöfen auf. Parallel etablierte er die erste flächendeckende Biomüllabholung im Land samt angeschlossener Kompostier- bzw. Vergärungsanlage.
Zehn Jahre lang trieb er Planung und Bau des Restmüllheizkraftwerks voran. Gute 27 Jahre lang war er beim Landratsamt Böblingen im Dienst, ehe er 2014 in den Ruhestand verabschiedet wurde. Stabilität bei den Abfallgebühren hatte für Wolf Eisenmann höchste Priorität.
Innovationsgeist bewies Eisenmann immer wieder, so auch mit dem erfolgreichen Testlauf der weltweit ersten Hochtemperatur-Brennstoffzelle mit Biogas in Leonberg, die sich kommerziell am Markt letztlich nicht durchsetzen konnte.
„Auf Wolf Eisenmann konnte ich mich immer blind verlassen“, erinnert sich Landrat Bernhard. „Er ist kein typischer Beamter, sondern ein Pragmatiker mit Weitblick, mit Ideenreichtum und mit der nötigen Durchsetzungskraft. Offen für Neues war er bis zum letzten Arbeitstag.“
Landesweit engagiert war Wolf Eisenmann 18 Jahre lang als Obmann für alle Ersten Landesbeamten in Baden-Württemberg.
Ein aktiver Ruhestand im Dienst des Landkreises
Von einem geruhsamen Rückzug ins Private kann bei Wolf Eisenmann keine Rede sein. Als Geschäftsführer des Zweckverbands Restmüllheizkraftwerk Böblingen begleitete er noch mehrere Jahre eine Einrichtung, die für kostengünstige Müllentsorgung, langfristige Entsorgungssicherheit und umweltfreundliche Energienutzung mit grünem Strom und Fernwärme für Böblingen und Sindelfingen steht. Den ersten Anstoß für die derzeit im Bau befindliche Klärschlammverwertungsanlage gab er noch in dieser Funktion.
Zudem übernahm er den Vorsitz des Förderprogramms LEADER und setzte in dieser Rolle Akzente zur Förderung des ländlichen Raums.
Sein Engagement reicht jedoch weit darüber hinaus. Wolf Eisenmann ist als Berater in Sachen Schlachthof, als stellvertretender Vorstand des Kreistierheims und in weiteren Bereichen für den Landkreis im Einsatz. Auch für die Kunstförderung setzt er sich ein: Als Kuratoriumsmitglied der Lutz-Ackermann-Stiftung wirkt er am Aufbau und Erhalt des Skulpturengartens des Bildhauers mit.
Das Kreistierheim – ein Herzensprojekt
Zu den Aufgaben, denen sich Wolf Eisenmann im Ruhestand mit besonderem Einsatz gewidmet hat, gehört – nach 13 Jahren Aufsichtsratsvorsitz im gemeinsamen Tierheim mit dem Tierschutzverein – das Kreistierheim Böblingen. Als stellvertretender Vorstand der Kommunalanstalt Kreistierheim begleitete er dessen Gründung und Bau. Das im Frühjahr 2019 eröffnete Haus an der Herrenberger Straße zählt mit Platz für 50 Hunde, 80 Katzen und 100 Kleintiere zu den modernsten Tierheimen Deutschlands. Es ist die zentrale Anlaufstelle für Fundtiere und Tiere in Not sowie für vorübergehend in Pflege gegebene Pensionstiere im Landkreis. Der Bau war mit erheblichen Hürden verbunden – von Altlasten und Bombenfunden bis hin zum plötzlichen Tod des beauftragten Architekten. Wolf Eisenmann trug dazu bei, dass das rund fünf Millionen Euro teure Vorhaben dennoch wie geplant gelang.
„Beim Tierheim hat Wolf Eisenmann einmal mehr bewiesen, dass ihn keine noch so haarige Angelegenheit aus der Ruhe bringt“, sagt Landrat Bernhard. „Der Tierschutz besitzt für den Landkreis einen hohen Stellenwert. Dass wir hier eines der modernsten Tierheime Deutschlands betreiben, ist auch sein Verdienst.“
Der Schlachthof – Dreh- und Angelpunkt einer regionalen Fleischwirtschaft
Auch beim Umbau des Schlachthofs in Gärtringen ist Wolf Eisenmann als Berater eine wichtige Stütze. Der Schlachthof, für den im Februar 2026 der Spatenstich erfolgte, ist ein Leuchtturmprojekt für Tierwohl, Regionalität und Verbraucherschutz. Nach der Schließung des alten Betriebs im Sommer 2020 stellte der Landkreis mit der rund 9,9 Millionen Euro teuren Modernisierung die Weichen für eine tierwohlgerechte Zukunft. Der Schlachthof bildet den Dreh- und Angelpunkt zwischen den landwirtschaftlichen Erzeugern und den Metzgern der Region. Kurze und stressfreie Transportwege dienen dem Tierwohl, die lückenlose Nachvollziehbarkeit der Herkunft schafft Sicherheit für die Verbraucher. Damit erfüllt die Einrichtung eine wichtige Scharnierfunktion zwischen dem Schlachtvieh-Angebot des ländlichen Raumes und dem Bedarf im Ballungsraum Stuttgart.
„Der Umbau des Schlachthofs war eine wahre Herkulesaufgabe, die mehrfach auf der Kippe stand“, so Landrat Bernhard. „Dass Wolf Eisenmann uns auch bei diesem groben Geschäft mit seiner Erfahrung zur Seite steht, zeigt: Er ist und bleibt ein Mann für alle Fälle.“
Seine Fitness verdankt Wolf Eisenmann nicht zuletzt seinem Hobby: Als Tennisspieler hat er in den Verbandsspielen mit seiner Herren-65-Mannschaft immer noch eine positive Bilanz.



