Unterstützung für pflegende Angehörige

20 Jahre Krisentelefon im Landkreis Böblingen e.V.

Frau verzweifelt am Telefon

Seit 20 Jahren bietet das Krisentelefon im Landkreis Böblingen e.V. eine anonyme telefonische Beratung für pflegende Angehörige. Es ist ein von den Sozialen Pflegekassen und dem Landkreis gefördertes Angebot. Montags bis freitags von 16 -18 Uhr bietet es unter der Rufnummer 07031 / 663-3000 eine telefonische Beratung in Überforderungssituationen der häuslichen Pflege an.

Landrat Roland Bernhard erklärt: „20 Jahre Krisentelefon sind 20 Jahre Hilfe für pflegende Angehörige. Ich gratuliere zum Jubiläum und danke den beim Krisentelefon ehrenamtlich Engagierten. Vor der Leistung, die Angehörige tagtäglich bei der Pflege leisten, habe ich großen Respekt“.

Alt, krank, verwirrt, teilweise mit dementiellen Veränderungen, zum Teil pflegebedürftig und mit hohem Betreuungsaufwand werden viele Menschen von Familienangehörigen gepflegt. In der Mehrzahl sind es Frauen, die die Pflege mit hohem Betreuungsaufwand leisten. Diese herausfordernde Aufgabe wird oft stillschweigend und ergänzend zu anderen Rollen übernommen. Pflegende sind rund um die Uhr gefordert. Eigene Bedürfnisse und soziale Kontakte werden häufig vernachlässigt. So kann Pflege an Grenzen stoßen und ungewollt in Überforderung münden. Pflegende, die ihr Familienmitglied mit Liebe und Anerkennung pflegen möchten, bekommen leicht Schuldgefühle, wenn das eigene Verhalten nicht mit den Vorstellungen von guter Pflege übereinstimmt. Es fällt dann schwer, darüber zu reden. Aus Scham wird oftmals vermieden, sich Hilfe zu suchen.

Hier ist das Krisentelefon die richtige Anlaufstelle. Kompetente Menschen nehmen sich Zeit und hören zu. Sie beraten und unterstützen bei der Suche nach weiterführenden Hilfen. „Ich kann nicht mehr!“ ist häufig der erste Satz, der von Anrufenden beim Krisentelefon geäußert wird.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, die Anrufe sind anonym und unterliegen der Schweigepflicht. Für alle Ehrenamtlichen werden jährlich drei spezifisch für die Aufgabe zugeschnittene Fortbildungsveranstaltungen organisiert und durchgeführt. Sie werden durch Supervision begleitet und unterstützt.

Durch eine aktive Zusammenarbeit von Sozialen Diensten, Kreisseniorenrat, Landratsamt, Kirchen und vielen mehr gelingt es, Überforderungssituationen in der Pflege aufzugreifen und gegebenenfalls verbale und / oder körperliche Übergriffe zu mindern. Zudem soll die Wertigkeit von Pflege in der Öffentlichkeit gestärkt werden. Diese Aufgabe wird das Krisentelefon ständig begleiten.

Im Blick auf die demographische Entwicklung in Deutschland wird das Krisentelefon auch weiterhin gefragt sein.

Seit 2006 findet die Beratung am Montag sowohl in deutscher wie in türkischer Sprache statt.

(Erstellt am 09. August 2026)

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Simone Hotz

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Rebecca Kottmann

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