Straßen und Radwege: Landkreis setzt wichtige Projekte um

Zahlreiche Maßnahmen abgeschlossen, weitere Vorhaben gehen in die Umsetzung

Autos auf Straße

Der Landkreis Böblingen setzt auch 2026 wichtige Maßnahmen zur Erhaltung und Weiterentwicklung seiner Straßen- und Radverkehrsinfrastruktur um. Seit der vergangenen Sommerpause konnten zahlreiche Projekte abgeschlossen oder entscheidend vorangebracht werden. Weitere Maßnahmen befinden sich in der Umsetzung oder Vorbereitung.

Insgesamt stehen im Jahr 2026 rund 8 Mio. Euro für Straßen und Radwege zur Verfügung. Davon entfallen rund 4 Mio. Euro auf den Neu- und Ausbau sowie rund 3 Mio. Euro auf die Erhaltung der Kreisstraßen. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei Fördermittel von Bund und Land.

„Wir investieren dort, wo es für die Menschen im Landkreis konkret spürbar wird: in sichere Straßen, in den Erhalt unserer Infrastruktur und in durchgängige, alltagstaugliche Radverbindungen“, erklärt Landrat Roland Bernhard. „Dabei gelingt es uns immer wieder, die verfügbaren Fördermittel von Bund und Land auszuschöpfen und damit den Kreishaushalt zu entlasten.“

Neben dem Neu- und Ausbau sowie der Erhaltung der rund 280 km Kreisstraßen mit zugehörigen Radwegen, verantwortet der Landkreis Böblingen auch die laufende Unterhaltung der insgesamt rund 560 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Diese Aufgabe übernimmt der Straßenbetriebsdienst mit den beiden Straßenmeistereien in Magstadt und Herrenberg. Zur Unterhaltung gehören neben Winterdienst, Gehölzpflege, Mäharbeiten, Reinigung und der verkehrstechnischen Ausstattung auch alle notwendigen Sofortmaßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit.

Straßenerhaltung bleibt wichtiger Schwerpunkt

Eine der größeren Straßenbaumaßnahmen des laufenden Jahres war die Sanierung der K 1062 zwischen Weil im Schönbuch und der Kreisgrenze in Richtung Dettenhausen. Auf dem rund 1,7 Kilometer langen Abschnitt wurde die Fahrbahn erneuert. In einem besonders geschädigten Hangbereich musste auf rund 100 Metern der gesamte Straßenunterbau ausgetauscht und eine leistungsfähige Drainage eingebaut werden. Die Maßnahme mit einem Auftragswert von rund 1,6 Mio. Euro konnte Anfang Juli und damit früher als ursprünglich vorgesehen abgeschlossen werden.

Ebenfalls abgeschlossen ist die Sanierung der K 1064 in der Ortsdurchfahrt Grafenau-Döffingen. Die Arbeiten hatten im Herbst 2025 begonnen und wurden nach einer witterungsbedingten Winterpause im Frühjahr 2026 fortgesetzt. Im Mai konnten die letzten Sanierungsarbeiten fertiggestellt werden.

Nach mehrjähriger Bauzeit wurde im Juni 2026 außerdem die umfangreiche Gemeinschaftsmaßnahme an der K 1048 in der Ortsdurchfahrt Neuweiler fertiggestellt. Neben der Sanierung der Kreisstraße wurden durch die Gemeinde Weil im Schönbuch unter anderem Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert, Bushaltestellen barrierefrei umgebaut und weitere Maßnahmen zur Ortsgestaltung umgesetzt.

Bereits Ende 2025 wurde das letzte Hauptlos der groß angelegten Sanierung der Ortsdurchfahrt Gäufelden-Öschelbronn im Zuge der K 1076 und K 1033 abgeschlossen. Neben der Erneuerung der Kreisstraßen wurden dort neue Radverkehrsanlagen und Querungshilfen geschaffen. Die Maßnahmen verbessern neben dem Erhaltungszustand insbesondere die Sicherheit des Rad- und Fußverkehrs und sorgen gleichzeitig für eine Geschwindigkeitsdämpfung an den Ortseingängen. Die Gesamtmaßnahme wurde als Gemeinschaftsprojekt unter Federführung der Gemeinde Gäufelden umgesetzt.

In Weil der Stadt-Merklingen läuft derzeit die Sanierung der K 1014. Die rund 1,3 Kilometer lange Ortsdurchfahrt wird gemeinsam mit der Stadt erneuert. Im Bereich des Rathauses wird zugleich die bisher problematische Kurvensituation verbessert. In der Bühlstraße entsteht auf der Steigungsstrecke außerdem ein Schutzstreifen für den Radverkehr. Die im Mai 2025 begonnenen Arbeiten sollen im laufenden Jahr abgeschlossen werden.

Die nächste größere Erhaltungsmaßnahme beginnt in den Sommerferien in Leonberg. Vom 31. Juli bis 31. August wird die K 1011, Südrandstraße, auf rund 1,2 Kilometern saniert. Der Landkreis investiert hierfür rund 320.000 Euro.

Bereits im November 2025 konnte zudem die K 1061 zwischen Weil der Stadt-Hausen und Tiefenbronn-Lehningen für den Verkehr freigegeben werden. Die Kreisstraße wurde gemeinsam mit dem Enzkreis ausgebaut. Gleichzeitig entstand eine neue straßenbegleitende Geh- und Radwegeverbindung. Die Gemeinschaftsmaßnahme wurde unter Federführung des Landkreises Böblingen umgesetzt.

Neben weiteren Straßensanierungen wird auch der Erhaltungszustand der Straßenausstattungen wie Schutzplanken oder Beschilderungen, der Brückenbauwerke, Regenklärbecken und weiteren Ingenieurbauwerken durch laufende Kontrollen und frühzeitige Maßnahmen, zuverlässig auf einem guten Niveau gehalten.

Radverkehrsinfrastruktur weiter ausgebaut

Auch beim Ausbau des Radverkehrsnetzes wurden wichtige Projekte abgeschlossen. Zwischen Aidlingen und Deufringen wurde der bestehende Geh- und Radweg entlang der K 1066 auf rund 600 Metern verbreitert. Zusätzlich wurden die Querungssituationen am Oberen Wengertweg und am Ortseingang Deufringen verbessert. Die Arbeiten konnten im Sommer 2025 abgeschlossen werden. Bund und Land unterstützten das Projekt mit insgesamt rund 670.000 Euro.

Nur wenige Kilometer weiter wurde im Juli der neue straßenbegleitende Geh- und Radweg zwischen Aidlingen und Dagersheim für den Verkehr freigegeben. Mit dem rund 370 Meter langen Neubau wird eine wichtige Lücke im Radwegenetz geschlossen. Die bisherige Führung am Waldrand mit einer Steigung von bis zu 17,5 Prozent weicht einer neuen Trasse unmittelbar entlang der K 1066, die mit maximal rund 7,5 Prozent auskommt und damit von deutlich mehr Radfahrern sicher und komfortabel genutzt werden kann. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund einer Mio. Euro wird von Bund und Land mit rund 960.000 Euro gefördert.

Ein besonderer Meilenstein für den Radverkehr war die Fertigstellung der Radschnellwegbrücke des RS 1 über die K 1057 bei Böblingen. Seit gut einem Jahr (Freigabe 22. Juli 2025) kann die stark befahrene Panzerstraße kreuzungsfrei überquert werden. Mit einer Gesamtlänge von rund 200 Metern und einer maximalen Steigung von fünf Prozent bietet die Brücke eine sichere und komfortable Verbindung für den Rad- und Fußverkehr. Die Baukosten von rund 5,8 Mio. Euro wurden zu einem großen Teil durch Fördermittel von Bund und Land finanziert.

Weitere Radwegeprojekte gehen in die Umsetzung

Auch bei den nächsten Netzlücken geht es voran. Vorbehaltlich eines wirtschaftlichen Ausschreibungsergebnis und der Vergabezustimmung des Kreistages, soll noch in diesem Jahr der Ausbau der K 1031 zwischen Sindlingen und Nebringen beginnen. Die Kreisstraße befindet sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand und wird auf rund 1,8 Kilometern grundhaft erneuert und ausgebaut. Gleichzeitig entsteht ein rund 1,1 Kilometer langer straßenbegleitender Geh- und Radweg. Damit wird eine wichtige Verbindung insbesondere für den Schüler-, Alltags- und Freizeitverkehr geschaffen und zugleich der Bahnhof in Nebringen besser an das Radwegenetz angebunden. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beträgt rund 4,15 Mio. Euro.

Auch der Ausbau der Radwegeverbindung entlang der K 1017 zwischen Rutesheim und Weissach-Flacht wurde nach einer langjährigen Phase der Planung und Fördermittelakquise entscheidend vorangebracht. Der bestehende, abschnittsweise zu schmale Radweg soll verbreitert und außerdem eine neue Querungshilfe geschaffen werden. Gleichzeitig muss die Straßenentwässerung im Wasserschutzgebiet erneuert werden. Bei Investitionskosten in Höhe von rund 3,1 Mio. stehen für die Gesamtmaßnahme mittlerweile rund 2,3 Mio. Euro Fördermittel von Bund und Land zur Verfügung. Die Ausschreibung soll noch im Herbst 2026 erfolgen und die Bauarbeiten, vorausgesetzt der positiven Vergabezustimmung des Kreistags, möglichst bald im Frühjahr starten.

Radverkehrskonzeption gibt die Richtung für die kommenden Jahre vor

Mit der im Dezember 2025 beschlossenen Fortschreibung der Radverkehrskonzeption verfügt der Landkreis außerdem über eine neue Grundlage für die weitere Entwicklung des Radverkehrsnetzes. Dafür wurde ein kreisweites Netz von mehr als 1.000 Kilometern untersucht. Auf dieser Basis entstand ein umfangreiches Maßnahmenkataster, das den Handlungsbedarf und mögliche Verbesserungen für die kommenden Jahre aufzeigt. In die Erarbeitung wurden neben Kommunen, Fachbehörden und Verbänden auch die Bürgerinnen und Bürger einbezogen. Allein über die digitale Bürgerbeteiligung gingen 1.637 Hinweise und Anregungen ein.

Auch die wegweisende Beschilderung des Radverkehrsnetzes wurde für den gesamten Landkreis vollständig erneuert. Die Arbeiten hatten bereits im Frühjahr 2025 begonnen und konnten im Mai 2026 abgeschlossen werden. Im gesamten Landkreis wurden dabei rund 4.000 neue Wegweiser montiert.

Parallel werden die Planungen für die drei Radschnellwegachsen RS 1, RS 17 und RS 18 weiter vorangetrieben. Sie sollen langfristig leistungsfähige Radverkehrsverbindungen zwischen den Städten und Gemeinden im Landkreis und in die Region Stuttgart schaffen.

Landkreis setzt sich weiter für Lückenschluss B 295/B 464 ein

Neben den eigenen Straßen- und Radwegeprojekten setzt sich der Landkreis weiterhin für einen zügigen Lückenschluss der B 295 / B 464 bei Renningen ein. Landrat Roland Bernhard hatte hierzu im Mai das Regierungspräsidium Stuttgart und die betroffenen Kommunen zu einem Runden Tisch eingeladen.

Ziel bleibt eine leistungsfähige und verkehrssichere Lösung, die die Region dauerhaft entlastet und auf den bereits erreichten Planungsschritten aufbaut. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat angekündigt, die bestehende Planung mit hoher Priorität fortzusetzen und im Herbst einen aktualisierten Zeitplan vorzulegen.

„Der Lückenschluss ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte im Landkreis. Entscheidend ist jetzt, dass die abgestimmte Planung ohne weitere Verzögerungen vorangebracht wird“, so Landrat Bernhard.

(Erstellt am 11. September 2026)

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