Positive Bilanz zum Tag des Kaffees: Der bio-faire „Kaffee Vielfalt“ des Landkreises Böblingen ist im ersten Jahr gut angekommen
Kaffeebauer Rigoberto Pineda Ríos aus Nicaragua berichtet über die Wirkung des Fairen Handels im Rahmen seiner Deutschlandreise
Ein knappes Jahr lang gibt es den fairen „Kaffee Vielfalt“ im Landkreis Böblingen bereits und die Verkaufszahlen können sich sehen lassen. Zum Tag des Kaffees am 1. Oktober zieht die Landkreisverwaltung gemeinsam mit der Importorganisation WeltPartner eG und dem Inklusionsunternehmen Femos gGmbH Bilanz: Über 540 kg Kaffee und Espresso sind in den vergangenen zehn Monaten über den Ladentisch bzw. den Online-Handel gegangen. Im Vergleich zu anderen fairen Städtekaffees rangiert der Böblinger Landkreiskaffee damit im oberen Mittelfeld.
Diese Nachfrage ist erfreulich, denn der bio-faire „Kaffee Vielfalt“ ist einerseits Botschafter für den Landkreis, andererseits sorgt er für wirtschaftliche Teilhabe, Bildung und Klimaschutz in den Anbaugebieten. Über die konkreten Auswirkungen langfristiger Fair-Handels-Partnerschaften auf das Leben in der Region Jinotega in Nicaragua berichtete Rigoberto Pineda Ríos von der Genossenschaft SOPPEXCCA im Rahmen einer aktuellen Reise, die ihn erstmalig nach Deutschland führt.
Die Kooperative steuert – neben 30% äthiopischem Sidamo – 70% der Bohnen für die Landkreismischung „Kaffee Vielfalt“ bei. Sie besteht seit fast drei Jahrzehnten und umfasst heute rund 650 Produzenten mit ihren Familien. Der Kaffee wird auf fruchtbarem Boden in dicht bewaldeten Bergen angebaut, etwa 1.200 m über dem Meeresspiegel, bei 18 bis 22 Grad Celsius und durchschnittlichen jährlichen Niederschlägen von 1.800 mm. Die gut beschatteten Kaffeeparzellen bieten ein ideales Rückzugsgebiet für wilde Tiere, sind Teil von Naturparks und anderen Naturschutzgebieten.
Der Faire Handel ermöglicht der kleinbäuerlichen Kooperative dort ein verlässliches Einkommen, Aus- und Weiterbildungen in nachhaltiger Landwirtschaft, demokratische Mitbestimmung und viel Jugendarbeit mit Programmen zur Alphabetisierung oder Umweltbildung. Die Kaffeebauern erhalten garantierte Mindestpreise – ein wichtiger Schutz, gerade angesichts der Folgen des Klimawandels wie unregelmäßigen Regenzeiten und Ernteausfällen. Gerade der Klimawandel beschäftigt die Kooperative schon seit mehreren Jahrzehnten. Dank der langjährigen Fair-Handels-Partnerschaften war es zuletzt möglich, Agroforstwirtschaft zu betreiben und auf biologischen Kaffeeanbau umzustellen. Die damit verbundenen positiven Auswirkungen dienen auch als Vorbild in der Region.
„Das große Interesse an unserem Anbau beeindruckt mich sehr. Die Menschen hier wollen wissen, woher ihr Kaffee kommt, wie er produziert wird und welche Auswirkungen das auf das Klima hat“, so Rigoberto Pineda Ríos. „Für uns ist das ein starkes Zeichen: Die Konsumenten sehen nicht nur die Bohne in der Tasse, sondern auch die Hingabe, die Arbeit und Verantwortung dahinter. Dass Kommunen wie der Landkreis Böblingen dieses Engagement unterstützen, ist für uns von unschätzbarem Wert.“
Der „Kaffee Vielfalt“ ist erhältlich in 250g sowie 500g, gemahlen oder ganze Bohne in den Weltläden Aidlingen, Sindelfingen, Waldenbuch sowie in den CAP-Märkten in Malmsheim, Herrenberg, Holzgerlingen, Nufringen und Rohrdorf, in Nubers Obsthof in Weil der Stadt sowie ganz neu im E-Center Piston in Böblingen-Hulb. Zudem besteht die Möglichkeit, den Kaffee bequem online im Heimat-Lädle zu bestellen unter www.heimat-laedle.de
Alle, die den Kaffee probieren wollen, sind herzlich zum Streuobstaktionstag am 3. Oktober nach Herrenberg-Kayh eingeladen, wo er von 11 bis 17 Uhr im Pfarrgarten des Ev. Gemeindehauses Kayh, Herrenberger Str. 10 ausgeschenkt und auch verkauft wird.
Seit vielen Jahren setzt sich die Landkreisverwaltung mit der Eine-Welt-Förderung, dem Engagement für nachhaltige Beschaffung, der Zusammenarbeit in kommunalen Partnerschaften sowie als Fairtrade-Landkreis für Fairen Handel ein. Der Landkreiskaffee als sinn- und identitätsstiftendes Produkt ist ein weiterer Meilenstein in diesem Engagement. Dank eines Preisgelds für sein nachhaltiges Engagement konnte er von der Landkreisverwaltung gemeinsam mit der Genossenschaft WeltPartner 2025 entwickelt werden, die Logistik übernimmt Femos.



