Das Flugfeldklinikum soll im 3. Quartal 2028 fertig werden

Landrat Roland Bernhard: „Trotz aller Schwierigkeiten, es war eine weitsichtige Entscheidung, dieses moderne Krankenhaus der Zukunft zu bauen.“

Visualisierung Flugfeldklinikum

Landrat Roland Bernhard berichtete in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 3. November 2026 zum aktuellen Baufortschritt, zum neuen Zeitplan und zur Kostenentwicklung rund um das Flugfeldklinikum. Erst im Rahmen des Tags der Offenen Baustelle am 24. Oktober 2026 war das riesige Interesse der Bevölkerung am neu entstehenden Krankenhaus sichtbar geworden. Aktuell wurde das Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen und die Vorbereitungen für das Einbringen der Rückkühlwerke vorgenommen. Ein Rückkühlwerk nimmt warmes Wasser aus der Kältemaschine auf, kühlt es ab und gibt die Wärme an die Umgebung ab. Zudem wird auf den verschiedenen Dachflächen des Klinikums die Dachbegrünung aufgebracht.

Die bauliche Fertigstellung soll nach heutigem Stand im 3. Quartal 2028 erfolgen; anschließend geht es an den komplexen Prozess der Inbetriebnahme und des Umzugs zweier Krankenhäuser im Vollbetrieb, der im 2. Quartal 2029 abgeschlossen sein soll. „Das Flugfeldklinikum ist landesweit eine der größten Klinikbaustellen und das größte Bauvorhaben des Landkreises Böblingen“, so Landrat Roland Bernhard. „Es war damals eine sehr weitsichtige, kluge Entscheidung, auf dem Flugfeld neu zu bauen für die beiden Standorte Böblingen und Sindelfingen. Angesichts der heutigen Veränderungen im Gesundheitswesen wäre keins der beiden Häuser, für sich betrachtet, langfristig zukunftssicher. Das Flugfeldklinikum wird das Flaggschiff werden für den Klinikverbund Südwest und den Bedarf zur Gesundheitsversorgung für den gesamten Landkreis decken. Leider ist bei solchen Großvorhaben nicht zu verhindern, dass man nicht vorhersehbare Ereignisse hinnehmen muss.“

Für die Verschiebung des Termins zur Fertigstellung sind verschiedene Gründe ausschlaggebend: Ausgangspunkt war die Insolvenz eines wichtigen Planungsbüros für die Gewerke Heizung, Kälte, Lüftung und Sanitär innerhalb der Technischen Gebäudeausrüstung. In der Folge wurde der Bauablauf gedreht, um einen kompletten Baustopp zu verhindern - seither wird von den oberen Geschossen hin zu den unteren Stockwerken fertig geplant und gebaut. „Im Untergeschoss befinden sich Leitungstrassen verschiedener technischer Gewerke und mit verschiedenen Technikzentralen quasi auch der Maschinenraum des Flugfeldklinikums“, erklärt Projektgeschäftsführer Harald Schäfer. „Alle Leitungswege und Verbindungen mussten nochmals überprüft und wo nötig angepasst werden. Das kostet Zeit, ist aber für eine moderne Krankenhaustechnik unerlässlich.“

„Zur Frage der Kosten haben wir schon vor einiger Zeit eingeräumt, dass das Budget von 802 Mio Euro nicht gehalten werden kann“, so der Landrat weiter. „Nach der Insolvenz mussten mit den ausführenden Firmen aufgrund der Störungen im Bauablauf neue Termine vereinbart werden; insbesondere wegen der länger dauernden Planung im Untergeschoss gibt es dort neue Bautermine. Deshalb liegen uns von diesen Unternehmen noch keine abschließenden Kostenangaben vor und wir können nur eine grobe Schätzung machen.“ Diese Schätzung führt zu 850 Mio Euro, wobei dieses Budget vom Grundstückspreis bis hin zur Inbetriebnahme wirklich alles beinhalte, wie Projektgeschäftsgeführer Schäfer ergänzte. Aktuell finanziere man die Mehrkosten aber über Projektreserven, so dass derzeit im Wirtschaftsplan für 2027 keine zusätzlichen Mittel eingestellt werden mussten.

Abschließend betont der Landrat: „Sie dürfen versichert sein, dass am Flugfeldklinikum unter Hochdruck und in ständiger Abstimmung mit allen Beteiligten gearbeitet wird, um sowohl die zeitlichen als auch die finanziellen Auswirkungen möglichst gering zu halten.“

(Erstellt am 04. November 2026)

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