Am 8. August ist Weltkatzentag
Viele Samtpfoten aus dem Kreistierheim suchen ein neues Zuhause
Landrat Roland Bernhard: „Von 26 Kommunen im Landkreis haben 19 bislang eine Katzenschutz-Verordnung; unser Bestreben ist eine flächendeckende Wirkung.“
Anlässlich des Weltkatzentags am 8. August informiert das Kreistierheim, dass zahlreiche süße Samtpfoten ein Zuhause suchen. Aktuell sind es 53 Kitten und 47 erwachsene Katzen. „Das Motto muss lauten: ‚Adoptieren statt kaufen,“ wirbt Wolf Eisenmann, der stellvertretende Vorstand der Kommunalanstalt Kreistierheim im Landkreis Böblingen. „Wer darüber nachdenkt, sich ein Tier anzuschaffen, tut immer gut daran, an die vielen Tiere zu denken, die im Tierheim auf ein Zuhause warten. Solchen Tieren eine zweite Chance auf ein schönes Leben zu geben, ist aktiver Tierschutz.“
Auch Bianca Balla, Leiterin des Kreistierheims, kennt jeden ihrer Schützlinge und wünscht ihnen allen, dass sie ankommen dürfen. „Worauf unseren Katzen und Kitten warten, ist ein liebevolles Zuhause“, so Balla. „Bei uns findet man das ganze Spektrum an Katzenpersönlichkeiten. Die Jüngsten bringen als Duo pures Leben und doppeltes Glück ins Haus. Es ist eine Freude, ihnen beim gemeinsamen Aufwachsen zuzusehen. Unsere erwachsenen Katzen sind oft stille Seelenverwandte und wissen ein liebevolles Zuhause unendlich zu schätzen. Bei uns findet sich für jeden Mensch der passende tierische Partner.“
Die Samtpfoten und Fellnasen sind immer kastriert, gechipt und geimpft. Deshalb fällt auch ein Unkostenbeitrag an, wenn man ein Tier aus dem Tierheim holt. Bei der Vermittlung wird auf das Bedürfnis jedes einzelnen Tiers geschaut; Kitten, die noch Orientierung brauchen und gern in Gesellschaft sind, werden zu zweit vermittelt. Bei älteren Katzen erfolgt die Vermittlung meist allein.
Und apropos der Kastrierung, die im Kreistierheim vorgenommen wird: Landrat Roland Bernhard appelliert zum Weltkatzentag einmal mehr, auch in den noch fehlenden Städten und Gemeinden Katzenschutzverordnungen zu erlassen. 19 von 26 Kommunen im Landkreis Böblingen haben bereits eine solche Regelung; noch fehlen Altdorf, Gärtringen, Grafenau, Holzgerlingen, Sindelfingen, Steinenbronn und Weil im Schönbuch. „Die Hoffnung ist, dass auch diese bald nachziehen. Es ist in erster Linie eine Verordnung gegen Tierleid, die natürlich erst richtig ihren Sinn entfaltet, wenn sie flächendeckend ist“, so der Landrat. „Viele Menschen unterschätzen das Leid der unkontrollierten Vermehrung, weil sie es nicht vor Augen haben. Zudem verursachen die Tiere nicht unerhebliche Tierarztkosten beim Kreistierheim.“ Dabei gibt es überall freilebende Streunertiere, so die Erfahrung der ehrenamtlichen Katzenhelferinnen, die überall im Landkreis unterwegs sind. „Wir können feststellen, dass der Effekt solcher Verordnungenauf jeden Fall positiv ist“, betont Bianca Balla. „Wo es Verordnungen gibt, gibt es weniger Meldungen zu freilebenden Tieren.“ (§13b Tierschutzgesetz ermächtigt die Bundesländer, sog. Katzenschutzverordnungen zu erlassen, weil die Populationen verwilderter Hauskatzen bundesweit ein erhebliches Problem in den Bereichen Tier- und Artenschutz darstellen. Baden-Württemberg hat diese Ermächtigung auf die Gemeinden übertragen).
Aber auch wer keinem Tier ein Zuhause schenken kann – es gibt für jede und jeden Einzelnen die Möglichkeit, sich im Bereich des Tierschutzes einzubringen. Im Kreistierheim sind helfende Hände immer willkommen. „Es gibt vielfache Möglichkeiten, uns zu unterstützen“, so die Kreistierheimleiterin. „Aktuell hätten wir gern Hilfe beim Reinigen unserer Katzenhäuser, da speziell die Kleinen natürlich viel Unorndung machen.“
Auf der Homepage des Kreistierheims finden sich Fotos und Infos rund um alle Vierbeiner. Wer das Tierheim unterstützen oder die Tiere kennenlernen möchte, meldet sich am besten per Mail beim Kreistierheim, (kreistierheim@lrabb.de). Besuche bei den Tieren sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. www.kreistierheim-bb.de.




