Landkreis stellt Neubau für Fortis e.V. im Zeit- und Kostenplan fertig
Feierliche Einweihung des Paul-Binder-Hauses am 21. Mai

Der Neubau für den Verein Fortis e.V. in Herrenberg ist erfolgreich abgeschlossen. Mit einer Investition von rund 11,1 Millionen Euro hat der Landkreis Böblingen ein Wohngebäude geschaffen, das speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit seelischen Behinderungen ausgerichtet ist. Das Bauvorhaben wurde sowohl termingerecht als auch im vorgesehenen Kostenrahmen realisiert. Dies ist Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Stadt Herrenberg, Fortis e.V. sowie den an der Planung und am Bau beteiligten Unternehmen. Die feierliche Übergabe an Fortis fand am 21. Mai statt. So sichert der Landkreis Böblingen Fortis e.V. – einem Verein, welcher sich seit Jahren für Menschen mit vielfältigstem Hilfsbedarf einsetzt – langfristig einen Standort im Landkreis.
Fortis e.V. ist bereits seit 1997 in Herrenberg im sogenannten Paul-Binder-Haus beheimatet, das sich im Eigentum des Landkreises befindet. Aufgrund des Denkmalschutzes sowie der gestiegenen baulichen Anforderungen – insbesondere im Hinblick auf die Vorgaben der Landesheimbauverordnung – konnte das bestehende Gebäude nicht mehr entsprechend angepasst werden. Vor diesem Hintergrund entschied sich der Landkreis Böblingen für den Neubau und stellt diesen Fortis e.V. künftig im Rahmen eines Mietverhältnisses zur Verfügung.
Landrat Roland Bernhard betonte in seiner Ansprache: „Pünktlich und im Budget – was will man mehr? Mit diesem zukunftsweisenden Neubau, der mustergültig durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten realisiert wurde, setzen wir ein starkes Zeichen für Inklusion. Wir unterstützen unseren Kooperationspartner Fortis e.V. und schaffen langfristig modernen und bedarfsgerechten Wohnraum für die Betreuung und Unterstützung von Menschen mit seelischen Behinderungen. Dies stärkt zugleich den sozialen Zusammenhalt in der Region“.
„Dieser Neubau zeigt deutlich: als Gesellschaft sind uns gute Lebensbedingungen und verlässliche Unterstützungsangebote für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen wichtig. Das ist ein wichtiges Signal für jene, die diese Hilfe benötigen. Ich danke allen Beteiligten für diese wichtige Gemeinschaftsleistung“, sagte Oberbürgermeister Nico Reith. Der Vorstand von Fortis, Fabian Schnieders, erklärte: „Der Neubau ist in mustergültiger Zusammenarbeit entstanden und die gemeinsame Umsetzung setzt die jahrzehntelange enge Kooperation des Landkreises Böblingen, der Stadt Herrenberg und Fortis e.V. fort.
Dass alle Beteiligten sich in diesem Maße für die Zukunft von Menschen mit psychischer Erkrankung engagieren und das Angebot der Eingliederungshilfe im Landkreis stärken, ist ein ebenso klares wie willkommenes Signal an die Menschen, die der Unterstützung unserer Gesellschaft bedürfen.“
Anschließend erfolgte die feierliche Schlüsselübergabe
as neue Wohngebäude umfasst vier Geschosse und bietet Platz für insgesamt sechs Wohngruppen mit 24 modernen Appartements. Ergänzt wird das Raumangebot durch zehn Tiefgaragenstellplätze. Die Architektur und Raumgestaltung orientieren sich gezielt an den Anforderungen der Bewohnerinnen und Bewohner und schaffen ein sicheres, unterstützendes und zugleich selbstbestimmtes Wohnumfeld.
Besonderes Augenmerk wurde auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt: Der Neubau wurde in Holz-Hybridbauweise errichtet und erfüllt den KfW-40-Standard. Die Energieversorgung erfolgt vollständig aus erneuerbaren Quellen, insbesondere durch den Einsatz von Pellets und Photovoltaik. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum klimafreundlichen Bauen im Landkreis Böblingen.
Der Landkreis und Fortis arbeiten partnerschaftlich zusammen. Mit dem Neubau schafft Fortis e.V. zusätzliche Wohnplätze in der Sozialpsychiatrie und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Deckung des landkreisweiten Bedarfs. Mit der Schaffung von sieben neuen Plätzen (24 statt aktuell 17 Plätze) wird einer drohenden Unterversorgung im Landkreis entgegengewirkt.
Herrenberg bietet eine fußläufig erreichbare Infrastruktur. Das Paul-Binder-Haus als Einrichtung ist bereits eingebunden in das Gemeinwesen und bildet zusammen mit dem gemeindepsychiatrischen Zentrum (GPZ) einen für das Quartier prägenden Anlauf- und Lebensmittelpunkt für psychisch erkrankte Menschen, der allgemein akzeptiert sowie erfolgreich etabliert ist.



