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Infos für Waldbesucher

Ein Waldbesuch - Balsam für die Seele

Der Wald bietet Entspannung und Erholung. Die Stille des Waldes nutzen viele Waldbesucher für einen erholsamen Spaziergang nach Feierabend oder am Wochenende. Andere lieben es sportlicher: Als Jogger oder Fahrradfahrer schätzen sie vor allem die frische Luft und den federnden Waldboden.

Tipps

Informationen

Baumfällung

Hochsaison in der Holzernte zwischen Herbst und Frühjahr

Rund 120 000 Kubikmeter des nachwachsenden Rohstoffes Holz werden in den Wäldern im Landkreis Böblingen jedes Jahr genutzt. Dies entspricht in etwa der Lademenge, die rund 5000 Langholztransporter füllt. Nachhaltig, naturnah und schonend sind die Kriterien für die Entnahme der einzelnen Bäume.

Durch Fäll- und Rückearbeiten darf niemand gefährdet werden

Waldgebiete und Wege im Bereich der Holzernte werden aus Sicherheitsgründen mit Warnschildern und Absperrband gesperrt.

Denn bei laufender Motorsäge und dichtem Bewuchs ist es für die Waldarbeiter unmöglich, ihr Arbeitsumfeld zu überblicken. Und auch wenn die Motorsäge oder die Holzerntefahrzeuge gerade schweigen, dürfen die gesperrten Waldgebiete und Wege nicht betreten werden. Herabfallende Äste in den stehen gebliebenen Bäumen stellen eine lautlose Gefahrenquelle dar. Ein Waldbesucher der die Absperrhinweise missachtet, begibt sich in unmittelbare Lebensgefahr!

Eichenprozessionsspinner

Vorkommen

Die Eichenprozessionsspinner kommen ausschließlich an Eichen vor, bevorzugt an besonnten Waldrändern, in lichten Eichenwäldern und an Einzelbäumen. Die Population des wärmeliebenden Falters hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Mittlerweile sind die Eichenprozessionsspinner in fast allen Eichenwäldern im Landkreis Böblingen zu finden.

Video Prozession der Raupen (5,27 MiB)

Biologie

Die unscheinbaren Falter legen ihre Eier im oberen Kronenbereich ab. Je nach Witterung schlüpfen die Raupen mit dem Austrieb der Eichen zwischen April und Mai. Insgesamt gibt es 5 Larvenstadien. Ab dem 3. Larvenstadium (ab Mai/Juni) wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung weitergetragen werden. Ab Juni verpuppen sich die Raupen in Gespinsten, bevor der Schmetterling im August schlüpft.

Lebenszyklus des Eichenprozessionsspinners im Überblick (170,8 KiB)

Gesundheitliche Gefährdung

Die Brennhaare lösen eine allergische Reaktion aus, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge mit Juckreiz und Brennen. Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten können zu schmerzhaf­tem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinerscheinungen wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auf.

Merkblatt Gesundheitliche Risiken Eichenprozessionsspinner (64,7 KiB)

Richtiges Verhalten

Einen sicheren Schutz vor den Brennhaaren gibt es nicht. Aber man kann als Waldbesucher einiges tun:

  • Berühren Sie nicht die Raupen und ihre Nester
  • Vermeiden Sie in betroffenen Eichenwäldern den Kontakt mit der Bodenvegetation und bleiben Sie auf den Wegen.
  • Schützen Sie die empfindlichen Hautbereiche (Nacken, Unterarme).
  • Wechseln Sie die Kleider und duschen Sie nach dem Kontakt mit den Brennhaaren.

Aus gesundheitlichen Gründen muss eine Bekämpfung dort in Erwägung gezogen werden, wo der Kontakt mit den Brennhaaren nicht vermieden werden kann oder besonders schutzbedürftige Personengruppen betroffen sind. Eine Bekämpfung darf nur von Fachleuten mit entsprechender Schutzbekleidung durchgeführt werden.

Bekämpfung

Einzelbäume können mechanisch (Absammeln, Absaugen, Abspritzen oder Abflämmen) behandelt werden oder vom Boden aus mit einem Pflanzenbehandlungs­mittel gegen freifressende, blattfressende Schmetterlingsraupen besprüht werden. Für die Behandlung von ganzen Waldgebieten kann das Pflanzenbehandlungsmittel mit dem Hubschrauber ausgebracht werden.

Hubschraubereinsatz 2009

Im Kreis Böblingen wurden rund 200 Hektar Eichenbestände in den Städten und Gemeinden Böblingen, Sindelfingen, Holzgerlingen, Steinenbronn und Weil im Schönbuch mit dem Pflanzenbehandlungsmittel Dipel ES per Hubschrauber behandelt. Neben Waldgebieten wurden auch Waldfriedhöfe sowie Erholungs- und Sportanlagen von den haarigen Raupen befreit.

Video zum Hubschraubereinsatz 2008 (6,837 MiB)

Pflanzenbehandlungsmittel "Dipel ES"

Dipel ES ist ein biologisches Pflanzenbehandlungsmittel. Wirksame Substanz ist ein Kristallinprotein, das von einem Bakterium, dem Bacillus thuringiensis (Bt), gebildet wird. Das Kristallinprotein, das mit den Eichenblättern aufgenommen wird, verletzt die Darmwand der Raupen, die Nahrungsaufnahme wird eingestellt. Das Pflanzenbehandlungsmittel besitzt keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder den gesamten Naturhaushalt.

Waldschutz-Info zur Human- und Ökotoxikologie von Bt-Präparaten (147,3 KiB)

Weitere Informationen

Für Öffentliches Grün, Parks und Friedhöfe sind die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden zuständig.

Fuchsbandwurm

An Früchten, Beeren und Pilzen können die Eier des Kleinen Fuchsbandwurms haften. Der Verzehr solcher Pflanzenteile kann zur sogenannten Fuchsbandwurm-Erkrankung führen. Vor dem Rohverzehr sollten deshalb Früchte, Beeren und Pilze gründlich gewaschen werden. Eine Erhitzung auf 60 °C tötet die Bandwurmeier.  Dagegen werden die Eier durch Einfrieren nicht beeinträchtigt.

Merkblatt zum Kleinen Fuchsbandwurm (356,9 KiB) (Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg)

Zecken

Die Zecke ist ein verbreiteter Parasit, der sich vom Blut seiner Wirte ernährt. Von den weltweit mehr als 800 bekannten Zeckenarten ist bei uns der Holzbock (Ixodes ricinus) die wichtigste. Der bevorzugte Lebensraum dieser spinnenartigen Tiere sind Laubwälder mit üppigem Unterholz, Waldränder und Waldwege. Sie sitzen auf niedrig wachsenden Pflanzen, warten auf einen vorübergehenden Wirt und lassen sich von diesem abstreifen.

Im Frühling (Februar bis Mitte Juni) und Herbst (Mitte August bis Oktober) ist die Gefahr besonders groß von Zecken befallen zu werden. Damit sich Zecken entwickeln können, müssen sie in jedem Stadium – als Larve, Nymphe, erwachsenes Tier – einmal Blut saugen. Dieser Saugvorgang dauert je nach Entwicklungsstadium zwei bis elf Tage. Zecken beherbergen die verschiedensten Erreger und übertragen diese beim Blutsaugen. Die bekanntesten Erkrankungen sind Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)  und Borreliose.

Richtiges Verhalten kann vor Zecken schützen:

  • Meiden Sie hohes Gras und Unterholz
  • Tragen Sie Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen.
  • Tragen Sie geschlossene Schuhe und ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine.
  • Suchen Sie nach dem Aufenthalt im Gras oder Unterholz ihren Körper nach Zecken ab.

Weitere Informationen

Greifvögel

Im Frühsommer klingelt beim Forstrevierleiter und Vogelexperten Winfried Seitz oft das Telefon und Waldbesucher berichten ihm über Angriffe von Greifvögeln. Immer wieder tragen die Erholungssuchenden dabei einen großen Schrecken und Kratzer am Kopf davon. Für Seitz ist das nichts Neues. „In den letzten Jahren kam es immer wieder zu solchen Vorfällen, meist im späten Frühjahr und bis in den Sommer hinein.“, weiß er zu berichten.

Jungvögel werden verteidigt

Der Grund dafür sei, dass Mäusebussarde und andere Greifvögel in der Nähe einer Joggingstrecke oder eines Radweges ihren Horst mit Jungen haben. In der Zeit der Aufzucht und des Ausfliegens der Jungvögel empfinden sie Jogger und seltener auch Radfahrer als Gefahr. Sie versuchen den vermeintlichen Feind durch Scheinangriffe, Flugattacken oder eindringliche Schreie zu vertreiben. Die Waldbesucher trifft ein Angriff der sonst scheuen Vögel in den meisten Fällen überraschend. „Dennoch raten wir natürlich nicht generell von einem Waldbesuch ab.“ sagt Reinhold Kratzer, Leiter des Amtes für Forsten beim Landratsamt Böblingen. Um sich selbst zu schützen, sollte man lediglich auf die Vögel Rücksicht nehmen und die Laufstrecke für ein paar Wochen wechseln. Die Angriffe lassen erfahrungsgemäß bald nach dem Flügge-Werden der Jungvögel nach.

Schutz durch Rücksichtnahme

Wer nun als Läufer oder Radfahrer doch einem angreifenden Greifvogel begegnet ist gut beraten, im Ernstfall das Tempo zu reduzieren, vom Rad abzusteigen und ruhig weiterzugehen. Denn langsam gehende Spaziergänger reizen die Greife interessanterweise weniger. Wenn ein Vogel im Ausnahmefall dann tatsächlich angreift, so ist meist der Kopf des Menschen das Ziel. Vor Kratzern können eine Kopfbedeckung, die hochgezogene Jacke oder ausgebreitete Arme schützen.

Tollwut ist bei den Angriffen übrigens nicht als Ursache zu befürchten, wie von einem besorgten Waldbesucher nachgefragt. Denn Vögel können nicht an Tollwut erkranken.

Impressionen eines Waldspazierganges im Mai 2012

Impressionen eines Waldspazierganges im Januar 2012