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Grundwasser

    Bauen im Grundwasser
    Bauen im Wasserschutzgebiet
    Bohrungen
    Brunnen
    Erdsonden/Geothermie
    Pfahlgründungen
    Wasser-Wärmepumpen

Bauen im Grundwasser

Jede Maßnahme, die das Grundwasser berühren könnte, ist beim Landratsamt  Böblingen, Bereich Wasserwirtschaft, Parkstr. 16, 71034 Böblingen rechtzeitig anzuzeigen und bedarf ggf. einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Eine dauerhafte Grundwasserabsenkung ist nicht zulässig. Antragsunterlagen und Hinweise zur Bauausführung:

Antragsunterlagen

  • Antrag auf vorübergehende Absenkung und Entnahme von Grundwasser während der Bauzeit und auf Grundwasserumleitung nach Erstellung des Bauwerks
  • Erläuterung (Siehe 2. Beschreibung des Bauvorhabens)
  • Lageplan M 1:500 (1:2500)
  • Schnitte mit Darstellung des Wasserspiegels, die Durchlässigkeit (K-Wert) des Untergrundes, Reichweite der Absenkung und die eventuellen Auswirkungen bezüglich Setzungen (Baugrundgutachten bzw. hydrogeologisches Gutachten eines Sachverständigen).
  • Ergebnisse der Baugrundaufschlussbohrung.

Beschreibung des Bauvorhabens

  • Erfordernis der Grundwassersenkung
  • Baubeginn
  • Absenkungsbeginn
  • Absenkdauer
  • Absenkziel bzw. Eintauchtiefe ins Grundwasser
  • Abzuführende Wassermenge in l/s
  • Ableitung des Grundwassers während der Bauzeit
  • Gründung (Flachgründung, Streifenfundamente, Einzelfundamente)
  • Maßnahmen zur Gewährleistung der Gewässerumläufigkeit nach Erstellung des Bauwerks
  • Verbaumaßnahmen
  • Auswirkungen auf die Nachbarbebauung

Hinweise zur Bauausführung bei Bauwerken im Grundwasser

Zur Gewährleistung der Grundwasserumläufigkeit muss unter der Bodenplatte eine mindestens 20 cm starke durchlässige Schicht oder Gleichwertiges eingebaut werden. Unter der Filterschicht ist ein Filtervlies und über der Filterschicht eine Folie zu verlegen.

Die seitlichen Arbeitsräume sind bis zum Bemessungswasserstand mit körnigem durchlässigem Material zu verfüllen (Kies 2/32 oder Schotter-Splitt-Gemisch 2/56 oder 2/45). Es darf kein ungewaschenes Material verwendet werden. Diese Arbeitsraumverfüllung muss mit der körnigen durchlässigen Schicht unter der Bodenplatte in direkter hydraulischer Verbindung stehen.

Der Bereich zwischen durchlässiger Arbeitsraumverfüllung und Oberkante Gelände muss mit bindigem undurchlässigem Material lagenweise aufgefüllt und verdichtet werden, sodass eine Verunreinigung an der Oberfläche vom Grundwasser ferngehalten wird.

Leitungsgräben unterhalb des Bemessungswasserspiegels müssen so mit Sperrriegeln versehen werden, dass über die Gräben kein Grundwasser abgeleitet wird. Die Sperrriegel müssen seitlich und nach unten in den ungestörten Baugrund, nach oben mindestens bis auf Höhe des Bemessungswasserspiegels reichen. Sofern Bodenbelastungen oder Verschmutzungen des Grundwassers festgestellt werden, ist dies unverzüglich dem Landratsamt Böblingen - Wasserwirtschaft - mitzuteilen.

In der Nähe der Baugrube dürfen wassergefährdende Stoffe (z. B. Dieselkraftstoffe) nur in einer Auffangwanne gelagert werden. Fahrzeuge und Maschinen dürfen nur außerhalb der Baugrube auf befestigten und ordnungsgemäß entwässerten Flächen betankt oder repariert werden. Nach Arbeitsende sind sie auf solchen Flächen abzustellen. Schal-Tafeln dürfen ebenfalls nur auf diesen Flächen eingeölt werden.

Bauen im Wasserschutzgebiet

Bauvorhaben in den Zonen I und II von Wasserschutzgebieten sind nicht zulässig. Bauvorhaben in der Zone III bzw. III A sind unter Berücksichtigung der besonderen Lage in einem Wasserschutzgebiet durchzuführen, um die Gefährdung der Wasserfassung möglichst  gering  zu halten. In Zone III bzw. III A ist folgendes zu beachten:

1

Verkehrsflächen sind dicht zu befestigen (Beton- oder Bitumbelag im Heißeinbau, mit Gefälle zu Einläufen zu versehen (Anschluss an die öffentliche  Kanalisation) und gegen Grünflächen bzw. nicht befestigte Flächen mit Randsteinen abzugrenzen.

2

Private Parkplätze/Stellplätze/Stauräume vor Garagen sind dicht zu befestigen (Beton-  oder Bitumenbelag im Heißeinbau. Als dichter Belag gilt in diesem Fall auch ein Formsteinpflaster, das mit Pressfuge verlegt wird. Diese Flächen sind mit Gefälle zu Einläufen zu versehen (Anschluss an die öffentliche Kanalisation) und gegen Grünflächen bzw. nicht befestigte Flächen mit Randsteinen abzugrenzen.  Ausnahme bei „günstiger Untergrundbeschaffenheit“ nach DVGW Arbeitsblatt 101. Der Nachweis ist durch eine Deckschichtenerkundung zu erbringen.

3

Die Entwässerungsleitungen müssen als dichte Rohrleitung ausgebildet werden; sie sind vor Inbetriebnahme einer Prüfung auf Wasserdichtheit nach DIN 4033 zu unterziehen. Hoftöpfe und Kontrollschächte sowie ggf. Entwässerungsrinnen aus Betonfertigteilen sind an den Stoßstellen dicht auszuführen.

4

Der Hausanschluss an das Kanalnetz hat direkt in einem Kontrollschacht der öffentlichen Kanalisation zu erfolgen. Hierdurch wird die in der Eigenkontrollverordnung geforderte Überprüfung und Instandhaltung der Kanalisation erheblich vereinfacht.

5

Die Bestimmungen der Rechtsverordnung für das Wasserschutzgebiet sind zu beachten. Es wird empfohlen, auf die unterirdische Lagerung von Heizöl zu verzichten.

6

Baumaterialien für Bauteile, die sich im Untergrund befinden, dürfen nicht wassergefährdend sein. Für Anstriche an im Erdreich befindlichen Bauteilen sind ausschließlich wassermischbare Dichtungsanstriche ohne Lösemittelzusätze zu verwenden.

7

Das Bauvorhaben ist zügig durchzuführen, damit die offene Baugrube so bald wie möglich verschlossen wird. In der Nähe der offenen Baugrube dürfen wassergefährdende Stoffe (z.B. Dieselfass) nur in einer Auffangwanne gelagert werden. Eine Lagerung in der Baugrube ist untersagt. Fahrzeuge und Maschinen sind nur außerhalb der Baugrube auf befestigten und ordnungsgemäß entwässerten Flächen abzustellen. Es dürfen nur Bautoiletten mit dichten Fäkalienbehältern aufgestellt werden.

Bohrungen

Bohrungen müssen nach § 37 Wassergesetz für Baden-Württemberg angezeigt werden. Die Anzeige ist in zweifacher Ausführung mit folgenden Angaben und Unterlagen an das Landratsamt Böblingen, Wasserwirtschaft, Parkstr. 16, 71034 Böblingen zu senden:

  1. Beschreibung der geplanten Maßnahme mit Angaben zu:
    1. Zweck
    2. Tiefe der Bohrung(en)
    3. Bohrdurchmesser
    4. Spülmitteleinsatz
    5. Wiederverschließung der Bohrlöcher oder
    6. Pegelausbau
  2. Übersichtlageplan
  3. Lageplan M 1:500 mit Flurstücksnummer

Brunnen

Für den Bau eines Brunnens und die Entnahme von Grundwasser ist eine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß §§ 2, 3 und 7 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in Verbindung mit § 96 Wassergesetz für Baden Württemberg (WG) erforderlich. Der Antrag ist in zweifacher Ausführung mit folgenden Angaben und Unterlagen an das Landratsamt Böblingen, Wasserwirtschaft, Parkstr. 16, 71034 Böblingen zu senden:

  1. Beschreibung der geplanten Maßnahme mit Angaben zu:
    1. Zweck
    2. Tiefe der Bohrung(en)
    3. Bohrdurchmesser
    4. Spülmitteleinsatz
    5. Brunnenausbau
    6. Entnahmemenge in l/s, m³/h, m³/d und m³/a
  2. Übersichtlageplan
  3. Lageplan M 1:500 mit Flurstücksnummer

Geothermie

Erdwärme ist die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der festen Erdoberfläche. Die Nutzung von Erdwärme gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei dieser Art der Energiegewinnung wird Primärenergie durch den Einsatz einer praktisch unerschöpflichen Energiequelle gewonnen. Erdwärmesonden sind eine Möglichkeit, die Erdwärme als regenerative Energiequelle zu erschließen. Dies bringt positive Umweltauswirkungen mit sich (z.B. Schonung fossiler Energiequellen, Verminderung der Kohlendioxid-Emission) und ist deshalb gesamtökologisch wünschenswert.

Informationen über die Zulässigkeit und Antragsunterlagen

Wissenswerte Informationen zum Thema Geothermie befinden sich auch auf der Internetseite des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Zudem wurde vom Baden-Württembergischen Ministerium ein Leitfaden zur Qualitätssicherung von Erdwärmesonden veröffentlicht. Dieser Leitfaden enthält technische Details und vertiefende Informationen bezüglich der Ausführung.   

Pfahlgründungen

Pfahlgründungen müssen nach § 37 Wassergesetz für Baden-Württemberg angezeigt werden. Die Anzeige ist in zweifacher Ausführung mit folgenden Angaben und Unterlagen an das Landratsamt Böblingen, Wasserwirtschaft, Parkstr. 16, 71034 Böblingen zu senden:

  1. Beschreibung der geplanten Maßnahme mit Angaben zu:
    1. Zweck
    2. Tiefe der Bohrung(en)
    3. Bohrdurchmesser
  2. Übersichtlageplan M 1:2500
  3. Lageplan M 1:500 mit Flurstücksnummer
  4. Pfahlplan (Grundriss) mit Pfahlliste
  5. Querschnitt durch Pfahl und Pfahlkopf
  6. Geologisches Profil

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Für den Bau und Betrieb einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist eine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß §§ 2, 3 und 7 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in  Verbindung mit § 96 Wassergesetz für Baden-Württemberg (WG) erforderlich. Die Anzeige ist in zweifacher Ausführung mit folgenden Angaben und Unterlagen an das Landratsamt Böblingen, Wasserwirtschaft, Parkstr. 16, 71034 Böblingen zu senden:

  1. Beschreibung der geplanten Maßnahme mit Angaben zu:
    1. Zweck
    2. Tiefe der Bohrung(ein)
    3. Bohrdurchmesser
    4. Brunnenausbau
    5. Entnahme-/Wiedereinleitungsmenge in l/s, m³/h, m³/d und m³/a
  2. Hydrogeologisches Gutachten
  3. Übersichtlageplan
  4. Lageplan M 1:500 mit Flurstücksnummer

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat auf seiner Internetseite einen Leitfaden zur Nutzung von Grundwasser-Wärmepumpen veröffentlicht.