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Der Asiatische Laubholzbockkäfer im Landkreis Böblingen

In Hildrizhausen wurde Anfang August ein asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) gefunden. Inzwischen wurden vier Befallsstandorte festgestellt, an denen insgesamt acht Bäume gefällt wurden. Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) wurde ursprünglich aus Asien eingeschleppt und gilt in der EU als Quarantäneschädling. Von den heimischen Bäumen sind bei uns vor allem bestimmte Laubholzarten gefährdet. Der Käfer befällt vorwiegend gesunde Bäume und kann diese bei starkem Befall zum Absterben bringen. Für den Menschen stellt er keine Gefahr dar. Der Fund eines ALB ist meldepflichtig.

Mitte September wurde mit der Erfassung der Laubholzbäume in den Befallszonen begonnen. Derzeit wird diese, ausgehend von den Befallszonen, in die Quarantänezone ausgeweitet. Dabei wurden weitere Bäume - teilweise mit ganz frischen Befallsspuren - ausfindig gemacht. Am Samstag (1.10.) wurde darüber hinaus bei einem Baum, der bereits vor längerer Zeit als Befallsbaum identifiziert wurde, ein Käferweibchen gefangen. Es ist davon auszugehen, dass die frischen Befallsspuren an diesem Baum auch von diesem Käferweibchen stammen. Die von uns beauftragten Mitarbeiter können sich durch Dienstausweis oder durch ein Anschreiben vom Landratsamts Böblingen ausweisen.

Anfang September wurde auch in Altdorf ein Käfer gefunden.  Da jedoch trotz intensivem Monitoring bislang kein befallener Baum entdeckt werden konnte, wurde noch keine Quarantänezone ausgewiesen.
Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenstellung der Informationen rund um den Käfer und seinem Vorkommen in Hildrizhausen. Unter unseren häufig gestellten Fragen, finden Sie am Ende der Seite alle auf der Bürgerinformation am 29. August gezeigten Folien und Bilder. Diese enthalten auch die Informationen zu der Bekämpfung des Käfers in den Befallszonen und den Einschränkungen und den Maßnahmen in der Quarantänezone.

Aktueller Stand vom 27.02.2017

Monitoring in Altdorf wird fortgesetzt
Die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers geht weiter. In den kommenden Wochen wird in der 1000 m-Monitoringzone in Altdorf die Untersuchung der Laubbäume durch geschultes Personal fortgesetzt. Die Mitarbeiter können sich durch eine Bescheinigung des Landratsamtes Böblingen ausweisen. Im Frühjahr folgt dann ein Monitoring der Baumkronen durch professionelle Baumkletterer. Wir bitten die betroffenen Bürger um Unterstützung, um eine reibungslose Kartierung zu ermöglichen.

Monitoring in Hildrizhausen wird fortgesetzt
Nach der Fällaktion in der Befallszone geht die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers nun weiter. In den Befallszonen findet gerade die Nachkontrolle statt, ob auch alle vorgesehenen Gehölze entfernt wurden. In den kommenden Wochen wird in der 2 km Zone in Hildrizhausen die Untersuchung der Laubbäume durch geschultes Personal fortgesetzt. Die Mitarbeiter können sich durch eine Bescheinigung des Landratsamtes Böblingen ausweisen. Auch im Wald haben im Moment Kollegen der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg mit der Kartierung begonnen.
Nächste Woche werden wir im Gemeindeblatt eine ausführlichere Information abdrucken. Hier werden wir dann auch auf das Verfahren der Grünen Prämie für die Betroffenen in den Befallszonen eingehen.


Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenstellung der Informationen rund um den Käfer und seinem Vorkommen in Hildrizhausen. Unter unseren häufig gestellten Fragen, finden Sie am Ende der Seite alle auf der Bürgerinformation am 29. August gezeigten Folien und Bilder. Diese enthalten auch die Informationen zu der Bekämpfung des Käfers in den Befallszonen und den Einschränkungen und den Maßnahmen in der Quarantänezone.

Häufig gestellte Fragen

Was ist bisher geschehen?

Anfang August hatte ein aufmerksamer Bürger einen interessanten Käfer in Hildrizhausen gefangen und im Rathaus gemeldet. Eine Bestimmung anhand der äußeren Merkmale durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg ergab, dass es sich um den ALB handelt. In den darauffolgenden Tagen haben im Umfeld der Fundstellen weitere Untersuchungen stattgefunden. Dabei wurden vier Bäume am Ortseingang lokalisiert, die wahrscheinlich von dem Käfer befallen waren. Diese Verdachtsbäume wurden am 16. August gefällt und in der Müllverbrennungsanlage entsorgt. Drei weitere Verdachtsbäume wurden am 19. August gefällt. Auch an diesen Bäumen wurden Käfer und Larven gefunden.
Parallel dazu wurde ein Grobmonitoring von Ahorn und Kastanie in ganz Hildrizhausen durchgeführt, um Bäume mit Befallsspuren zu lokalisieren. Dabei wurden auch Spürhunde eingesetzt. Eine auffallende Goldulme wurde am 24. August gefällt und als Befallsbaum identifiziert. Bei einem weiteren Kugelahorn wurden ganz frischen Eiablagespuren festgestellt und entfernt. Eine aufmerksame Bürgerin hatte an diesem Baum einen Käfer gefangen und gemeldet. Auch dieser Baum wurde am 26. August als Befallsbaum eingestuft.
Experten haben im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart bereits mehrere Fallen zur Überwachung des ALB im betroffenen Gebiet aufgehängt. Um die einzelnen Fundstellen wird ein Bekämpfungsgebiet (Radius 100 m) und in einem Radius von zwei Kilometern ein Beobachtungs- und Monitoringgebiet festgelegt, in dem alle Wirtsbäume kontrolliert werden.
Derzeit werden innerhalb der Bekämpfungsgebiete die Laubholzbaumarten erfasst, die der Käfer befallen kann. Eine Liste dieser Bäume finden Sie auf der rechten Seite. Voraussichtlich ab dem 14. September werden diese von den Befallszonen ausgehend im einem zwei Kilometerradius fortgeführt.

Am Freitag den 02.09. wurden gleich zu Beginn der Erfassung drei weitere verdächtige Bäume am Rande der Befallszone 4 gefunden, die in den nächsten Tagen untersucht und gegebenenfalls gefällt werden.

Zwischenzeitlich wurde auch in Altdorf ein Käfer gefunden. Eine aufmerksame Mitbürgerin meldete den Fund am Mittwoch den 07.09. Da jedoch trotz intensivem Monitoring bislang kein befallener Baum entdeckt werden konnte, wurde noch keine Quarantänezone ausgewiesen. Das Landratsamt Böblingen und die Gemeinde Altdorf bitten die Bürgerinnen und Bürger darum die Experten bei ihrer Suche zu unterstützen und ihnen den Zugang für die Untersuchung der Bäume zu ermöglichen. Verdächtigte Käfer sollten wenn möglich gefangen und fotografiert werden dem Landratsamt Böblingen unter der Telefonnummer 07031/663-2330 oder per Mail an landwirtschaftsamt@lrabb.de gemeldet werden.
Desweitern werden die Bürger von Altdorf gebeten bis auf weiteres nur noch den Häckselplatz in Hildrizhausen bei der Kläranlage zu nutzen.

Am Dienstag, den 13. September wird zwischen 9:30 und 18:00 Uhr das Wochenendgebiet Greut untersucht. Aufgrund einer Meldung wissen wir, dass verdächtiges Brennholz vor einiger Zeit hierher verbracht wurde. Um einen reibungslosen und zügigen Ablauf zu gewährleisten, bitte wir Sie, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamtes sowie unseren Beauftragten Zugang zu Ihren Grundstücken zu gewähren. Falls der Zutritt zu Ihrem Garten ohne Ihr Beisein nicht möglich ist, wäre es uns eine große Hilfe, wenn Sie sich mit Ihren Nachbarn arrangieren. Alternativ kann der Schlüssel zum Grundstück auch auf dem Rathaus hinterlegt werden.
Treffpunkt ist um 9:30 Uhr an der südlichen Zufahrt zum Wochenendgebiet Greut. Die Besichtigungsreihenfolge wird dann vor Ort geklärt. Die Untersuchung des Wochenendgebiets Greut in Hildrizhausen ergab bislang keine Anhaltspunkte für weitere Käferfunde.

Vom 25. – 27. Oktober fand ein groß angelegter Spürhundeeinsatz in Altdorf statt. Dabei wurde in einem Radius von 200m rund um den Käferfundort ein intensives Monitoring mit zeitweise bis zu drei Spürhundeteams durchgeführt. Bislang konnte jedoch keine eindeutige Anzeige der Hunde verzeichnet werden. Allerdings sind noch einige Flurstücke offen, die es in den kommenden Tagen noch zu überprüfen gilt. Auch zeigten die Hunde bei einzelnen Grundstücken ein von der Norm abweichendes Verhalten, was allerdings nicht als Anzeige gewertet werden konnte. Die betreffenden Grundstücke werden im Rahmen einer Nachkontrolle noch einmal intensiv untersucht.

Seit dem 25. Januar werden in den Befallszonen alle gefährdeten Bäume und Gehölze gefällt. Dabei wurden weitere befallene Bäume entdeckt.

Biologie und Entwicklung

Was ist der ALB?
ALB ist eine aus dem Englischen übernommene Abkürzung von „Asiatischer Laubholzbockkäfer“ (engl. Asian Longhorned Beetle).
Der Körper des Käfers ist schwarz mit rund zwanzig über den Körper verteilten hellen Flecken. Ohne Fühler misst er 2,5 bis 4 cm, wobei die weiblichen Tiere etwas länger werden. Die auf blauem Untergrund schwarz-weiß geringelten Fühler sind beim Männchen ca. 2,5 mal, beim Weibchen ca. 1,3 mal länger als der Körper.
   

Wie entwickelt sich der ALB und wie lange dauert das?
Die Entwicklung eines ALB erfolgt in den Schritten Ei - Larve - Puppe - Käfer. Das Weibchen legt im Sommer reiskorngroße Eier unter die Rinde von lebenden Laubbäumen. Wenn die Larven schlüpfen fressen sie zuerst unter der Rinde, danach bohren sie sich tief in das Holz ein. Nach einer mehrwöchigen Puppenruhe schlüpft der Käfer aus der Puppe. Um ins Freie zu gelangen, frisst der Käfer ein Ausbohrloch. Dieses Loch misst einen Durchmesser von etwa 1 cm und ist kreisrund. Unter unseren Witterungsbedingungen benötigt ein Käfer zwei Jahre für seine Entwicklung.

Wie lange lebt ein Käfer?
Nach dem Ausschlupf des Käfers lebt dieser einen Sommer bis zum Wintereinbruch.

Was frisst der Käfer?
Die Larve frisst erst Holz unter der Rinde und dann im Holzkörper. Der Käfer knabbert an Blättern und Rinde.

Wie viele Eier legt ein ALB-Weibchen?
Unter Laborbedingungen kann ein Weibchen 30 bis 200 Eier ablegen. Ob ein Weibchen auch im Freiland alle Eier legen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise davon wie lange sie nach einem Männchen suchen muss, oder wie die Witterungsbedingungen sind. Auch das Alter des Weibchens spielt eine Rolle.

Wie weit kann ein Käfer fliegen?
Theoretisch kann der Käfer fliegen, in der Realität zeigt er sich aber eher flugträge. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass sich der Käfer im Durchschnitt mit jeder Generation um mehrere hundert Meter ausbreiten kann. Der überwiegende Teil der Käfer bleibt aber an dem Baum oder benachbarten Bäumen, aus dem die Käfer ausgeschlüpft sind.

Kann der ALB gelagertes Holz befallen?
Nein, der Käfer legt seine Eier an lebende Bäume ab, da die jungen Larven lebendes Holz benötigen. Daher ist ein Befall von bereits geschnittenem Holz nicht möglich. Ist das Holz allerdings schon beim Fällen befallen, kann die Larve im Totholz überleben.

Wo kommt der ALB her?
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) ist ein aus Asien eingeschleppter Baumschädling. Erfahrungen aus anderen Befallsgebieten in der EU legen den Verdacht nahe, dass in China minderwertige Holzverpackungen teilweise aus mit dem ALB befallenen Holz hergestellt werden. Diese werden als „Einweg-Verpackung“ bspw. für Granit und andere Steinware aus China verwendet. Überleben die Larven die Verarbeitung zur Palette, können sie im Verpackungsholz nach Europa gelangen und die Käfer schlüpfen bei uns.

Befall durch den ALB erkennen

Woran ist der Befall am Baum erkennbar?
Schäden am Baum können auf unterschiedliche Weise entdeckt werden. An der Rinde sind Eiablagestellen und Ausbohrlöcher sichtbar, an den Blättern zeigt sich der Reifungsfraß.
Die Eiablagestelle ist schlitz- oder sichelförmig. In den darunter liegenden Astgabeln oder unter dem Baum findet man häufig Bohrspäne, die von der Larve ausgeworfen wird. Nach der Eiablage unter der Rinde des Baumes kann es zum Bluten des Baumes kommen. Dieser Ausfluss von Baumsaft wird im Hochsommer gerne von Hornissen und Wespen angeflogen und wird so für den Baumbesitzer erkennbar.
Um ins Freie zu gelangen frisst der Käfer ein kreisrundes Ausbohrloch. Dieses Loch hat einen Durchmesser von etwa 1 cm. Das Ausbohrloch liegt meist einige cm über der Eiablagestelle.
An Blättern und Blattstielen lassen sich Fraßstellen erkennen.

Ausbohrlöcher des ALB
Reifungsfraß am Blattstiel

Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Organismen?
Der Asiatische Laubholzbockkäfer kann mit heimischen Bockkäfern verwechselt werden. In Hildrizhausen wurde der ALB mit einer Genanalyse bestätigt und die Fachleute vor Ort können den ALB erkennen. Informationen zur Verwechslungsgefahr finden Sie im Flyer des Julius Kühn Instituts.

Welche Baumarten befällt der Käfer?
Der Käfer befällt ausschließlich Laubbäume. Dabei bevorzugt er Ahorn, Rosskastanie, Weide, Birke und Pappel. Eine Liste von Baumarten (85,2 KiB)oder Gattungen, in denen der ALB seine Entwicklung erfolgreich abschließen konnte, kann von der Webseite des Amtes für Landwirtschaft und Naturschutz heruntergeladen werden.

Wie muss bei einem Befall oder Befallsverdacht gehandelt werden?
Es besteht Meldepflicht beim amtlichen Pflanzenschutzdienst. Ansprechpartner ist das Amt für Landwirtschaft und Naturschutz in Böblingen. Die Kontaktadresse lautet: Parkstr. 16 in Böblingen (landwirtschaftsamt@lrabb.de, Tel.: 07031/ 663-2330)

Warum wird der ALB bekämpft?

Warum ist der Käfer so gefährlich?
Der Käfer bildet keine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Allerdings befällt er gesunde Bäume und besiedelt diese bis zum Zusammenbruch. Solange die Bäume eine Eiablage zulassen, legen die flugträgen Weibchen einen großen Teil ihrer Eier auf dem Baum ab, aus dem sie selber geschlüpft sind oder in dessen unmittelbarer Umgebung.
Die Larve des ALB lebt unter der Rinde und im Stamm. Dort verursacht sie sehr große Gänge. Durch die Verletzungen besiedeln Fäule verursachende Pilze die Äste und den Stamm. Wenn ein Baum über mehrere Jahre von Käfern besiedelt wird, werden Äste und Stamm durch die Fäule morsch und brechen. Ein Baum kann nach mehreren Jahren mit hunderten von Löchern durchbohrt sein. Solche Bäume können noch eine belaubte Krone haben und fallen daher nicht sofort auf.

Maßnahmen zur Ausrottung

Warum werden Bäume im Umkreis von 100 m um einen vom ALB befallenen Baum gefällt?
Erfahrungen bei bisherigen Ausrottungen des Asiatischen Laubholzbockkäfers in anderen Ländern haben gezeigt, dass bei ausschließlicher Fällung von Bäumen mit erkanntem Befall, regelmäßig befallene Bäume in der Nachbarschaft übersehen werden. Es werden somit Bäume gefällt, die durch ihre Nähe zu befallenen Bäumen als befallsverdächtig eingestuft wurden.
Diese Vorgehensweise basiert auf der Leitlinie zur Bekämpfung des ALBs des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig. Das JKI ist eine Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (www.jki.bund.de/).

Welche Maßnahmen umfasst das Monitoring?
Bei der Kontrolle wird erfahrenes Personal am Boden eingesetzt, das die Pflanzen kartiert und auf Befall mit ALB intensiv mehrmals im Jahr kontrolliert. Zusätzlich sind Baumkletterer im Einsatz, die zuvor intensiv geschult wurden. Außerdem kommen Spürhunde zum Einsatz die den ALB erschnüffeln können.

Wie wird der Käfer bekämpft und können Insektizide angewendet werden?
In Deutschland ist kein Pflanzenschutzmittel zur Anwendung gegen den ALB zugelassen, daher ist eine chemische Bekämpfung derzeit unmöglich. Die Larve lebt den überwiegenden Teil ihres Lebens im Holz und kann dort von Insektiziden nicht erreicht werden. Die einzig sichere Methode ist das Fällen befallener und befallsverdächtiger Bäume mit anschließender Verbrennung des Holzes.

Wie funktionieren Lockstofffallen (Pheromonfallen)?
Die Käfer kommunizieren, wie viele Insekten, mit chemischen Botenstoffen. Die in den Fallen verwendeten Lockstoffe locken die noch unverpaarten Weibchen an. Die Oberfläche der Prallfalle ist mit einer Antihaftsubstanz beschichtet. Die Käfer können sich nicht festhalten und fallen in das Fanggefäß. Die Fallen dienen lediglich der Überwachung der Käfer. Eine Ausrottung allein mit Lockstofffallen ist unmöglich.

Ist es auf der Welt schon gelungen, den ALB auszurotten?
Ja, bereits mehrfach ist es gelungen, diesen Käfer an eingeschleppten Orten wieder auszurotten, so bspw. in Toronto/Kanada, Braunau am Inn/Österreich, Chicago/ USA, Jersey City/USA und Almere/Niederlande. Erfolgreiche Ausrottungen haben in den meisten Fällen mit 10 bis 12 Jahren sehr lange gedauert.

Fragen zur Quarantänezone

Was ist eine Quarantänezone? Welche Auflagen gelten in der Quarantänezone?
Grundsätzlich werden zwei Zonen unterschieden, die Befallszone (100m) und die Pufferzone (2km). Das Ziel der Quarantäneauflagen ist es, eine weitere Verbreitung des Schädlings zu verhindern und seine Ausrottung im Befallsgebiet zu erreichen.In beiden Zonen sind die Eigentümer verpflichtet ihre Laubholzbäume regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. Ein Befall oder Befallsverdacht ist dem Landratsamt zu melden. Den Kontrolleuren ist Zugang zu den Bäumen zu gewähren. Wird an einem Baum Verdacht auf Befall oder Befall durch den ALB festgestellt, so ist der Baum zu fällen und das Holz des Baumes entsprechend der Anweisungen des amtlichen Pflanzenschutzdienstes zu vernichten. Die Entsorgung des Laubholzes oder des Baumschnittes erfolgt über die von der zuständigen Gemeinde veröffentlichten Entsorgungswege gemäß Allgemeinverfügung. Es dürfen keine spezifizierten Bäume der Liste 1 nachgepflanzt werden

Wie lange gelten die Auflagen in einer Quarantänezone?
Der Quarantänestatus besteht für mindestens vier Jahre. Werden in dieser Zeit weitere Befallsbäume festgestellt, verlängert sich die Quarantäne entsprechend. Es muss 4 Jahre Befallsfreiheit festgestellt werden um den Quarantänestatus aufheben zu können.

Wer legt die Quarantäneauflagen auf welcher Grundlage fest?
Nach Befallsfeststellung muss das betreffende Gebiet nach Vorgaben der EU und des Bundes unter Quarantäne gestellt werden und Ausrottungsmaßnahmen durchgeführt werden. Zuständig für die Anordnung und Umsetzung der Quarantäneauflagen im Quarantänegebiet ist das Amt für Landwirtschaft und Naturschutz Böblingen im Offenland und städtischem Grün. Für Waldflächen ist die Untere Forstbehörde des Landratsamtes zuständig.

Muss ich Kontrollen auf meinem Grundstück zulassen? Dürfen die Kontrolleure mein Grundstück auch in meiner Abwesenheit betreten?
Für den Pflanzenschutzdienst besteht Betretungsrecht. Der Zugang ist zu gewähren und sicherzustellen. Die Kontrollen werden in Anwesenheit des Eigentümers oder nach Absprache durchgeführt. Die Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes können sich mit einem Dienstausweis ausweisen. Die Namen der Kontrolleure sind in den betreffenden Polizeirevieren in der Quarantänezone hinterlegt.

Welche Bäume und Gehölze sind nicht gefährdet bzw. welche kann ich wieder neu als Ersatzpflanzung verwenden?
Eine Liste von Baum- und Gehölzarten, die in einem Befallsgebiet des ALB als Alternative gepflanzt werden können, können der Broschüre des Julius Kühn Instituts entnommen werden.

Unterlagen zur Bürgerinformationsveranstaltung am 29. August 2016 in Hildrizhausen