Streit um Christoph 41 in Leonberg geht weiter

Landrat Roland Bernhard: „Ich bedaure es und habe kein Verständnis dafür, dass unsere guten Argumente offenbar kein Gehör fanden“

Man werde – im Schulterschluss mit der Stadt Leonberg – nun keinesfalls aufgeben

„Christoph 41 ist ein zentrales Glied in der Kette der Notfallrettung und wird auch für das künftige Flugfeldklinikum eine Stütze sein“, so hatte Landrat Roland Bernhard im vergangenen Jahr immer wieder appelliert und sich an verschiedenen Stellen für den Erhalt des Standorts in Leonberg eingesetzt. Seit 1986 ist der Rettungshubschrauber „Christoph 41“ am Kreiskrankenhaus in Leonberg beheimatet und ist zu einem unersetzlichen Teil der Notfallrettung der Region geworden.

Das Land Baden-Württemberg hatte ein Strukturgutachten Luftrettung in Auftrag gegeben mit dem Ziel, die Rettungstransporthubschrauber-Standorte neu zu ordnen, um eine bessere Gebietsabdeckung zu erreichen. In dem Gutachten wird u.a. der Vorschlag gemacht, „Christoph 41“ in den Bereich von Tübingen zu verlegen, um bisher mangelhaft abgedeckte Gebiete auf der Schwäbischen Alb besser versorgen zu können. Nach vielen Schreiben, Treffen und Appellen wurde eine Online-Petition gestartet, die nun aber im zuständigen Ausschuss des Landtags keine Mehrheit fand.

„Ich bedaure es und habe kein Verständnis dafür, dass unsere guten Argumente offenbar kein Gehör fanden“, äußert sich Landrat Roland Bernhard aus seinem Urlaub heraus. Insbesondere, weil es ganz aktuell ein neues Projekt gibt in Bezug auf die Rettungsleitstelle und die Weitergabe notwendiger Informationen. „Seit Anfang April diesen Jahres läuft ein Projekt, bei dem es möglich wird, direkt aus den Leitstellen detaillierte Informationen in den Hubschrauber zu senden. So können Hilfsfristen verkürzt und Einsatzradius vergrößert werden.“ Entsprechend habe er sich auch bereits mit dem Oberbürgermeister der Stadt Leonberg, Martin Cohn, darauf verständigt, dass man jetzt nicht aufgeben werde.

Eine Vorhaltung ausreichender Luftrettungsmittel sei gerade in bevölkerungsreichen Landkreisen mit hohen Einsatzzahlen lebensrettend. „Es bedarf der Luftrettung, um bei schwierigen Verkehrsverhältnissen und Paralleleinsätzen der nächstgelegenen Rettungsmittel auch im Ballungsraum schnell Betroffenen zu helfen und sie in geeignete Kliniken zu bringen“, so Bernhard weiter. Der Landkreis Böblingen sei in der Region Stuttgart aufgrund der sich kreuzenden Autobahnen und dem überlasteten Bundesstraßennetz besonders betroffen und daher auf eine wirksame Luftrettung angewiesen.

Das Einsatzgebiet von „Christoph 41“ sei ohnehin kreisübergreifend. Schon jetzt deckt er einen Radius von 100 Kilometern ab und kann in 15 Flugminuten rd. 60 Kilometer zurücklegen. Der Standort in Leonberg ist seit 2013 kontinuierlich modernisiert und erweitert worden. Die Gebäude und Außenanlagen sind auf modernem Stand.

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