Umgang und Einschränkungen im öffentlichen Leben

Landrat strebt einheitlichen Umgang zu Einschränkungen im öffentlichen Leben an

Krankenhäuser auf steigende Fallzahlen vorbereitet

„Soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren“

„Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger soziale Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren und private Zusammenkünfte auf ein Minimum zu senken“, so der Landrat Roland Bernhard. „Wir müssen Zeit gewinnen, um uns bestmöglich vorzubereiten und mehr über die Eigenschaften des Virus zu erfahren, Risikogruppen zu identifizieren, Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen vorzubereiten, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen, wirksame Medikamente zu identifizieren und die Impfstoffentwicklung auszuloten.“ Es gehe nun darum, die Verbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verlangsamen.

„Mein großer Dank geht an die Städte und Gemeinden im Landkreis, die bereits zahlreiche einschneidende Maßnahmen getroffen haben, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, so der Landrat weiter. Dass Veranstaltungen bis auf weiteres abgesagt würden, sei bereits vielerorts beschlossen und werde Teil dieser Verständigung. Es gehe aber weiter darum bei Themen wie anderen öffentlichen Einrichtungen – etwa Bibliotheken oder Schwimmbädern – eine einheitliche Linie zu finden.

Deshalb treffen sich am Dienstag, 17. März, Landrat Roland Bernhard und Vertreter aller Städte und Gemeinden im Landkreis Böblingen, um ein einheitliches Vorgehen bei der Einschränkung des öffentlichen Lebens zu erreichen. Es sollen gemeinsame Regelungen bis zum Ende der Osterferien gefunden werden.

„Dazu zählt auch die bereits beschlossene Schließung des Landratsamtes für den Publikumsverkehr ohne Voranmeldung“, erläutert der Landrat. Dies geschehe um eine Verbreitung in der Bevölkerung zu verhindern und die Beschäftigten vor einer Ansteckung zu schützen, damit der Dienstbetrieb aufrechterhalten werden kann. Auch viele Rathäuser seien dieser Vorgehensweise bereits gefolgt.

Ziel der Maßnahmen sei es, Zeit zu gewinnen unter anderem, um genügend Kapazitäten für die Behandlung schwerer Krankheitsverläufe von COVID-19 vorzuhalten. „In unseren Krankenhäusern arbeiten bestens qualifizierte Fachkräfte. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Behandlung von schwer verlaufenden COVID-19-Patienten vorzubereiten.“ Daher laufen im Klinikverbund Südwest bereits seit längerem die Vorbereitungen auf eine Ausweitung der Corona-Pandemie. Seit Anfang März tagt dazu täglich ein zentraler Krisenstab, der für alle Krankenhäuser im Verbund Maßnahmen berät, festlegt und die Umsetzung koordiniert. Dieser steht auch im direkten Austausch mit dem im Landratsamt eingerichteten Krisenstab.

Der Klinikverbund Südwest hat für die Bewältigung eines Anstiegs an Corona-Patienten ein standortübergreifendes Stufenkonzept. In der ersten Stufe, die bereits aktiv ist, wurde für den Landkreis Böblingen am Krankenhaus Böblingen eine Station mit 10 Betten speziell für Corona-Patienten eingerichtet. In der zweiten Stufe werden an allen Standorten sogenannten Decision-Units eingerichtet, um mögliche infizierte Patienten abgetrennt vom restlichen Krankenhausbetrieb zu diagnostizieren und zu behandeln. Darüber hinaus wurde damit begonnen, an den Krankenhäusern Leonberg und Herrenberg zusätzliche Betten für die stationäre Versorgung von Corona-Patienten einzurichten. Über das Wochenende wurden in Leonberg weitere Kapazitäten mit 12 Betten und in Herrenberg mit 14 Betten eingerichtet. Die dritte Stufe sieht dann die zusätzliche Einrichtung von Betten für Corona-Patienten am Standort Sindelfingen vor. „Mit diesem Stufenkonzept wird gewährleistet, dass weiterhin auch die sonstigen Notfälle und dringend zu behandelnden Patienten mit anderen Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Verletzungen im Landkreis bestmöglich versorgt werden können. In der aktuellen Situation wird deutlich, wie wichtig und hilfreich unsere dezentrale, wohnortnahe Versorgungsstruktur im Verbund ist“, unterstreicht der Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Roland Bernhard.

Aktuell werden im Landkreis Böblingen 41 reguläre Intensivbetten vorgehalten, davon 33 mit Beatmungsmöglichkeiten. Hinzu kommen weitere Betten mit der Möglichkeit zur Überwachung der Vitalparameter, sogenannte Intermediate-Care-Betten. Ein Teil dieser Betten müssen aber auch weiterhin den nicht mit Corona infizierten Notfallpatienten zur Verfügung stehen. Das standortübergreifende Fachzentrum für Anästhesie und Intensivmedizin arbeitet daher aktuell an einem Konzept zur Erweiterung der Intensiv- und Beatmungskapazitäten. So können kurzfristig beispielsweise auch Aufwachräume oder andere Behandlungsräume umgenutzt werden.

Um die Fachkräfte aber auch die Patienten in den Kliniken zu schützen wurde bereits mit Wirkung ab Freitag ein Besuchsverbot an allen Standorten des Verbundes umgesetzt.

Um Behandlungskapazitäten freizusetzen und um Personal- sowie Materialressourcen wie Schutzausrüstung oder Desinfektionsmittel zu schonen, werden in einem weiteren Schritt seit Ende vergangener Woche alle nicht medizinisch dringlichen Eingriffe abgesagt. Um die Besucherfrequenz in den Häusern noch weiter zu verringern werden auch nicht zwingend notwendige Sprechstunden abgesagt. Betroffene Patienten mit bereits bestehenden Terminen werden jeweils direkt über die Fachabteilungen informiert.

Die bereits für die Krankenhäuser geltenden Einschränkungen für Besucher werden künftig ebenso in Pflegeheimen gelten. Aktuell gibt es im Kreis 31 mit dem neuartigen Corona-Virus infizierte Personen. Weitere Informationen gibt es unter www.lrabb.de.

(Erstellt am 17. März 2020)

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