Im KIZ Sindelfingen gibt es vorerst keine Vor-Ort-Termine

Landrat Roland Bernhard: „Angesichts der aktuell geringen Mengen an Impfstoff legen wir den Schwerpunkt auf die Alten- und Pflegeheime“

Die Landkreisverwaltung hat in einem enormen Kraftakt, in knapp einem Monat, das Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Messe in Sindelfingen eingerichtet. „Wir wären startklar gewesen, sogar auf den ursprünglich angedachten Termin am 15. Januar“, betont Landrat Roland Bernhard. Jedoch – der Start in den KIZen wurde in ganz Baden-Württemberg auf den 22. Januar verschoben, und der Impfstoff ist Mangelware. Deshalb wurde im Krisenstab des Landkreises Böblingen unter Landrat Roland Bernhard entschieden, das KIZ in Sindelfingen erst einmal nicht für Vor-Ort-Termine zu öffnen. Der Impfstoff wird vielmehr zum Großteil mit den mobilen Teams (MIT) des KIZ in die Alten- und Pflegeheime gefahren; zudem ist beabsichtigt, einen Anteil von 20% an den Klinikverbund zu geben, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Intensivstationen und den Covid-nahen Bereichen.

„Der Impfstoff ist aktuell knapp und was wir erleben, ist eine Mangelverteilung, die innerhalb des Landes so gut und gerecht wie möglich organisiert wird“, so der Landrat. „Der Landkreis Böblingen bekommt dabei aber aktuell so wenig Impfstoff, dass wir das KIZ selbst gerade einmal einen halben Tag pro Woche betreiben könnten und – wenn die Mengen so bleiben - mindestens drei Monate brauchen, bis wir alle unsere Alten- und Pflegeheime durchgeimpft haben“, begründet Bernhard seine Entscheidung. Man wolle aber eben dieses beschleunigen und mit den MITs des KIZ Sindelfingen und den MITs, die vom ZIZ in Stuttgart ebenfalls in den Landkreis Böblingen fahren, in enger Abstimmung alle insgesamt 42 Alten- und Pflegeheime bedienen.

Neben den 9 Zentralen Impfzentren (ZIZ) gibt es 50 KIZ im Land. Nach aktuellem Stand bekommt jedes KIZ gleich viele Impfdosen, aktuell sind das rd. 475 Dosen pro Woche bzw., wenn eine 6. Dose gezogen wird, ca.550. Diese müssten aufgeteilt werden auf die Mobilen Impfteams (MIT) eines jeden KIZ, die die Heime anfahren, und auf das KIZ selbst vor Ort. „Die Menschen in den Heimen verdienen unser besonderes Augenmerk, ihre besondere Vulnerabilität muss im Fokus stehen“, bekräftigt Landrat Bernhard. Man müsse unbedingt verhindern, dass das Gesundheitssystem kollabiere. Mit den wenigen Terminen, die bei einem so eingeschränkten Betrieb im KIZ nur möglich wären, erzeuge man mindestens ebenso viel Frust und Enttäuschung als mit einem verzögerten Start. Denn: „Zu unseren 42 Heimen haben wir rd. 25.000 Menschen über 80 im Landkreis Böblingen, dazu noch das medizinische Personal.“ Man könne mehr erreichen, so Bernhards Überzeugung, wenn der Personenkreis in den Heimen mit oberster Priorität behandelt werde. „Es war nicht absehbar, dass wir auch innerhalb der ersten Personengruppe schon priorisieren müssen.“

Noch ist nicht absehbar, wann weiterer Impfstoff zur Verfügung steht und wie dieser dann verteilt wird. „Natürlich hinterfragen wir unsere Entscheidung ständig und sind bereit, jederzeit auch mit Vor-Ort-Terminen zu öffnen“ versichert Bernhard. Aktuell ist es jedoch so, dass dort wo theoretisch 5.600 Impfungen pro Woche möglich wären (800 täglich an 7 Tagen die Woche), gerade einmal rd. 100 gemacht werden könnten. „Das sind nicht einmal 2% und es muss jedem klar sein, dass das auch nicht wirtschaftlich ist, den Betrieb unter diesen Umständen aufzunehmen. Sobald es zusätzlichen und ausreichend Impfstoff gibt, dass eine Öffnung des KIZ sinnvoll ist, tun wir das selbstverständlich und schalten die Termine frei.“

Eine positive Botschaft gibt es aber doch. Der Landkreis Böblingen liegt sehr günstig, was die Erreichbarkeit der ZIZen angeht. Sowohl die beiden ZIZen Stuttgart (im Robert-Bosch-Krankenhaus und in der Liederhalle) als auch das ZIZ in Tübingen sind gut erreichbar. Die zentralen Zentren werden besser mit Impfstoff versorgt. Bereits heute kann sich jeder bei einem ZIZ um einen Termin bemühen.

Landrat Bernhard räumt ein, dass diese nun getroffene Entscheidung eine Schwierige war und auch keine Populäre. Man öffne das KIZ, jedoch zunächst noch nicht für Termine vor Ort. „Ich werbe um Verständnis“, so Bernhard. „Die Menschen in den Heimen sind die, die dem Virus am schutzlosesten ausgeliefert sind; sie gilt es als Erstes zu impfen.“ Jedes Leben sei es wert, dass man es schütze.

Text zur Pressemeldung im PDF-Format (142,5 KiB)

(Erstellt am 13. Januar 2021)

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