Kinderbetreuung: Bilanz aus 20 Jahren Waldkindergärten

Kinder lernen früh, Verantwortung für die Natur zu übernehmen

Eine Einladung in den Waldkindergarten heißt, eine Geschichte über ein Erlebnis im Wald zu erzählen oder etwas Mitgebrachtes rund um Pflanzen und Tiere zu zeigen. Die Försterinnen und Förster im Landkreis Böblingen nehmen diese Einladungen und den Bildungsauftrag, der aus der Waldpädagogik entsteht, sehr gerne an und stehen für das Personal der Waldkindergärten als Ansprechpartner zur Verfügung. In den letzten Monaten wurden bestehende Waldkindergärten im Landkreis Böblingen erweitert und einige neu eingerichtet. In Rutesheim und Nufringen nehmen die Einrichtungen den Betrieb nach den Sommerferien auf, und auch in Gärtringen und Bondorf ist im Laufe des Jahres mit einem Betriebsstart zu rechnen. Bis Jahresende wird es nahezu in allen Kommunen im Landkreis Böblingen Waldkindergärten geben.

„Wir verstehen uns nicht nur als Genehmigungsbehörde der Waldkindergärten sondern als Dienstleiter“, betont Reinhold Kratzer, Leiter des Amts für Forsten. „Die Försterinnen und Förster unterstützen die Träger der Betreuungseinrichtungen regelmäßig bei der Planung bzw. im Betrieb der Waldkindergärten.“ Die Entwicklung zeige, dass für einen Waldkindergarten heute mehr benötigt wird als ein geeigneter Standort und ein kleiner Bauwagen. Je nach Konzept und Betreuungsangebot gilt es heute zusätzlich eine geeignete Fläche zu finden, die den Bau einer modern ausgestatteten Schutzhütte mit Büroarbeitsplatz, Toilette und teilweise auch Schlafplätzen für Kleinkinder ermöglicht. Wichtig ist, dass sich dieser Standort möglichst in der Nähe der regelmäßigen Aufenthaltsbereiche der Kinder im Wald befindet und die Schutzhütte bei Unwetterereignissen ihrer Funktion gerecht wird.

„Auch in Bezug auf die Flächenauswahl der Waldbereiche hat sich in den letzten Jahren einiges getan“, so Kratzer. Neben der Eignung des Geländes und des Baumbestandes rücken auch natur- und artenschutzfachliche Belange sowie Themen des Boden-und Grundwasserschutzes in den Blick. So versucht man Bereiche zu meiden, wo mit einem regelmäßigen Auftreten des Eichenprozessionsspinners zu rechnen ist. „Besonders wichtig ist auch das Thema Verkehrssicherheit“, so der Leiter des Forstamts weiter. „Die Eltern der Waldkindergartenkinder wissen natürlich, dass der Aufenthalt im Wald mit naturbedingt anderen Gegebenheiten verbunden ist. Dennoch ist es nötig, dass genehmigte Aufenthaltsbereiche regelmäßig in Bezug auf Baumstabilität und abgestorbene Äste überprüft werden“.

Die Forstverwaltung sieht in dieser Form der Kinderbetreuung eine große Chance. „Durch den täglichen Aufenthalt hat der Wald großen Einfluss auf die junge Generation“, sagt Reinhold Kratzer. „Die Kinder lernen den Wald mit all seinen Funktionen kennen. Er ist Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die sie beim täglichen Spielen entdecken können. Gleichzeitig erleben Sie auch, dass der Wald bewirtschaftet und damit von uns Menschen als Rohstofflieferant genutzt wird. Und sie erleben die Freizeit- und Erholungsfunktion, die der Wald hat.“ Damit würde der Grundstein gelegt für einen späteren gesunden Umgang mit dem Wald und seinen vielfältigen Funktionen im urbanen Raum. „Die Kinder im Waldkindergarten lernen, dass der Wald ein wichtiger Bestandteile unseres täglichen Lebens ist und wir Menschen Verantwortung für ihn tragen.“

Der erste staatlich anerkannte Waldkindergarten in Deutschland wurde 1993 eröffnet, um die
Jahrtausendwende entstanden die ersten Waldkindergärten im Landkreis Böblingen.
Die rapide technische Entwicklung unserer Zeit bringt viele Erleichterungen, führt aber auch dazu, dass sich der Mensch immer mehr von der Natur entfernt. Die Waldkindergärten leisten einen wichtigen Beitrag, dieser Entfremdung entgegen zu treten. Waldkindergärten stellen eine besondere Form der Waldpädagogik dar, die seit dem Jahr 1995 als Bildungsauftrag auch im Landeswaldgesetz zu finden ist.

Zugeordnete Tags

Kontakt

Benjamin Lutsch
Dez 3 Verkehr und Ordnung, AWB, Restmüllheizkraftwerk
Tel: 0 70 31 / 663 - 16 19
E-Mail: B.Lutsch@lrabb.de

Simone Hotz
Dez 4 Bauen und Umwelt, Regionalentwicklung
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 04,
E-Mail: S.Hotz@lrabb.de

Rebecca Kottmann
Dez 1 Steuerung und Service, Dez 2 Bildung und Soziales
Tel: 0 70 31 / 663 - 14 82
E-Mail: R.Kottmann@lrabb.de

Melitta Thies
Gleichstellung
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 22,
E-Mail: M.Thies@lrabb.de

Bild-Portal
für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.skyfish.com/p/lrabb

Bürgeranfragen
Bürgerreferent
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 29
E-Mail: buergerreferent@lrabb.de