Bunter Archeacker für eine größere Artenvielfalt

Landschaftserhaltungsverband fördert Landwirte, die langfristig bunte Ackerflächen schaffen

Im Rahmen eines Pressetermins bei Renningen wurden seltene Ackerwildkräuter auf einer 3 Hektar großen Ackerfläche ausgesät. Auf diesem sogenannten Archeacker sollen sich einst typische Heckengäupflanzen wieder heimisch fühlen, und die zugehörige Insekten- und Feldvogelwelt dazu. Der Landschaftserhaltungsverband des Landkreises Böblingen (LEV) fördert die Maßnahme und wirbt dafür, mehr solcher Ackerflächen zu schaffen.

„Ackerwildkrautschutz ist Insekten- und Vogelschutz pur! Genau für solche Projekte steht der LEV“, betont LEV-Geschäftsführer Ralf Wegerer. „Es ist schön, dass der Landkreis Böblingen hier in Zukunft noch mehr unterstützen möchte, damit solche Naturschutzprojekte realisiert werden können.“ Das Ackerwildkrautprojekt wurde im Rahmen eines NABU Dialogforums zum Thema Ackerwildkräuter angestoßen. „Wir freuen uns, dass Herr Kindler und der LEV das Thema aufgegriffen haben und nun einen Archeacker anlegen“, so Sabine Holmgeirsson, Mitglied im Sprechergremium des NABU Weil der Stadt.

Mit den besonderen bunten Äckern wird auch der für das Heckengäu typische Kalkscherbenboden geschützt und erhalten. Die Ackerwildkräuter werden auf dem Mühlberg, auf Flächen des Renninger Bio-Landwirts Martin Kindler ausgesät. Für fünf Jahre verpflichtet sich Kindler, die Kräuter, darunter das vom Aussterben bedrohte rundblättrige Hasenohr, durch eine spezielle extensive Bewirtschaftungsweise zu erhalten. Das kommt auch Insekten und Vögeln zu Gute. Das Korn wird in weiteren Saatreihenabständen gesät. Und nach der Ernte wird jeweils eine lange Stoppelbrache stehen bleiben. „Im Prinzip ist es eine Ackerbewirtschaftung wie vor 50 Jahren“, so Ralf Wegerer.

Die Samen für die insgesamt 18 verschiedenen, ausgesäten Wildkräuter stammen aus ähnlichen Schutzäckern im Enzkreis. Der dortige LEV betreut schon seit vielen Jahren ein solches Ackerwildkrautschutzprojekt. Landwirt Martin Kindler steht hinter dem Projekt. „Ich mache gern etwas für die Natur. Durch den finanziellen Ausgleich über die Landschaftspflegerichtlinie entsteht mir kein Verlust, auch wenn ich diese Äcker ab jetzt nur noch sehr extensiv bewirtschaften kann.“ Und wirbt für Nachahmer. Denn der LEV freut sich über weitere Landwirte, die bei dem Projekt mitmachen und auch solch bunte Ackerflächen schaffen möchten. Wer Interesse hat, kann sich an den LEV wenden, Mail an info@levbb.de.

(Erstellt am 01. Dezember 2019)

Zugeordnete Tags

Kontakt

Benjamin Lutsch
Dez 3 Verkehr und Ordnung, AWB, Restmüllheizkraftwerk
Tel: 0 70 31 / 663 - 16 19
E-Mail: B.Lutsch@lrabb.de

Simone Hotz
Dez 4 Bauen und Umwelt, Regionalentwicklung
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 04,
E-Mail: S.Hotz@lrabb.de

Rebecca Kottmann
Dez 1 Steuerung und Service, Dez 2 Bildung und Soziales
Tel: 0 70 31 / 663 - 14 82
E-Mail: R.Kottmann@lrabb.de

Melitta Thies
Gleichstellung
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 22,
E-Mail: M.Thies@lrabb.de

Bild-Portal
für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.skyfish.com/p/lrabb

Bürgeranfragen
Bürgerreferent
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 29
E-Mail: buergerreferent@lrabb.de