Insekten: Bestäuber brauchen ein Zuhause

Auch auf kleinstem Raum lassen sich sinnvolle Maßnahmen umsetzen

Am 22. Juli 2021 fand in Deckenpfronn eine Informationsveranstaltung zur insektenfreundlichen Privatgartengestaltung statt. Der Vortrag war Teil des Projekts „Insektenfreundliche Kommune“, das im letzten Jahr von den Gemeinden Bondorf, Deckenpfronn, Jettingen, Mötzingen und Weissach gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband Böblingen (LEV) initiiert und durch LEADER gefördert wurde. Etwa 25 Interessierte erfuhren, wie eigene Freiflächen als Zuhause für die immer seltener werdenden Bestäuber dienen können.

„Insektenfreundliche Gärten bieten nicht nur einen Mehrwert für Bestäuber und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt, auch wir Menschen profitieren von ihnen“, mahnte Moritz Mayer, Geschäftsführer des LEV. „Ob Wildblume oder wilde Ecke, die bunte Vielfalt an Tieren und Pflanzen ist von ungeheurem ökologischen Wert, dabei aber schön zu beobachten und außerdem pflegeleicht.“

Eine wichtige Botschaft für die Zuhörerinnen und Zuhörer: Die Größe des Gartens ist dabei nicht entscheidend. Auch auf kleinsten Flächen lassen sich mit wenig Aufwand sinnvolle Maßnahmen umsetzen. So können beispielsweise geeignet bepflanzte Töpfe auf kleinen Balkonen schon seltene Wildbienenarten und andere wichtige Bestäuber beherbergen. Wichtig ist nur, dass das verwendete Saatgut oder die Setzlinge gebietsheimisch sind und nicht so gezüchtet, dass die Blüten keine Pollen und Nektar mehr enthalten. Wer geeignete Verkaufsstellen sucht, kann sich auf der Website www.naturgarten.org informieren.

Neben der Pflanzenauswahl können auch Gartenelemente wie Mauern oder Wegbeläge aus regionalen Naturmaterialien wie Steine, Sand oder unbehandeltes Holz zu einem guten Zuhause für Schmetterling, Hummel und Co werden. Außerdem fliegen einige Bestäuber gern bereits vorbereitete Brutstätten in Form von Nisthilfen an. Eine zusätzliche Trinktankstelle für Insekten lässt sich schnell ergänzen: Hierfür werden Steine in eine flache Schale gelegt, Wasser hinein und schön können Insekten sicher an den Wasserrand gelangen. Wer doch mehr Quadratmeter zur Verfügung hat, kann im Garten eine „wilde Ecke“ stehen lassen.

Ungenutzte und damit auch seltener gemähte Wiesenflächen bieten den Tieren, genauso wie verbleibendes Totholz, die Möglichkeit, in Pflanzenstängeln oder gegrabenen Gängen zu überwintern.
Das massive Artensterben ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Besonders betroffen sind dabei die Insekten. Sie sind als Bestäuber, Zersetzer von Tier- und Pflanzenmaterial und als Nahrung für zahlreiche Vögel, Amphibien und Reptilien aber unersetzlich für Mensch und Natur. Die Lebensbedingungen dieser wertvollen Tiere müssen dabei nicht nur auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verbessert werden. Deshalb gibt es in den am Projekt teilnehmenden Kommunen Bondorf, Deckenpfronn, Jettingen und Weissach verschiedene Maßnahmen, die auch innerhalb der Wohnbebauung für mehr Artenvielfalt sorgen sollen. Dazu gehören beispielsweise die Anlage von Blühflächen auch innerorts oder von anderen Schulungen und Umweltbildungsmaßnahmen.

(Erstellt am 02. August 2021)

Kontakt

Landratsamt Böblingen
Pressestelle
Parkstraße 16
71034 Böblingen

Benjamin Lutsch
Dez 3 Verkehr und Ordnung, AWB, Restmüllheizkraftwerk
Tel: 0 70 31 / 663 - 16 19
E-Mail: b.lutsch@lrabb.de

Simone Hotz
Dez 4 Bauen und Umwelt, Regionalentwicklung
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 04
E-Mail: s.hotz@lrabb.de

Rebecca Kottmann
Dez 1 Steuerung und Service, Dez 2 Bildung und Soziales
Tel: 0 70 31 / 663 - 14 82
E-Mail: r.kottmann@lrabb.de

Johannes Gläser
Social Media
Tel: 07031 / 663 - 34 24
E-Mail: j.glaeser@lrabb.de

Bild-Portal
für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.skyfish.com/p/lrabb