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Rebhuhn-Schutzprojekt Oberes Gäu stieß auf großes Interesse

Ab sofort gibt es eine Informations-Homepage und Broschüren

Am 17. September trafen sich engagierte Landwirte, Jäger, Naturschützer, Vertreter der Kommunen und Privatpersonen zur Vernetzungsveranstaltung des Rebhuhn-Schutzprojekts im Oberen Gäu in der Zehntscheuer Bondorf. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) des Landkreises Böblingen.

Das Rebhuhn ist vom Aussterben bedroht, kommt jedoch im Oberen Gäu noch vor. Mit gezielten Maßnahmen, wie z.B. Blühflächen, kann man helfen. Darum läuft seit 2015 im Landkreis Böblingen das Rebhuhn-Schutzprojekt, koordiniert durch den LEV. Aktuell nehmen 16 Landwirte mit Maßnahmen auf rund 14 Hektar Fläche teil. Die Maßnahmen werden von den Tieren angenommen, das bestätigen Sichtungen der Landwirte und Jäger. „Diesen Charaktervogel unserer Kulturlandschaft vor dem Aussterben zu bewahren, kann nur gelingen, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, appellierte Ralf Wegerer, Geschäftsführer des LEV, an die Anwesenden. „Vom Erfolg des Projekts profitieren zudem auch andere Vogelarten und viele Insekten“.

Zur besseren Information der Öffentlichkeit über das Projekt wurden mit Förderung durch LEADER Heckengäu ein Flyer und eine Broschüre erstellt, die über den LEV und die teilnehmenden Kommunen Bondorf, Mötzingen, Jettingen und Gäufelden beziehbar sind. Auch die neue Internetseite www.rebhuhnoberesgaeu.de informiert über die Beteiligungsmöglichkeiten am Projekt sowie über die Fördermöglichkeiten, die sich daraus ergeben. Der LEV stellt zudem einen Leitfaden zur Verfügung, der aufzeigt, wie Kommunen mit Rebhuhn-Schutzmaßnahmen wertvolle Ökopunkte generieren können.

Dr. Sabine Geißler-Strobel von der Initiative Artenvielfalt Neckartal berichtete über das Rebhuhnschutzprojekt im Landkreis Tübingen und erklärte insbesondere, welche Maßnahmen auf das Obere Gäu übertragbar sind, bzw. wie die Rebhuhnreviere vernetzt werden können. Vor allem das konsequente Auf-den-Stock-Setzen von Hecken habe sich im Tübinger Projektgebiet nachweisbar positiv auf die Rebhühner ausgewirkt und tue auch den meisten boden- oder heckenbrütenden Vogelarten gut. „Es ist ein Glücksfall, dass die Rebhuhn-Projektgebiete in den zwei Kreisen aneinandergrenzen, dadurch hat die Rebhuhnpopulation eine größere Chance, sich zu stabilisieren,“ so Geißler-Strobel. Auch Landwirt Andreas Bruckner aus Bondorf, der sich von Anfang an am Rebhuhn-Schutzprojekt beteiligt, lobte den kreisübergreifenden Austausch. „Landwirte und auch andere Projektpartner können gegenseitig voneinander lernen“.

Damit die Schutzmaßnahmen stetig verbessert werden können, sind regelmäßige Zählungen und Verortungen der Rebhühner notwendig. Dazu ist ab 2020 im Oberen Gäu ein langjähriges Rebhuhn-Monitoring-Projekt geplant, an welchem alle interessierten Jäger, Landwirte, Naturschützer und Privatpersonen mitmachen können. Voraussichtlich wird es im März 2020 zwei Abendtermine à ca. drei Stunden geben. Es werden Strecken von ca. 2 km Länge abgelaufen, dabei wird ca. alle 100 m der Gesang eines Rebhahns abgespielt. Etwaige Rebhähne könnten darauf antworten und so auf einer Karte markiert werden. Bei dieser Zählung kann jeder mitmachen – das Material wird zur Verfügung gestellt und es gibt eine ausführliche Einweisung.

„Unerlässlich ist der rege Austausch zwischen allen Beteiligten“, unterstrich Wegerer abschließend. Wer das Rebhuhn-Schutzprojekt unterstützen, Flächen zur Verfügung stellen möchte oder sich für die Teilnahme am Monitoring interessiert, kann sich an den LEV wenden, E-Mail: info@levbb.de. Die genauen Termine für das Rebhuhn-Monitoring werden rechtzeitig über die Presse bekannt gegeben. Weitere Informationen finden sich auf der neuen Homepage www.rebhuhnoberesgaeu.de.

Das Rebhuhn-Schutzprojekt ist gefördert von LEADER Heckengäu. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der vier Gäu-Kommunen Bondorf, Mötzingen, Jettingen und Gäufelden, der Jägerschaft, den Landwirten sowie dem ehrenamtlichen Naturschutz. Koordiniert wird das Ganze vom Landschaftserhaltungsverband des Landkreises Böblingen (LEV).

(Erstellt am 06. November 2019)

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