Aufnahme von geflüchteten Menschen abstimmen

Kapazitäten des Landkreises laufen voraussichtlich bald voll

Landrat Roland Bernhard appelliert: „Die Kapazitäten laufen schnell voll, stimmen Sie vorher unbedingt ab, wenn Sie Menschen von den Grenzen holen wollen oder eine Aufnahme zusichern.“

Die Hilfsbereitschaft für die vom Krieg bedrohten Menschen in der Ukraine ist groß. Dabei werden nicht nur privat Verwandte und Bekannte aufgenommen. Vielfach werden mit dem PKW einzelne Personen im Grenzgebiet abgeholt oder gar privat Busse organisiert. Wo die abgeholten Kriegsflüchtlinge dann wohnen sollen, spielt dabei zunächst keine Rolle. „Das sind tolle Gesten“, so Landrat Roland Bernhard. „Allerdings müssen wir bei nicht abgestimmten Personenzuführungen davon ausgehen, dass eine private Unterbringung organisiert ist und diese auch längerfristig möglich ist. Die behördliche Aufnahme ist dann nicht sichergestellt!“

Auch Katharina Pfister, Leiterin des Amts für Migration und Flüchtlinge, bittet dringend darum, vorher mit der jeweiligen Stadt oder Gemeinde zu besprechen, wenn geflüchtete Menschen aus der Ukraine ankommen. „Wir erhalten viele Anrufe, aber wir können nur aufnehmen, wenn wir Platz haben“, mahnt Katharina Pfister, Leiterin des Amts für Migration und Flüchtlinge. „Deshalb ist es wirklich wichtig, sich vorab mit der jeweiligen Stadt oder Gemeinde bzw. der Landkreisverwaltung abzustimmen und zu klären, ob Aufnahmekapazitäten bereit stehen. Denn sonst droht den Menschen Obdachlosigkeit.“

Inzwischen melden nahezu alle Kommunen bereits Personen, die bei ihnen angekommen sind und Wohnraum benötigen. Soweit möglich, nehmen die Städte und Gemeinden die Menschen direkt auf. Dazu gibt es zahlreiche Wohnungsangebote aus dem privaten Raum. Parallel stockt der Landkreis seine Unterbringungsplätze auf. In der kommenden Woche ist mit ersten Schlüsselzuweisungen im Rahmen der bundesweiten Verteilung von Menschen unter den Bundesländern, und innerhalb Baden-Württembergs dann unter den Landkreisen zu rechnen. Laut Aussagen des Regierungspräsidiums hat bei der Aufnahme von Flüchtlingen zudem der private Wohnraum Vorrang vor der Unterbringung durch die öffentliche Hand.

„Wir wollen helfen und die Menschen versorgen“, betont der Landrat. „Wir gehen aber davon aus, dass unsere Plätze sehr schnell voll sein werden.“ Deshalb appelliere man, vorab zu klären, ob bzw. wo Menschen unterkommen können. Niemandem sei gedient, wenn Menschen dann hier stranden, und nicht sichergestellt ist, wo sie untergebracht werden können. Und oftmals sind auch private Aufnahmen nur vorübergehender Natur, dann muss eine andere Lösung gefunden werden. „Wer privat Personen aufnimmt, hilft nur dann, wenn diese Lösung auch für eine Größenordnung von drei Monaten oder mehr möglich ist“, mahnt Roland Bernhard. Man könne nicht garantieren, dass man kurzfristig Lösungen finde. Wer nur für die ersten Tage eine Bleibe bieten könne, der helfe langfristig nicht.

Hilfsbereitschaft kann sich auch in finanzieller Hilfe äußern. Der Landkreis, die Kommunen und die Kreissparkasse haben dazu ein zentrales Spendenkonto eingerichtet. „Spendenkonto Ukrainehilfen“, Kreissparkasse Böblingen, IBAN DE05 6035 0130 0001 1320 49). Infos auch auf der Homepage des Landkreises Böblingen, www.lrabb.de. Auf der Homepage des Landkreises finden sich zudem Infos rund um die Organisation ehrenamtlicher Hilfe, aus der am Donnerstag stattgefundenen Informationsveranstaltung.

(Erstellt am 09. März 2022)

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