Viel Wertschätzung für den Sulzbachsee

Rd. 550 Rückmeldungen im Rahmen der Online-Bürgerbeteiligung zur Aufwertung des Hochwasserrückhaltebeckens Sulzbach

Landrat Roland Bernhard: “Die tolle Teilnahme ist schon ein Erfolg!“

Von Mitte März bis Ende der vergangenen Woche lief die Bürgerbeteiligung zu den Ideen rund um eine freizeittouristische Aufwertung am Hochwasserrückhaltebecken Sulzbach auf der Online-Plattform des Landkreises Böblingen (www.mitmachen-kreisbb.de). Rd. 550 Beiträge wurden gezählt – eine tolle Beteiligung, wie man in der Kreisbehörde findet.

„Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die mitgemacht haben, und versichern, dass wir die Rückmeldungen ernst nehmen“, betont Landrat Roland Bernhard. „Ich weiß, dass hier viel Sorge besteht und ich versichere, dass es noch keinerlei konkrete Pläne gibt.“ Vielmehr habe man bewusst mit diesem Beteiligungsprozess die Überlegungen offenlegen und die Menschen zur Mitwirkung einladen wollen. „Die Beteiligung war ein Erfolg, schon weil sich so viele aktiv beteiligt haben“, so der Landrat.

Die Beteiligung war so gestaltet, dass man Antworten frei formulieren konnte. Zunächst ging es um die grundsätzliche Haltung dazu, den See aufzuwerten; in der zweiten Frage wurden dann drei Varianten aufgezählt – ein Erlebnis- und Aktionsweg, Biotop-Terrassen mit einer Steganlage und ein Aussichtserlebnis, beispielsweise in Form einer Hängebrücke. Anschließend konnten eigene Ideen entwickelt, Befürchtungen geäußert und generell Wünsche geäußert werden.

In Bezug auf die drei dargestellten Varianten fiel das Votum recht eindeutig aus: Beim Erlebnis- und Aktionswegs gab es rd. 40% Zuspruch, für die Biotop-Terrassen mit Steganlage lag der Zuspruch bei ca. 30%, ein klares ablehnendes Votum hingegen ergab sich zur möglichen Hängebrücke. Rd. die Hälfte gab an, über 50 Jahre alt zu sein, die meisten stammen aus den Kommunen Schönaich, Waldenbuch und Steinenbronn. Allerdings wäre es zu wenig, nur diese Zahlen zu beleuchten. „Die Beteiligung hat zwar ein polarisiertes Meinungsbild aufgezeigt, hat aber auch viele konstruktive Beiträge und Vorschläge gebracht“, betont der zuständige Umweltdezernent und stellvertretende Landrat Martin Wuttke. „Eine große Zahl äußert sich zwar komplett ablehnend zu jeglicher Veränderung, jedoch immer vor der Wertschätzung der Natur. Dem stehen auch viele Stimmen gegenüber, die sich seh differenziert äußern und Interesse zeigen, einzelne Bausteine im Einklang mit der Natur umzusetzen.“ Entsprechend werde man, als einen nächsten Schritt, nach einer detaillierteren Auswertung aller eingegangenen Rückmeldungen verschiedene Akteure an einen Tisch bitten und gemeinsam die möglichen nächsten Schritte besprechen.

Die aufgezeigten Varianten seien nur Beispiele gewesen, wie Martin Wuttke betont. Insbesondere die Idee eines Erlebnis- bzw. Aktionswegs wurde von vielen Teilnehmenden positiv bewertet. Allerdings sollte auch ein solcher mit möglichst wenig Eingriff in die Natur umgesetzt und insbesondere das vorhandene Wegenetz genutzt werden. „Viele Menschen haben sich befürwortend dazu geäußert, bei Besucherinnen und Besuchern den Blick für die Natur zu schärfen“, so Wuttke. Das müsse aber mit Augenmaß erfolgen, weil häufig Bedenken geäußert wurden was Verschmutzung und Mißbrauch der Natur angeht. Die Brücke wurde von den meisten Teilnehmenden direkt abgelehnt unter Hinweis auf den zu starken Eingriff in die Natur und hohe Baukosten, die nicht im Verhältnis zum Erlebnis stünden.

„Der Beteiligungsprozess hat vor allem gezeigt, dass das Interesse am Projekt groß ist. Das wollen wir aufgreifen“, so Wuttke. Man werde zu dem genannten Runden Tisch bitten und dabei beispielsweise auch auf die Schönaicherin Susanne Jelicic-Butera zugehen, die die Online-Petition für den „Erhalt des Sulzbachsees ohne jegliche bauliche Veränderungen“ initiiert hatte.

Auf der Beteiligungsplattform kann nach wie vor das Video zu den Überlegungen am Sulzbachbecken angesehen werden. Die Kommentarfunktion ist allerdings deaktiviert.
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde die grundsätzliche Eignung für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Erholungsnutzung untersucht. Die Themen Wald, Wasser, Klima und Naturschutz standen im Vordergrund. Deshalb waren Kernpunkte ein familienfreundlicher Spiel- und Aktionsweg rund um den See, ein besonderes Aussichtserlebnis auf den See und die Zugänglichkeit zum Wasser an geeigneten Uferbereichen.

Text als Pressemeldung im PDF-Format (121,7 KiB)

(Erstellt am 19. April 2021)

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