Von klein auf beim Insektenschutz spielerisch aktiv

Umweltbildung im Rahmen des LEADER-Projekts „Insektenfreundliche Kommune“

Wie war das noch mit Bienen und Blüten? Schon die Kleinsten sollen für die Artenvielfalt begeistert und zum Mitmachen motiviert werden. Im Rahmen des von LEADER Heckengäu geförderten Projekts „Insektenfreundliche Kommune“ gab es Umweltbildungsstunden im Kindergarten Hochwiesenstraße in Bondorf.

Gemeinsam mit Streuobstpädagogin Beate Holderied wurde spielerisch ein Bezug zum Thema „Insekten und Blütenpflanzen“ geschaffen. So konnten sich die Kinder beispielsweise selbst als Wildbiene fühlen und sich Neste anlegen. Sie sollten so einen Einblick in die Lebensweisen einiger Wildbienenarten gewinnen und verstehen, warum diese so abhängig sind von Blumenwiesen als Nahrungs- und Nistplatz. Ein weiterer Schwerpunkt war der Zusammenhang zwischen zahlreichen Obst- und Gemüsesorten wie Äpfeln, Tomaten und Gurken und heimischen Bestäubern.

„Beim Insektenschutz braucht es die Unterstützung der ganzen Gesellschaft“, sagt Barbara Truckses, Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbands (LEV), der das Projekt im Landkreis Böblingen koordiniert. „Als Entscheidungsträger von Morgen spielen gerade Kinder eine besondere Rolle beim Schutz der Biodiversität.“

Die Umweltbildung in Kindergärten ist Teil des Projekts „Insektenfreundliche Kommune“. Interessierte Einrichtungen konnten mehrjähriges, regionales Wildblumensaatgut bekommen, um in oder bei den Kindergärten nachhaltiger Blühflächen anzulegen. In den am Projekt beteiligten Kommunen Bondorf, Deckenpfronn, Jettingen, Mötzingen und Weissach wurden auch andernort schon zahlreich solche Flächen angelegt, Nisthilfen aufgestellt, oder Wildblumensaatgut bei Informationsveranstaltungen verteilt. All diese Maßnahmen sollen dem drastischen Rückgang unserer heimischen Insektenwelt entgegen wirken. Das Projekt soll im nächsten Jahr über die LEADER Gemeinden hinaus landkreisweit ausgebaut werden. Weitere Informationen gibt es beim LEV Böblingen unter info@levbb.de sowie unter https://www.levbb.de/insektenfreundliche-kommune.

80% der Vegetation sind für ihre Fortpflanzung auf die Dienste von Bienen, Schmetterlingen & Co angewiesen. Ohne diese Bestäuber gäbe es bei uns kaum Obst oder Gemüse. Viele Wildbienen sind Nahrungsspezialisten, die sich im Gegensatz zur Honigbiene nur von ausgewählten Pflanzen ernähren.

Eine Fläche mit Wildpflanzensaatgut braucht Zeit, sich zu entwickeln. Bis sich ein ansprechender Blütenbestand entwickelt, kann es einige Jahre dauern. Die Fläche wird nur circa einmal im Jahr gemäht und nicht gedüngt. Auch stehengelassene Pflanzenstängel bieten Überwinterungsquartiere. Was also manchmal nach unzureichender Pflege aussieht, ist in Wahrheit Futterquelle und Lebensraum für zahlreiche Insektenarten. Viele Blühmischungen enthalten nicht-heimische Arten und bieten keine Nahrung für unsere spezialisierten Insekten.

In den fünf LEADER-Kommunen Bondorf, Deckenpfronn, Jettingen, Mötzingen und Weissach sind bisher insgesamt rd. 1,5 Hektar Blühflächen angelegt worden. Die Organisation und Koordination erfolgt über den LEV.

(Erstellt am 09. November 2020)

Zugeordnete Tags

Kontakt

Benjamin Lutsch
Dez 3 Verkehr und Ordnung, AWB, Restmüllheizkraftwerk
Tel: 0 70 31 / 663 - 16 19
E-Mail: b.lutsch@lrabb.de

Simone Hotz
Dez 4 Bauen und Umwelt, Regionalentwicklung
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 04,
E-Mail: s.hotz@lrabb.de

Rebecca Kottmann
Dez 1 Steuerung und Service, Dez 2 Bildung und Soziales
Tel: 0 70 31 / 663 - 14 82
E-Mail: r.kottmann@lrabb.de

Melitta Thies
Gleichstellung
Tel: 0 70 31 / 663 - 12 22,
E-Mail: m.thies@lrabb.de

Bild-Portal
für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.skyfish.com/p/lrabb

Bürgeranfragen
Bürgerreferentin
Tel: 0 70 31 / 663 - 1219 
E-Mail: buergerreferent@lrabb.de