AWB eröffnet Müllfriedhof auf der Sindelfinger Deponie

Pädagogisches Angebot für Schulen zum Umgang mit Abfällen

Von Trauer keine Spur gab es am Dienstag (26.10.) bei den Schülern der Klasse 3b aus der Böblinger Paul-Lechler-Grundschule, obwohl die 21 Mädchen und Jungen mit ihren Lehrerinnen den „Müllfriedhof“ des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landkreis Böblingen (AWB) besuchten.

Der Müllfriedhof an der ehemaligen Kreismülldeponie in Sindelfingen ist das neuste pädagogische Angebot des AWB und richtet sich vornehmlich an Grundschulen im Kreis Böblingen. Bereits auf dem Waldweg von der Bushaltestelle hinauf zur Deponie hat Denis Reichle, Pädagoge beim AWB, fünf lehrreiche Stationen erstellt, welche kindgerecht über das Thema Müll informieren. „Kinder wachsen heutzutage in einer viel komplexeren Umgebung auf als frühere Generationen. Das gilt auch für die unterschiedlichsten Verpackungsmaterialien und für viele andere Stoffe, die im Müll landen. Der richtige Umgang mit dieser Vielzahl an Materialien will gelernt sein und fördert das Umweltbewusstsein.“

Beim Müllfriedhof angekommen durften die Kinder mit Handschuhen und Schäufelchen ausgerüstet in der Erde buddeln, um Abfallprodukte aus verschiedenen Materialien zu vergraben. Dazu wurden zuvor eifrig Fotos von Karton und Zeitung, Milch- und Einkaufstüte sowie Joghurtbecher und Spraydose gemacht und in Müll-Tagebüchern dokumentiert. Auch eine Schätzung, wie lange es dauert bis von den vergrabenen Gegenständen nichts mehr da ist, haben die Drittklässler darin notiert.

Die Tagebücher verbleiben am Müllfriedhof, um der Nachwelt – also zukünftigen Schulklassen – ein Bild zu hinterlassen, ob und inwieweit der Abfall sich seit dem Vergraben zersetzt hat.

Damit die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zersetzungsprozesse deutlich werden, gilt auch auf dem Müllfriedhof strikte Mülltrennung. So wie man es bei sich zu Hause von den verschiedenfarbigen Tonnen kennt oder von den Wertstoffhöfen in den Städten und Gemeinden. Jedes „Grab“ steht für eine Abfall-Fraktion: Restmüll, Plastik, Wertstoff, Papier und Biomüll. Dabei wurde nicht nur Müll vergraben, sondern auch alter Müll exhumiert. Während von einem Apfel nach gut einem Monat nichts mehr übrig war, war eine Windel immer noch vollständig in der Erde vorhanden. So erfuhren die Kinder spielerisch, dass die Erde organischen Abfall schneller und einfacher absorbiert als anorganischen Abfall aus künstlichen Inhaltsstoffen.

Martin Wuttke, Erster Werkleiter des AWB, freut sich über den neuen außerschulischen Lernort: „Als AWB ist vor allem die Müllabfuhr und -entsorgung unsere Aufgabe. Aber im Sinne der Nachhaltigkeit legen wir auch großen Wert auf Müllvermeidung. Deshalb möchten wir Kindern beibringen, dass Abfälle in die richtige Tonne gehören. Sie gehören jedoch nicht in die falsche Tonne oder gar in die Natur. Je jünger, desto leichter ist es ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was der Umwelt schadet. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.“

Zum Schluss wollte Denis Reichle von der Klasse wissen, was sie an diesem Tag gelernt haben. Ein Schüler zog in seinen Worten das Fazit: „Wenn jeder Mensch seinen Müll auf den Boden wirft, wird die Erde irgendwann krank.“

Zusatzinformation:
Bei Interesse an pädagogischer Unterstützung bei der Bearbeitung der Themen „Abfallvermeidung und Abfalltrennung“ im Unterricht und bei ähnlichen Umweltprojekten können sich Kindergärten oder Grundschulen direkt an Herrn Denis Reichle wenden, Tel. 07031 663 3437 oder per Mail d.reichle@lrabb.de. Auch ein Lernkoffer kann bei ihm gebucht werden. Weitere Informationen unter www.awb-bb.de/paedagogik

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Wolf-Hirth-Straße 33
71034 Böblingen

Tel: 07031 663-1550
Fax: 07031 663-91550
E-Mail: awb@lrabb.de

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Mo - Fr 08.30 - 12.00 Uhr
Mo - Mi 13.30 - 15.30 Uhr
Do 13.30 - 18.00 Uhr

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