Vergärungsanlage: Chance für neue Technologie nutzen

Aufsichtsrat der Bioabfallverwertung GmbH Leonberg gibt grünes Licht für Planungskonzept der neuen Vergärungsanlage am Standort Leonberg

Die Landkreise Böblingen und Esslingen kooperieren bei der Behandlung ihrer Bioabfälle und haben dazu letzten Sommer die Bioabfallverwertung GmbH Leonberg (BVL) gegründet. Im September brannte dann die bestehende Vergärungsanlage auf der ehemaligen Kreismülldeponie in Leonberg ab, die eigentlich erweitert werden sollte.

Der Aufsichtsrat der BVL hat nun das Planungskonzept für den Neubau einer Vergärungsanlage am selben Standort beschlossen. Für die beiden Landräte Roland Bernhard, Böblingen, und Heinz Eininger, Esslingen, ist das eine wichtiger Schritt. „Ich freue mich, dass uns der Aufsichtsrat heute grünes Licht für die vorgestellte Konzeption zum Neubau der Vergärungsanlage in Leonberg gegeben hat. Unsere interkommunale Zusammenarbeit wird dadurch noch enger und stärker“, zeigte sich Roland Bernhard als Vorsitzender des Aufsichtsrates sichtlich zufrieden. Sein Kollege und Stellvertreter im Aufsichtsrat Heinz Eininger pflichtete ihm bei: „Mit der Konzeption wollen wir die technologische und ökologische Chance für eine Neugestaltung der Bioabfallbehandlung nutzen“.

Die neue Anlage soll die Bioabfälle aus beiden Landkreisen vergären und aus dem entstehenden Gas Energie erzeugen. Dabei sollen jährlich 60.000 Tonnen organischen Materials verwertet werden.

Zur Erinnerung: Nach dem verheerenden Brand der Vergärungsanlage Leonberg im September des vergangene Jahres fasste der Aufsichtsrat noch im Herbst den Beschluss, die Vergärungsanlage auf der ehemaligen Erddeponie Autobahn/Rennstrecke auf Leonberger Gemarkung neu zu errichten, um die Kooperation bei der gemeinsamen Bioabfallbehandlung in einer GmbH fortzuführen. „Die aktuelle Corona-Krise ändert nichts daran, den getroffenen Grundsatzbeschluss umzusetzen und die Investition in eine Anlage mit modernster Vergärungstechnik wie geplant auf den Weg zu bringen“, so der Böblinger Landrat.

Der beauftragte Generalplaner, das Büro AWIPLAN-PPD GmbH aus Filderstadt, erläuterte dem Aufsichtsrat die Konzeption auf Basis einer thermophilen Feststoffvergärung. Diese Technik ist bewährt und anerkannt, innovative Ansätze ergeben sich in erster Linie bei der künftigen Biogasverwertung, für die Ulrich Hommel vom Büro AWIPLAN drei verschiedene Varianten vorstellte. So könne man wie bisher das Biogas in den vorhandenen Blockheizkraftwerken verstromen, eine Biogasaufbereitung zu Biomethan und Einspeisung ins Erdgasnetz oder das Biogas an einem externen Standort direkt nutzen. In einer offenen Ausschreibung sollen Verfahren mit stehenden oder liegenden Fermentern, den eigentlichen Gärreaktoren, ausgeschrieben werden. In guten Gesprächen sei man mit der Stadt Leonberg hinsichtlich der künftigen Behandlung der flüssigen Gärreste in der dortigen Kläranlage.

Dazu Oberbürgermeister Martin Cohn: „Das bei der Biomüllverwertung anfallende Abwasser kann unserer Kläranlage im Mittleren Glemstal zugeführt werden. Wir werden dies bei der Planung der anstehenden Sanierung der Kläranlage entsprechend berücksichtigen. Die Stadt Leonberg hat bereits in der Vergangenheit Projekte des Abfallwirtschaftsbetriebes Böblingen unterstützt, sowohl den Bau der abgebrannten Biomüllvergärungsanlage, als auch beispielsweise die Deponieabdichtung mit Deponiegasverwertung in Warmbronn. Auch der Neuerrichtung einer modernen Verwertungsanlage für Bioabfälle am bisherigen Standort stehen wir positiv gegenüber. Der Standort ist hierfür sehr gut geeignet“.

Die Inbetriebnahme der Vergärungsanlage ist in der zweiten Jahreshälfte 2023 vorgesehen. Im ersten Schritt wird bis August die Brandruine abgetragen. „Vorgezogen werden soll der Bau eines neuen Verwaltungs- und Betriebsgebäudes, damit kommen wir dem Bau der Gesamtanlage weniger in die Quere“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Bagin. „Mit dem vorgelegten Konzept und der verfahrensoffenen Ausschreibung wollen wir sicherstellen, Schwächen bei der bisherigen Verfahrenstechnik zu vermeiden“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

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