Sprachbarrieren überwinden – Koordinierungsstelle geht an den Start

Heute (11. Oktober) ist der Startschuss für die landkreisweite Koordinierungsstelle Sprachvermittlerpool gefallen. Die Auftaktveranstaltung fand bei der Hoffnungsträger Stiftung in Leonberg statt. Initiator und Ideengeber ist das Landratsamt Böblingen, das das Konzept für eine landkreisweite Koordinierungsstelle für Sprachvermittelnde ausgeschrieben hat. Den Zuschlag hat die Hoffnungsträger Stiftung erhalten, die ab heute ihre Arbeit aufnimmt.

Der Begriff Sprachvermittelnde wurde gewählt, um deutlich aufzuzeigen, dass es sich nicht um einen „vereidigten“ Dolmetscher- oder Übersetzungsdienst handelt. Vielmehr um einen Dienst, der sprachliche und kulturelle Kenntnisse zusammenführt und sich ganz gezielt auf die Bedarfe der Auftraggeber ausrichtet.
„Mit der Koordinierungsstelle wird sichergestellt, dass für alle Stellen im Landkreis Böblingen, die Bedarf haben, ein Sprachvermittlerpool zur Verfügung steht“, erläutert der Sozialdezernent Alfred Schmid. Die Auftrag gebenden Stellen wenden sich mit ihren „Sprachvermittlerbedarfen“ an die Koordinierungsstelle der Hoffnungsträger Stiftung und zahlen einen entsprechenden Betrag für vermittelte und geleistete Sprachvermittlerdienste. Kosten für die Sprachvermittlung sind 22,50 € pro Stunde plus Fahrkosten, die vom Auftraggeber übernommen werden. Die Konditionen sind einheitlich. Auch für Sprachvermittelnde und solche, die es werden wollen, werden durch klare Rahmenbedingungen und Schulungen Unterstützungsangebote definiert. „Die Koordinierungsstelle führt Schulungen für die Sprachvermittelnden durch, um einen Qualitätsstandard sicherzustellen“, führt Alfred Schmid weiter aus.

Die Qualifizierung erfolgt mit einem klaren und strukturierten Schulungsmodell, das alle nötigen Facetten der Qualifizierung umfasst: die Klärung der Rolle der Sprachvermittelnden, die Einführung in interkulturelle Kompetenz, der Umgang mit Vorurteilen, der Selbstschutz und die Emotionale Verarbeitung während und nach den Einsätzen. Erfolgte Einsätze werden evaluiert und eine Qualitätskontrolle wird eingeführt.
Das Landratsamt unterstützt das Projekt dabei nicht nur finanziell, sondern auch mit den eigenen, bereits aufgebauten Pools von Sprachvermittelnden. Darin stehen bereits 30 Personen zur Verfügung. Diese reichen allerdings nicht aus, um den landkreisweiten großen und vielfältigen Bedarf zu decken. Die Hoffnungsträgerstiftung wird deshalb selbst weitere Sprachvermittelnde für die Koordinierungsstelle suchen.
Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Farsi, Französisch, Kroatisch, Kurdisch, Kurmanci, Sorani, Paschtu, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch, Thailändisch und Türkisch sind die Sprachen, die gebucht werden können. Bei Bedarf, können weitere Sprachen in das Angebotsrepertoire aufgenommen werden.

„Wir freuen uns auf ein neues Angebot im Landkreis, das mit Vertraulichkeit, Respekt, Integrität und Qualität die Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Kulturen und Sprachen erleichtern wird“, fasst Alfred Schmid zusammen. Die Laufzeit für die Koordinierungsstelle beträgt zunächst ein Jahr und wird bei erfolgreicher Evaluierung für ein weiteres Jahr verlängert. Interessenten können sich gerne bei Sabine Hoene von der Koordinierungsstelle der Hoffnungsträger Stiftung unter 07152/56983-14; shoene@hoffnungstraeger.de melden oder bei der Integrationsbeauftragten des Landkreises Carolina Monfort Montero unter 07031/663-2208, c.monfort-montero@lrabb.de.
Auf der Homepage https://hoffnungstraeger.de kann das Anfrageformular für Übersetzungen heruntergeladen werden.

Hintergrund für das Angebot der Koordinierungsstelle Sprachvermittlerpool ist, dass im Landkreis Böblingen aktuell ca. 120.000 Menschen mit Migrationshintergrund leben. In den vergangenen zwei Jahren wurden zusätzlich rund 5.000 Geflüchtete in den Landkreis aufgenommen. Um in einer neuen Heimat Fuß zu fassen, ist es unablässig, die Sprache zu lernen. Direkt nach der Ankunft sind die Sprachkenntnisse jedoch meist noch nicht gegeben. Wichtige Behördengänge oder Arztbesuche müssen aber von Beginn an getätigt werden. Hier wird mithilfe der Koordinierungsstelle Sprachvermittlerpool die Sprachbarriere überwunden, um Missverständnisse und Unverständnis auf beiden Seiten zu vermeiden.

(Erstellt am 11. Oktober 2018)

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