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Das Rebhuhn-Schutzprojekt geht ins dritte Jahr

Die Maßnahmen werden angenommen

Seit 2016 läuft im Landkreis Böblingen das Rebhuhn-Schutzprojekt, ins Leben gerufen von engagierten Landwirten, Naturschützern und Jägern sowie den Kommunen Jettingen, Bondorf, Mötzingen und Gäufelden, und koordiniert durch den Landschaftserhaltungsverband (LEV) des Landkreises Böblingen.

Die Maßnahmen werden von den Tieren angenommen – das bestätigen Sichtungen der Landwirte und Jäger. Und, wenn es nach den Projektverantwortlichen geht, es sollen gerne noch weitere Landwirte dazu kommen.
 
„Das Rebhuhn-Schutzprojekt ist beispielhaft, weil es so viele Akteure miteinander vernetzt, über kommunale Grenzen hinweg verläuft und darüber hinaus auch eine starke Bürgerbeteiligung erfährt“, hob der stellvertretende Böblinger Landrat Martin Wuttke im Rahmen eines Pressetermins hervor. Ähnliche Projekte gibt es auch in den Landkreisen Calw und Tübingen sowie im Enzkreis. „Insoweit besteht die Kooperation auch über Landkreisgrenzen hinweg, weil die Landschaftserhaltungs-verbände miteinander in Kontakt stehen.“
 
Nach einer Bestandserfassung im Frühjahr 2016 wurden 2017 auf insgesamt 7 Hektar Flächen in den vier beteiligten Kommunen die ersten Maßnahmen umgesetzt, um die Lebensbedingungen der Offenlandarten zu verbessern und neue Lebensräume zu schaffen. So wurden Altgrasstreifen oder Blühflächen angelegt, die dem Rebhuhn, aber auch anderen davon profitierenden Arten, als Brut- und Aufzuchthabitat und zum Schutz vor Feinden dienen.
 
Aktuell sind die Maßnahmenplanungen für 2018 in vollem Gange, insbesondere jetzt die Aussaat der Blühstreifen. „Es ist sehr erfreulich, dass neben den vielen bereits beteiligten Akteuren weitere, neue Landwirte für das Projekt gewonnen werden konnten“, freute sich Martin Wuttke. Dadurch ist die Maßnahmenfläche auf über 8 Hektar angewachsen. Dennoch sei es weiterhin wichtig, noch mehr Landwirte für das Projekt zu gewinnen, so Wuttke.
 
Auf den neu angelegten Flächen finden viele Tiere Rückzugsmöglichkeiten und Nahrungsquelle. Durch eine Vielzahl an Blütenpflanzen werden neben Rebhuhn, Feldhase und Co. auch verschiedene Insektenarten gefördert. Insbesondere nach der Getreideernte und im Winter sind diese Blühflächen von Bedeutung, weil die Tiere dort ausreichend Samen von Kräutern und Gräsern sowie Pflanzenteile vorfinden. Außerdem bieten die geschaffenen Lebensräume auch in den Herbst- und Wintermonaten Deckungsmöglichkeiten in der offenen Feldflur. Diese benötigt das Rebhuhn insbesondere während der Brutzeit bzw. zur Aufzucht der Jungtiere.
 
„Die Anlage der Blühstreifen ist eine äußerst bedeutsame Maßnahme für das selten gewordene Rebhuhn, aber auch für die anderen Tiere und Kleinlebewesen, die davon profitieren“, fasste Wuttke zusammen und dankte an der Stelle auch dem Landesjagdverband, der das das Projekt finanziell durch einen Beitrag an den Saatgutkosten unterstützt. Wer das Rebhuhn-Schutzprojekt ebenfalls unterstützen und Flächen zur Verfügung stellen möchte, kann sich an den LEV wenden, E-Mail: info@levbb.de.