Sie befinden sich: Aktuelles · Presse

Erste Mobilitätskonferenz im Landratsamt Böblingen am 09. Mai 2018

Erstellung eines gemeinsamen Mobilitätskonzepts für den Landkreis Böblingen

Landrat: Es gilt gemeinsam ein umfassendes Mobilitätskonzept zu schaffen, um die große Herausforderung einer neuen Mobilität zu meistern.

Wir alle wollen und müssen mobil sein. Vor dem Hintergrund von steigenden Schadstoffemissionen, verstopften Städten und einer zunehmenden Lärmbelästigung muss das Ziel sein, Mobilität umweltverträglich, klimaverträglich, sozial bezahlbar und wirtschaftlich effizient zu machen.

Dafür entwickelt das Landratsamt mit Unterstützung von B.A.U.M. Consult GmbH ein gemeinsames Mobilitätskonzept für den gesamten Landkreis Böblingen. Den Auftakt bildete die 1. Mobilitätskonferenz im Landratsamt Böblingen am 09. Mai 2018. Dazu kamen über 50 Mitarbeiter aus dem Landratsamt, Vertreter aus dem Kreistag, von Städten und Gemeinden sowie Regional-, Mobilitäts- und Interessenverbände zusammen, um ihre Vorstellungen abzugleichen und konkrete Ideen zu entwickeln.

„Sowohl der Landkreis als auch Sie alle leisten bereits heute durch Ihre unterschiedlichsten Aktivitäten einen außerordentlichen Beitrag für eine nachhaltige Mobilität des Landkreises. Nun gilt es, diese Aktivitäten zu bündeln und gemeinsam ein umfassendes Mobilitätskonzept zu schaffen, um die große Herausforderung einer neuen Mobilität zu meistern“, hob Landrat Roland Bernhard in seiner Begrüßung die Bedeutung der Mobilitätskonferenz hervor. In der Auftaktveranstaltung erstellten die Arbeitsgruppen „individuell unterwegs“, „gemeinsam unterwegs“ und „gar nicht unterwegs“ ihre Vision einer Mobilität im Jahr 2030. In den Bildern des Jahres 2030 kommen weiterhin Autos vor, aber teils selbstfahrend, teils eingebunden in große Mobilitätsverbunde. Es kommen auch neue Formen des Arbeitens vor, bei denen man keine großen Wege mehr zurücklegen muss. Und Lieferroboter bringen die Einkäufe bis vor die Haustür. Im Anschluss wurden Maßnahmen und Projekte skizziert, wie man dieser Vision in den nächsten Jahren näher kommt.

In den kommenden Wochen werden die Berater zusammen mit den Expertinnen und Experten im Landkreis Potenziale für die vorgeschlagenen Wege zu weniger Verkehr bei verbesserter Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen analysieren und deren positive Auswirkungen auf die Energie- und Treibhausgas-Bilanz darstellen. Dann werden mittels eines Kriterienkatalogs konkrete Ziele definiert sowie die vorgeschlagenen Aktivitäten bewertet und priorisiert. Hierbei sollen insbesondere die CO2-Reduktion, die schnelle Umsetzbarkeit und die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden. Entsprechend seiner Vorbildwirkung als Mobilitätslandkreis will Böblingen auch Vorreiter bei der Nutzung innovativer Technologien und Konzepte sein. Im letzten Schritt sollen dann die entsprechenden Gremien einen Maßnahmenplan beschließen und die Umsetzung mit entsprechenden Arbeitsstrukturen und Finanzmitteln ausstatten.
 
Die Digitalisierung ist ein wichtiger Treiber und gleichzeitig ein Ermöglicher für die vernetzte Mobilität und soll wesentlicher Bestandteil des neuen Mobilitätskonzepts werden. So kann die Digitalisierung mit Echtzeitinformationen den Fahrgästen das Leben erleichtern. Durch die Entwicklung von vernetzten Mobilitätsketten (Fußweg, Radweg oder Car-Sharing) werden kurze oder mittlere Strecken seltener mit dem Auto zurückgelegt. Wer mit einem leistungsfähigen Breitbandanschluss von zuhause arbeiten kann, verstopft nicht die Straßen, und wenn man seine im Internet gekauften regionalen Produkte mit kleinen Elektrofahrzeugen nach Haus geliefert bekommt, muss man nicht zum Supermarkt fahren. So jedenfalls sieh ein Teil der Mobilitätswelt aus, die in der 1. Mobilitätskonferenz für das Jahr 2030 skizziert wurde.

Mobilität spielt in der Region Stuttgart und im Landkreis Böblingen eine zentrale Rolle. Der Landkreis Böblingen ist einer der am stärksten verkehrlich belasteten Landkreise in Baden-Württemberg. Der KfZ-Bestand beträgt 795 KfZ pro 1.000 Einwohner, wohingegen der Landesschnitt lediglich bei 692 KfZ pro 1.000 Einwohner liegt. Die A8 und die A81 auf der Landkreis Gemarkung sind die am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte in Baden-Württemberg. Das höhere Verkehrsbedürfnis führt auch zu einer stärkeren Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Durch die S-Bahnen S1, S6, S60, die Ammertalbahn und die Schönbuchbahn steht der Landkreis Böblingen gut da. Zu einer weiteren Steigerung der Attraktivität soll es mit der Vereinfachung der Tarifstruktur kommen.
 
„Diese Zahlen machen deutlich, dass der Verkehr zu einer großen Belastung für die Menschen, die Umwelt und die Infrastruktur im Landkreis führt. Mit dem Mobilitätskonzept und der geplanten Reihe von Mobilitätskonferenzen wollen wir gemeinsam nachhaltige Lösungsansätze entwickeln“, so Roland Bernhard.