Ab sofort gibt es im Landkreis Böblingen den BB-Pfandbecher

Landrat Bernhard: „Wichtiger Schritt für nachhaltigen Konsum und Plastikvermeidung“

Pfandbecher im Landkreisdesign

Der Landkreis Böblingen sagt der zunehmenden Flut an Einwegbechern den Kampf an: Gemeinsam mit der Firma ReCup GmbH hat der Abfallwirtschaftsbetrieb eine Landkreisedition des Kunststoffbechers des Münchener Unternehmens entwickelt und folgt damit dem Beispiel vieler Kommunen. Stolz präsentierten Landrat Roland Bernhard und der Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Wolfgang Bagin den BB-Pfandbecher erstmals am 07. Februar im Kaufmännischen Schulzentrum der Öffentlichkeit.

„Nach wie vor leben wir in Deutschland in einer Wegwerfgesellschaft, nachhaltiger Konsum, Plastikvermeidung und mehr Recycling sind zur Zeit in aller Munde“, erklärt Landrat Roland Bernhard, „für den Landkreis und seinen Abfallwirtschaftsbetrieb hat Abfallvermeidung schon immer oberste Priorität. Daher freue ich mich besonders, unseren Bürgerinnen und Bürgern eine umweltfreundliche Mehrwegalternative zum Einwegbecher für den Kaffee zum Mitnehmen anbieten zu können.“

Die Landkreisedition des BB-Pfandbechers schmücken die Silhouetten markanter Gebäude im Landkreis Böblingen wie das Sindelfinger Rathaus, die Herrenberger Stiftskirche oder der Schönbuchturm. Schafe und Bäume symbolisieren die heimischen Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Der Schriftzug „Hallo Kreis Böblingen“ soll den Landkreis als neues Mitglied im Pfandsystem von ReCup begrüßen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat zum Start 21.000 Becher für die Betriebe, die sich dem System anschließen, in der Landkreisedition produzieren lassen und die Kosten für das Layout und den Druck übernommen.

„Im Landkreis Böblingen werden pro Jahr circa 13 Millionen Becher weggeworfen“, erläutert Werkleiter Wolfgang Bagin. Mit über 28.000 Tonnen tragen im Jahr 2017 allein Becher und Tassen für Heißgetränke zum sofortigen Verzehr zum Abfallaufkommen in Deutschland bei (Quelle: GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (2018): Abfallaufkommen durch Einweggeschirr und andere Verpackungen für den Sofortverzehr; Studie im Auftrag des NABU, Mainz). „Unser Ziel muss daher sein, den hohen Verbrauch an Einwegbechern zu reduzieren und der Verschmutzung von Straßen und Landschaft durch die Plastik- und Pappbecher Einhalt zu gebieten.“ Gleichzeitig lassen sich damit auch wertvolle Ressourcen und CO<sub>2</sub>-Emissionen bei der Produktion sparen.

Um den BB-Pfandbecher bei den teilnehmenden Betrieben auszuleihen, bezahlt der Kunde 1,- Euro Pfand, den Kaffee erhält er dann im Vergleich zum Einwegbecher günstiger. Ein weiterer Vorteil des etablierten Systems: Der Kunde ist bei diesem Pfandsystem nicht an den Ausgabestandort gebunden. So kann man vor einer Reise guten Gewissens bei seinem Bäcker im Landkreis einen Coffee-to-go im BB-Pfandbecher kaufen und deutschlandweit am Zielort bei Vertragspartnern von ReCup wieder abgeben. „Den BB-Pfandbecher findet man auf diese Weise durchaus auch mal in einem Münchener Café oder auf der Insel Sylt, er ist damit ganz nebenbei ein pfiffiger Werbeträger für unseren schönen Landkreis“, ist der Landrat überzeugt.

„Mit bereits 33 Standorten haben wir dank der großen Unterstützung der Bäckerinnung im Landkreis Böblingen eine gute Ausgangslage für den Einstieg in das Pfandsystem geschaffen“, freut sich Werkleiter Wolfgang Bagin und dankte Eberhard Binder, Obermeister der Bäckerinnung Böblingen, für sein großes Engagement, möglichst viele Kollegen für den Pfandbecher zu gewinnen. „Es dürfen aber gerne noch mehr sein“, wirbt der Landrat bei der Kick Off-Veranstaltung im Kaufmännischen Schulzentrum für das Mehrwegsystem bei Bäckereien und Verkaufsstellen. Vor allem größere Betriebe mit mehreren Filialen im Landkreis, aber auch in benachbarten Landkreisen, würden das System flächendeckend verbreiten und damit effizient machen. Sein Appell richtet sich aber auch an die Bürgerinnen und Bürger im Kreis: „Machen Sie mit, hinterfragen Sie Ihre Gewohnheiten, stärken Sie den Mehrweggedanken – für Ressourcenschonung und gegen Plastikvermüllung“.

Mit dabei sind bisher die Bäckereibetriebe Binder, Frech, Freitag, Raisch, Treiber und Wanner, das Café Holanka Bar der Firma Femos gGmbH in Sindelfingen, drei Kantinen des Klinikverbundes Südwest und die Kantine der Stadt Böblingen. Auch die Kantine des Landratsamtes Böblingen wird sich dem System anschließen.

Zum Start der Pfandbecher gibt es eine besondere Aktion: In ausgewählten Filialen bekommen die ersten zehn Kunden des BB-Pfandbechers ihren Kaffee umsonst. An der Gutscheinaktion beteiligen sich alle Standorte der Bäckereien Binder, Wanner, Freitag und das Café Holanka Bar in Sindelfingen.

Das Münchner Start-Up-Unternehmen ReCup finanziert sich nicht über den Becherverkauf, sondern über eine kostenneutrale Systemnutzungsgebühr von 1,- EUR pro Tag je Standort. Die Becher werden von den Betrieben bei ReCup zum Stückpreis von 1,- EUR abgerufen, können aber wieder an ReCup zurückgegeben werden. So bleibt der Becher Eigentum von ReCup. Die Becher gibt es in drei verschiedenen Größen. Hergestellt und recycelt werden die ReCup-Becher im Allgäu. Sie sind BPA-frei, stapelbar, bruchsicher und sehr leicht. Mindestens 500mal kann der Becher gespült werden – ein einziger Mehrwegbecher kann also 500 Einwegbecher ersetzen. Bereits 2.000 ReCup-Partner beteiligen sich deutschlandweit am Pfandsystem.

Alle Standorte im Landkreis Böblingen und Informationen zur Anmeldung für interessierte Betriebe finden Sie unter www.awb-bb.de/pfandbecher.

(Erstellt am 07. Februar 2019)

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