Landkreis Böblingen steuert in Richtung Gigabitgesellschaft

Erste Leerrohrtrassen sorgen für den Aufbau eines Höchstgeschwindigkeitsnetzes

Bild eines Glasfaserkabels

Im Rahmen eines regionsweiten Projekts der Landkreise Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Göppingen, Rems-Murr-Kreis, der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart wurde in den vergangenen Monaten eine Strategie für den Breitbandausbau erarbeitet. Die Ergebnisse liegen mittlerweile vor und wurden den Bürgermeistern und Kreisräten präsentiert.

„Erfreulich ist, dass wir im Kreis bereits eine gute Versorgung haben“, kommentiert der Landrat Bernhard die Studie. Es gäbe nur wenige unterversorgte Gebiete mit einer Internetgeschwindigkeit von weniger als 30 Mbit/s. Jedoch wird die Versorgung derzeit über kupferbasierte Technologien hergestellt, die auf Dauer nicht zukunftsfähig sein werden. Maximal 200 Mbit/s im Download können durch diese Technologien erzielt werden.

Der Landkreis Böblingen hat sich das Ziel gesetzt, den Breitbandausbau voranzutreiben und jedes Unternehmen, jede öffentliche Einrichtung und jeden Privathaushalt an das Glasfasernetz anzuschließen, um die Basis für die digitale Zukunft zu schaffen. „Eine flächendeckende Glasfaser-Versorgung bis zu jedem Gebäude ist Grundvoraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität im Kreis“, so der Landrat.

Um dieses Ziel zu erreichen, schreiten Kreis und Kommunen bereits parallel voran. Mehr als zwei Drittel der Städte und Gemeinden im Kreis haben bereits Angebote für die innerörtliche Masterplanung erhalten und größtenteils beauftragt. Diese Planung liefert die Grundlage und den Überblick über die inhaltliche, zeitliche und finanzielle Umsetzung des Glasfaserausbaus in den Kommunen. Zudem nutzen Kreis und Kommunen Synergieeffekte durch die Verlegung oder Mitverlegung von Breitbandleerrohren bei Straßenbaumaßnahmen. Seit 2016 hat der Landkreis rund 7,2 Kilometer Leerrohrtrassen verlegen lassen. In den kommenden Jahren stehen weitere Baumaßnahmen an, bei denen Leerrohrverbände für ein Glasfaserrückgrat in die Erde gebracht werden. „Dadurch leisten wir schon jetzt einen Beitrag dazu, die Lücken des überörtlichen Glasfasernetzes zu schließen“, freut sich der Landrat. Auch in den Kommunen schreiten die Ausbaumaßnahmen durch die Verlegung von Breitband-Leerrohren voran.

Um den Bau von Doppelinfrastrukturen zu vermeiden, sollen nun Kooperationsmöglichkeiten mit Infrastrukturunternehmen diskutiert werden. Der Landrat ergänzt: „Wir wollen, dass die ausgebaute Glasfaser-Infrastruktur allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei bis zum Endkunden zur Verfügung steht“. Die Kooperationsmöglichkeiten sollen in einer „Allianz für den Breitbandausbau – Pakt für Digitalisierung“ fixiert werden. Diesem Vorgehen hatte der Kreistag in seiner letzten Sitzung zugestimmt. Als Partner der Allianz sollen neben den Städten und Gemeinden die Interessensverbände der Wirtschaft, die IHK und die Kreishandwerkerschaft eingebunden werden. Auch mit der Region Stuttgart wird der Landkreis Böblingen weiterhin eng zusammenarbeiten.