Temeswar ist Europäische Kulturhauptstadt 2021 – eine Stadt im Aufbruch

Rückblick: Böblinger Kreistagsdelegation besuchte den Partnerkreis Temesch in Rumänien

Der Böblinger Landrat Roland Bernhard besuchte im Spätherbst mit einer Kreistags­delegation den Partnerlandkreis Temesch in Rumänien. Sein rumänischer Kollege Io­nel Calin Dobra, Präsident des Kreisrates Temesch, hatte dazu eingeladen, um sich über die perspektivische Entwicklung der Kreispartnerschaft auszutauschen.

Präsident des Kreisrates Temesch Ionel Calin Dobra (links) mit Ingeborg Soller-Britsch, Fördervereinsvor¬sitzende und Landrat Roland Bernhard, Böblingen.
Präsident des Kreisrates Temesch Ionel Calin Dobra (links) mit Ingeborg Soller-Britsch, Fördervereinsvor­sitzende und Landrat Roland Bernhard, Böblingen.

„Wir ha­ben einen Strauß von Zukunftsthemen erörtert und uns für einen Ausbau der partner­schaftlichen Beziehungen ausgesprochen“, betont Landrat Bernhard. Für ihn war es die zweite Reise in den Partnerkreis, zu dem er viele Gemeinsamkeiten sieht. Als zweitstärkste Wirtschaftsregion Rumäniens setzt der Kreis Temesch auf den Ausbau von touristischen Zielen und investiert in seine Infrastruktur. An historischer Bausub­stanz und renommierten Kulturstätten hat Temeswar als Europäische Kulturhaupt­stadt 2021 einiges zu bieten. Die vorbereitenden Arbeiten für das Aktionsjahr sind das derzeit wichtigste Projekt des Kreises Temesch, der Träger verschiedener Kultur­einrichtungen ist.

Die Böblinger Delegation beim Besuch der Schule in Lugosch zur Anbahnung des künftigen Schüleraustauschs.
Die Böblinger Delegation beim Besuch der Schule in Lugosch zur Anbahnung des künftigen Schüleraus­tauschs.

Der Kreis Temesch könne sich ein 3-Regionen-Partnerschaftsprogramm „Böblingen – Temeswar – Kaunas“ im Rahmen der Kulturhauptstadt-Initiative gut vorstellen, heißt es aus dem Landratsamt. Diese Botschaft habe die Böblinger Delegation mitgenom­men. Als Schwerpunkte seien die Bereiche Jugend, Kultur, Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Gesundheitswesen benannt worden. 2022 folgt Kaunas als Euro­päische Kulturhauptstadt, das eröffne Kooperationsmöglichkeiten. Zur Region Kau­nas in Litauen unterhält der Kreis Böblingen ebenfalls eine Kreispartnerschaft.

Aktuell vorrangiges Ziel des Fördervereins „Kreispartnerschaft Böblingen – Temesch“ mit seiner Vorsitzenden Ingeborg Soller-Britsch ist die Etablierung eines Schüleraustauschs. Vor diesem Hintergrund besuchte die Delegation eine traditionsreiche Schule in der 40.000-Ein­wohner-Stadt Lugosch, das nationale Kolleg „Coriolan Brediceanu“, benannt nach einem gro­ßen Sohn der Stadt. Die 180 Jahre alte Schule hat ca. 750 Schülerinnen und Schüler, pro Jahr­gangsstufe wird eine Klasse in deutscher Sprache unterrichtet. Der Direktor der Schule und die Deutschlehrerin hätten sich sehr aufgeschlossen gezeigt, einen Schüleraustausch ab der 9. Klasse mit einer Partnerschule im Kreis Böblingen durchzuführen, so der Eindruck der Böblinger Delegation. Das Schönbuchgymnasium und die Otto-Rommel-Realschule in Holzgerlingen seien daran interessiert.

Impressionen aus Temeswar
Impressionen aus Temeswar
Impressionen aus Temeswar

Ein zusätzliches Handlungsfeld im Bereich Bildung könnte zukünftig der Wissenstransfer im Be­reich Berufsausbildung nach dualem System sein. Ein Wunsch, den das deutsch-rumänische Wirtschaftsforum geäußert hatte. „Mit unseren gut aufgestellten beruflichen Schulen können wir Kooperationen auf den Weg bringen“, so der Landrat.

Einen weiteren Programmschwerpunkt bildete der Besuch des Heimes für Menschen mit neu­ropsychiatrischen Störungen in der Gemeinde Sinersig. Diese soziale Einrichtung, die mit einer von Landrat Bernhard überbrachten Spende von 1.000 Euro unterstützt wird, ist in Trägerschaft des Kreises Temesch. Er unterhält insgesamt neun Heime für Erwachsene. Über 40 Prozent der Kreisausgaben werden für soziale Angelegenheiten aufgewendet. Die Tendenz gehe in Richtung dezentraler, kleinerer Einheiten als offene Zentren, um eine bessere Teilhabe der Be­wohner am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Landrat Bernhard regte den Kontakt mit Trägern der freien Wohlfahrtspflege aus dem Kreis Böblingen an.
Dass an dieser Partnerschaftsreise Vertreterinnen und Vertreter aller Kreistagsfraktionen sowie die Vorsitzende des Fördervereins teilgenommen haben, unterstreiche die Bedeutung, die der Partnerschaft mit dem Kreis Temesch als Beitrag zum Zusammenhalt in Europa beigemessen werde, so der Landrat.

Hintergrund:
Seit dem Jahr 2000 gibt es die Kreispartnerschaft Böblingen – Temesch. Es war die erste deutsch-rumänische Kreispartnerschaft. Der Kreis Temesch liegt im Banat, im Westen Rumäni­ens. Viele Banater Schwaben leben im Kreis Böblingen, zum Haus der Donauschwaben in Sin­delfingen bestehen Kontakte. Um die Kreispartnerschaft im humanitären, sozialen und kulturel­len Bereich mit Leben zu erfüllen, wurde ein Förderverein gegründet. Vorsitzende ist Ingeborg Soller-Britsch aus Holzgerlingen.

Presseinformationen zum Download:

Foto 1:
Präsident des Kreisrates Temesch Ionel Calin Dobra (links) mit Ingeborg Soller-Britsch, Fördervereinsvor­sitzende und Landrat Roland Bernhard, Böblingen.
Foto 2:
Die Böblinger Delegation beim Besuch der Schule in Lugosch zur Anbahnung des künftigen Schüleraus­tauschs.
Auf dem Bild: Landrat Roland Bernhard, die Kreistagsmitglieder Dr. Gabriele Moritz-Rahn, Brigitte Ost­meyer, Dr. Tobias Brenner, Wilhelm Bührer, Rosemarie Späth, Annegret Stötzer-Rapp sowie Ingeborg Soller-Britsch, Fördervereinsvorsitzende und die Beauftragten für die Kreispartnerschaft Agneta Kardos (Temesch) und Melitta Thies (Böblingen) mit dem Direktor der Schule in Lugosch, Prof. Dr. Ioan Aurelian Sima (Bildmitte).
Foto 3 und 4:
Impressionen aus Temeswar