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Erdsonden zur Nutzung der Erdwärme

Zulässigkeit und Antragsunterlagen

Die Zulässigkeit zum Bau und Betrieb von Erdwärmesondenanlagen ist im Einzelfall zu prüfen, da auch andere öffentlichen Interessen wie der vorsorgende Grundwasserschutz und eine einwandfreie Trinkwasserversorgung bei der Abwägung zu berücksichtigen ist. Auch in Baden-Württemberg werden zunehmend Anlagen zur Nutzung von Erdwärme realisiert.

Weit verbreitet ist die Erschließung von Erdwärme mittels Erdwärmesonden. Diese Technologie macht die über ein Wärmeträgermedium gewonnene geothermische Energie mittels einer Wärmepumpe zur Gebäudebeheizung (Niedertemperaturheizung) verfügbar. Umgekehrt sind Wärmepumpe und Erdwärmesonden auch mit hoher Effizienz zur Klimatisierung von  Gebäuden einsetzbar, wobei ein Überschuss an Raumwärme in den Untergrund abgegeben wird.

Die wesentlichen Rechtsgrundlagen für die Errichtung und den Betrieb von Erdwärmesondenanlagen bilden das Wasserhaushaltsgesetz und das Wassergesetz für Baden-Württemberg. In Abhängigkeit von der Gestaltung und Ausführung einer Anlage gelten neben dem Wasserrecht auch bergrechtliche Vorschriften, die sich insbesondere aus dem Bundesberggesetz ergeben. Nach § 37 Wassergesetz für Baden-Württemberg (WG) und § 49 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ist jede Erdsondenbohrung anzuzeigen. Die Anzeige ist in zweifacher Ausführung mit folgenden Angaben und Unterlagen an das  Landratsamt Böblingen – Wasserwirtschaft, Parkstraße 16, 71034 Böblingen zu senden.

Beantragung einer wasserrechtlichen Erlaubnis

zum Betrieb einer Wärmepumpe mit Sondentechnik auf dem Grundstück (Straße, Hausnummer, Flurstücksnummer, Gemeinde)

1. Allgemeine Angaben

  • Lage der Bohrung (Hoch- und Rechtswert) - Sondenabstand i.d.R. 10 Meter
  • Bohransatzhöhe (m.ü.NN) und Bohrtiefe (m) ab Bohransatz
  • Anzahl der Bohrungen und Bohrdurchmesser
  • Spülmitteleinsatz
  • Angaben zum Hinterfüllmaterial
  • Ausbau/Ausstattung der Bohrungen
  • Kurzangabe des erwarteten Bohrprofils (geologische Schichten)
  • Auszug aus ISONG 

2. Erläuterung der Betriebsweise der Wärmepumpe

mit Auskunft über die Kontrolleinrichtungen, den Umfang und die Dokumentation der Eigenkontrolle

3. Angaben zum Wärmeträgermedium

  • Sicherheitsdatenblatt
  • Wassergefährdungsklasse
  • Mengenangaben

4. Lagepläne

  • Übersichtsplan (Maßstab 1:25 000)
  • amtlicher Lageplan (Maßstab 1:500)

5. Zertifizierungsnachweis des beauftragen Bohrunternehmens

(DVGW W 120-2, Gütesiegel für Erdwärmensonden-Bohrfirmen oder vergleichbare)

6. Versicherungsnachweise

Versicherungsnachweise

7. Bohrgenehmigung

Bei Bohrtiefen ab 100 m ist zusätzlich zu der wasserrechtlichen Erlaubnis zum Bau und Betrieb der Anlage die Bohrgenehmigung beim Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 9, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Albertstraße 5, 79104 Freiburg i.Br., zu beantragen.

Genehmigungsfähigkeit im Landkreis Böblingen

Zum Schutz des Grundwassers ist in einigen Gebieten des Landkreises der Bau von Erdwärmesondenanlagen nicht zulässig. In manchen Gebieten sind aufgrund der geologischen Verhältnisse und zum Schutz des Grundwassers zusätzliche Anforderungen an Erdsonden zu stellen. Ob unter zusätzlichen Auflagen eine Erdsonde dennoch gebaut werden kann, wird vom Landratsamt Böblingen, Amt für Wasserwirtschaft als Genehmigungsbehörde nach gründlicher Prüfung der Antragsunterlagen entschieden.

Der Bau und Betrieb von Erdsondenanlagen ist in folgenden Gemeinden/Gebieten (1,218 MiB) im Landkreis Böblingen zulässig: