Eichenprozessionsspinner

Aktuelle Informationen aus dem Jahr 2012

2. Mai 2012: Aktueller Hinweis der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg: "Die Raupen sind im 1. bzw. 2. Larvenstadium. Nach Austrieb aller Eichen kann behandelt werden." [Mehr] (1,512 MiB)

30. März 2012: Aktueller Hinweis der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg: "Die Raupen sind geschlüpft und befinden sich im 1. Larvenstadium, für eine Behandlung ist es aber noch zu früh" [Mehr] (1,14 MiB)

Informationen aus dem Jahr 2011

12. August 2011: Der Eichenprozessionsspinner birgt nicht nur Gesundheitsgefahren für den Menschen, sondern kann örtlich auch die Vitalität von Waldbeständen schwächen. Informationen zu den Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (www.fva-bw.de) enthält ein Artikel aus der Zeitschrift FVA-Einblick, den Sie [hier] (368,8 KiB) herunterladen können.

21. Juli 2011: Aktueller Hinweis Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (www.fva-bw.de): "Der Falterflug hat begonnen." [Mehr] (5,646 MiB)

28. April 2011: Die Situation im Landkreis Böblingen fasst ein Beitrag des Gäuboten zusammen.  [Mehr] (432,3 KiB).

19. April 2011: Auf Basis der guten Erfahrungen u. a. aus dem Landkreis Böblingen hat die Stadt Stuttgart dieses Jahr eine Befliegung im Fasanengarten durchgeführt. Einen Beitrag der Stuttgarter Nachrichten finden sie [hier] (812,6 KiB).

29. März 2011: Ein Schreiben des Amtes für Forsten an die Städte und Gemeinden im Landkreis Böblingen zur aktuellen Situation und Vorgehensweise im Jahr 2011 finden sie [hier] (103,5 KiB).

Vorkommen

Die Eichenprozessionsspinner kommen ausschließlich an Eichen vor, bevorzugt an besonnten Waldrändern, in lichten Eichenwäldern und an Einzelbäumen. Die Population des wärmeliebenden Falters hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Mittlerweile sind die Eichenprozessionsspinner in fast allen Eichenwäldern im Landkreis Böblingen zu finden.

Video Prozession der Raupen (5,27 MiB) (5,4 MB)

Eiche        Nest der Raupen        Eichenprozessionsspinner

Biologie

Die unscheinbaren Falter legen ihre Eier im oberen Kronenbereich ab. Je nach Witterung schlüpfen die Raupen mit dem Austrieb der Eichen zwischen April und Mai. Insgesamt gibt es 5 Larvenstadien. Ab dem 3. Larvenstadium (ab Mai/Juni) wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung weitergetragen werden. Ab Juni verpuppen sich die Raupen in Gespinsten, bevor der Schmetterling im August schlüpft.

Lebenszyklus des Eichenprozessionsspinners im Überblick (170,8 KiB) 

Gesundheitliche Gefährdung

Die Brennhaare lösen eine allergische Reaktion aus, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge mit Juckreiz und Brennen. Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten können zu schmerzhaf­tem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinerscheinungen wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auf.

Merkblatt Gesundheitliche Risiken Eichenprozessionsspinner (64,7 KiB) (Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg)

Richtiges Verhalten

Einen sicheren Schutz vor den Brennhaaren gibt es nicht. Aber man kann als Waldbesucher einiges tun:

  • Berühren Sie nicht die Raupen und ihre Nester
  • Vermeiden Sie in betroffenen Eichenwäldern den Kontakt mit der Bodenvegetation und bleiben Sie auf den Wegen.
  • Schützen Sie die empfindlichen Hautbereiche (Nacken, Unterarme).
  • Wechseln Sie die Kleider und duschen Sie nach dem Kontakt mit den Brennhaaren.

Bekämpfung

Aus gesundheitlichen Gründen muss eine Bekämpfung dort in Erwägung gezogen werden, wo der Kontakt mit den Brennhaaren nicht vermieden werden kann oder besonders schutzbedürftige Personengruppen betroffen sind. Eine Bekämpfung darf nur von Fachleuten mit entsprechender Schutzbekleidung durchgeführt werden.

Einzelbäume können mechanisch (Absammeln, Absaugen, Abspritzen oder Abflämmen) behandelt werden oder vom Boden aus mit einem Pflanzenbehandlungs­mittel gegen freifressende, blattfressende Schmetterlingsraupen besprüht werden. Für die Behandlung von ganzen Waldgebieten kann das Pflanzenbehandlungsmittel mit dem Hubschrauber ausgebracht werden.

Hubschraubereinsatz 2009Hubschrauber im Einsatz

Im Kreis Böblingen wurden rund 200 Hektar Eichenbestände in den Städten und Gemeinden Böblingen, Sindelfingen, Holzgerlingen, Steinenbronn und Weil im Schönbuch mit dem Pflanzenbehandlungsmittel Dipel ES per Hubschrauber behandelt. Neben Waldgebieten wurden auch Waldfriedhöfe sowie Erholungs- und Sportanlagen von den haarigen Raupen befreit.

Video zum Hubschraubereinsatz 2008 (6,837 MiB) (6,8 MB)

Pflanzenbehandlungsmittel "Dipel ES"

Dipel ES ist ein biologisches Pflanzenbehandlungsmittel. Wirksame Substanz ist ein Kristallinprotein, das von einem Bakterium, dem Bacillus thuringiensis (Bt), gebildet wird. Das Kristallinprotein, das mit den Eichenblättern aufgenommen wird, verletzt die Darmwand der Raupen, die Nahrungsaufnahme wird eingestellt. Das Pflanzenbehandlungsmittel besitzt keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder den gesamten Naturhaushalt.

Waldschutz-Info zur Human- und Ökotoxikologie von Bt-Präparaten (147,3 KiB) (Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg)

Weitere Downloads

Waldschutz-Info Eichenprozessionsspinner (Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg)

Merkblatt Eichenprozessionsspinner (1,347 MiB) (1380 KB, Landkreis Böblingen)

Ihr Ansprechpartner

Landratsamt Böblingen
- Forsten -
Parkstraße 16
71034 Böblingen
Tel: 07031 / 663 - 1001
Fax: 07031 / 663 - 1029
E-Mail: forstamt@lrabb.de

für Öffentliches Grün, Parks und Friedhöfe: Ordnungsämter der Städte und Gemeinden.