Sie befinden sich: Aktuelles · Presse

Wenig Obst auf den Bäumen

Angesichts der Frostschäden gilt es, die vorhandene Ernte zu nutzen

Angesichts der gewaltigen Frostschäden fällt in diesem Jahr die Streuobst-Ernte so schwach aus wie seit mehr als 20 Jahren nicht. Teilweise sind die Ausfälle schon deutlich geworden, bei Kirschen oder auch Zwetschgen. Nun dreht sich noch alles um die Apfel und Birnenernte. Es gilt, das was es gibt, zu nutzen.

Es war eine unglückliche Konstellation. Eine frühe Obstblüte traf auf späte, aber äußerst heftige Nachtfröste. Das Ergebnis ist bekannt. Auch in Schönbuch und Heckengäu sind die Ernteausfälle gravierend. „Kirschen gab es kaum und bei den Zwetschgen lag der Ausfall bei rd. 70 %“, so Obst- und Gartenbauberater Manfred Nuber vom Landratsamt Böblingen. Nun steht die Ernte bei Äpfeln und Birnen an. „Auch hier sind die Schäden naturgemäß je nach Ort extrem unterschiedlich, insgesamt betrachtet beläuft sich die Ernte jedoch nur auf rd. 10 bis 20% dessen, was in normalen Jahren an den Bäumen hängt.“
 
Der Appell lautet deshalb: Das, was da ist, auf jeden Fall ernten und der Verarbeitung zuführen. Die Mostereien sind dankbar für jede Anlieferung, was sich auch auf den Preis auswirkt. „Der Preis ist mit 16 bis 18 Euro / 100kg erfreulich hoch“, so Nuber. „Das ist zwar bedauerlich für all die, die nichts abliefern können, sollte aber Motivation für alle anderen sein, ihr Obst auf jeden Fall einer Verwertung zuzuführen.“
 
Wer nicht selber ernten kann oder will, hat mit der Streuobstwiesenbörse die Möglichkeit, sein Obst Anderen anzubieten. Unter der Internetadresse www.streuobstwiesen-boerse.de findet sich die kostenlose Plattform für Anzeigen rund um die Streuobstwiese.
 
Keinesfalls darf einfach gesammelt werden, wo vermeintlich niemand erntet. Es braucht immer die Erlaubnis des Besitzers, denn der Grundstückseigentümer ist auch Eigentümer aller Bäume und deren Früchte, die auf dem Grundstück stehen. Auch das Datum des 1. Novembers, ab dem gesammelt werden darf, gibt es so nicht. Historisch gesehen durfte man damals Obst nutzen, weil die Wiesen dann als Winterweiden genutzt wurden und die Früchte nicht mehr zum Einsatz kamen. Diese Regel gilt nicht! Obst einfach mitnehmen ist immer Diebstahl. Deshalb also nachfragen oder die Streuobstwiesenbörse nutzen. Denn es wäre schade, wenn das Obst verdirbt – insbesondere, wenn es, wie in diesem Jahr, so wenig davon gibt.

(Erstellt am 12. Oktober 2017)