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Aktionsbündnis „Kein Raum für Missbrauch im Landkreis Böblingen“

Sexualisierter Gewalt vorbeugen – Sportvereine, Schulen, Kirchen und Freizeitangebote nicht zum Tatort werden lassen!

Veranstaltung am 21. November in Sindelfingen

Eltern, Ehrenamtliche, pädagogische Fachkräfte, Lehrinnen und Lehrer sowie in der Jugendarbeit in Vereinen und kirchlichen Einrichtungen Aktive sind zur Veranstaltung „Sexualisierter Gewalt vorbeugen“ am 21. November 2017, um 18 Uhr, in der Aula der Gottlieb-Daimler-Schule 2 in Sindelfingen herzlich eingeladen.

Die vom Aktions­bündnis „Kein Raum für Missbrauch im Landkreis Böblingen“ organisierte Veranstal­tung greift in diesem Jahr das Thema der Vorbeugung von sexualisierter Gewalt in Vereinen, Einrichtungen und ehrenamtlichen Bezügen auf.

Hauptredner ist Matthias Katsch. Er spricht zum Thema „Aufarbeitung sexueller Ge­walt: persönlich, institutionell und gesellschaftlich und geht dabei auf die Aspekte „Herausforderung und Chance für die Prävention“ ein. Matthias Katsch war Schüler der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg und gehört zu den Missbrauchsopfern der 70er Jahre. Zusammen mit anderen Betroffenen gründete Katsch die Initiative „ECKIGER TISCH“. Der gemeinnützige Verein streitet für Aufklärung, Hilfe und Ge­nugtuung. Seit 2010 setzt sich Katsch in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik für eine umfassende gesellschaftliche Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs an Kin­dern und Jugendlichen in Deutschland ein. 2010 / 2011 arbeitete Katsch mit am Run­den Tisch sexueller Kindesmissbrauch. Er ist Mitglied des Betroffenenrats beim Un­abhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung. Seit 2016 ist er Ständiger Gast der Unabhängigen Kommission zur Aufarbei­tung sexuellen Kindesmissbrauchs.

Auf dem Foto sehen Sie Matthias Katsch.
  • Ergänzend zum Vortrag aus Betroffenensicht informiert die Kriminalpolizeidirektion Böblingen mit Kriminalhauptkommissarin Ivette Saile und dem Leiter des Dezernats Sexualdelikte Daniel Lorch aus ihrer Sicht und Erfahrung über Täterstrategien.
  • Von thamar, der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt, gibt es einen Einblick in das aktuelle Projekt der Schutzkonzeptentwicklung in Sportvereinen. Es referieren Dorothee Himpele, Prä­vention, und die Leiterin der Beratungsstelle Monika Becker.

Mit einer Fragerunde an die Podiumsmitglieder schließt die Veranstaltung ab. Interessierte sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebe­ten an: jugend@lrabb.de
Den Veranstaltungsflyer und Informationen zum Aktionsbündnis gibt es im Netz unter www.aktionsbuendnisbb.de

Hintergrund:
Im Landkreis Böblingen hat sich 2013 ein breites Aktionsbündnis gebildet, um die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ vor Ort bekannt zu machen, um für das Thema sexualisierte Ge­walt zu sensibilisieren und Institutionen anzuregen, geeignete Präventions- und Schutzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Denn Kinder und Jugendliche sind stärker von sexueller Gewalt betroffen als das allgemein bekannt ist. Nach einer aktuellen repräsentativen Befragung (Fegert et al. 2017) gaben 13,9 % der Befragten an, in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden zu sein.

(Erstellt am 14. November 2017)