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Lärche aus dem Schönbuch für den neuen Aussichtsturm

Das Holz für den Schönbuchturm wird aktuell gesägt und getrocknet

Eine zentrale Frage in Zusammenhang mit dem Bau des Schönbuchturms ist immer wieder die nach der Herkunft des Holzes.

Im Rahmen eines Pressetermins am 11.12.2017 im Holzwerk Keck in Ehningen konnte live beobachtet werden, wie das Ende November im Schönbuch geschlagene Holz zurecht gesägt wird.
 
„Für uns war klar, dass wir unseren Schönbuchturm mit heimischem Holz aus dem Schönbuch bauen wollen“, betonte der stellvertretende Landrat Martin Wuttke. „Im Sinne der Regionalität und Nachhaltigkeit war dies schon im Rahmen des studentischen Wettbewerbs, der der Planung vorausging, ein wichtiges Kriterium.“ Die Wahl fiel auf Lärchen-Kernholz, weil dieses für die Verwendung im Außenbereich im Hinblick auf die Dauerhaftigkeit besonders geeignet ist.

Computergeneriertes Bild vom Schönbuchturm

Für die insgesamt 24 Stützen, die die drei Plattformen des Turms tragen, wurden rd. 400 Festmeter Holz geschlagen. Im Schönbuch besteht der Baumbestand überwiegend aus Buche, Eiche, Fichte und Kiefer; Lärchen stehen einzeln oder sind in kleinen Gruppen eingemischt in die übrigen Waldbestände. Das Holz wurde Ende November teils im Stadtwald Herrenberg, teils in den Kreisen Tübingen und Esslingen geschlagen; die Lärchen aus dem Herrenberger Stadtwald stammen vom Grafenberg, oberhalb der Ortsteile Kayh und Mönchberg. Dabei waren die Anforderungen hoch und die Bäume wurden gezielt von Revierförster Winfried Seitz und Steffen Rathke vom Holzwerk Keck ausgesucht. „Für den Turm benötigen wir qualitativ hochwertiges Holz“, so Steffen Rathke. „Es muss astarm sein und die Jahresringe müssen fein und dicht verlaufen.“ Diese Feinjährigkeit gehe beim Nadelholz konform mit der Festigkeit, so der Geschäftsführer des Holzwerks Keck.
 
Das Holz wird nun gesägt und technisch getrocknet wird bis auf eine Restfeuchte von 12 bis 15%. Das entspricht dem Wert, der sich bei jahrelanger Trocknung auch in der Natur einstellen würde. „Der Sinn ist, dass das Holz nicht mehr arbeitet, d.h. dass es sich nicht mehr verformt“, so Rathke.

Im nächsten Schritt wird das Holz Anfang 2018 von der Fa. Schaffitzel, Schwäbisch Hall, in die 24 Stücke à je 10 Meter Länge und einer Abmessung von 45 x 50 cm verleimt. Immer 8 Stützen werden je eine Plattform tragen – vom Boden bis zur ersten Plattform, von der ersten bis zur zweiten Plattform, und dann noch bis zur Höhe des Turms, ergibt das insgesamt 24 Stützen. „Das ist zum einen aus konstruktiven Gründen praktikabel, bietet uns darüber hinaus aber auch die Möglichkeit, im Fall eines Falles einzelne Stützen austauschen zu können“, erläutert Bauingenieur Florian Oberhaidinger vom Büro sbp, Stuttgart.“ Durch die Verarbeitung des Holzes zu Brettschichtholz, d.h. durch die Verleimung einzelner Holzlamellen, wird das Schwinden und Quellen des Holzes und somit auch die Rissbildung vermindert. „Man erreicht so einen homogeneren Querschnitt mit höherer Tragfähigkeit, als das bei einem Vollholz möglich wäre“, so Oberhaidinger.
 
Der Schönbuchturm hält aktuell quasi „Winterruhe“. Die Betonierarbeiten am Fundament sind abgeschlossen, mit der Verfüllung der Baugrube wird dieser Tage begonnen. Die Fertigstellung dieses im wahrsten Sinne herausragenden Projekts ist für Frühjahr 2018 geplant. Wer den Bau unterstützen und sich selbst am Turm mit verewigen möchte – es sind noch Stufen frei; Infos für Stufenspender oder sonstige Spenden unter www.schönbuchturm.de.

(Erstellt am 12. Dezember 2017)