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Volles Haus beim Fachtag für Mitarbeitende in der Betreuung von Menschen mit Demenz, Angehörige und Interessierte in Böblingen

Referenten geben konkrete Hilfestellungen für den Alltag

Für Mitarbeitende in der Betreuung von Menschen mit Demenz, Angehörige und Interessierte fand am 14. Oktober im Haus am Maienplatz in Böblingen ein Fachtag rund um das Thema Demenz statt. Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung des Arbeitskreises Demenz.

Einen Tag lang beleuchteten Referenten die medizinische Sicht und sprachen darüber, wie Betroffenen und Angehörigen im Alltag konkret geholfen werden kann. Der Arbeitskreis Demenz setzt sich neben der Altenhilfefachberatung des Landkreises Böblingen aus der iav-Stelle und Demenzagentur Schönbuch, der iav-Stelle und Demenzagentur Schönbuchlichtung, sowie dem Pflegestützpunkt Bondorf zusammen.


Alfred Schmid, Sozialdezernent im Landkreis Böblingen sagte in seinem Grußwort: „Die Lebenssituation eines an Demenz erkrankten Menschen ist schwierig. Nichts ist mehr wie es war, nichts ist mehr stimmig in der Lebenswelt eines Demenzkranken. Seine Handlungsabläufe sind möglicherweise an Mustern orientiert, die für andere unlogisch erscheinen. Deshalb ist es wichtig, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Denn wenn Verhaltensweisen besser verstanden werden, fällt es meist leichter, damit umzugehen. Je mehr wir also wissen und verstehen lernen, desto besser können wir auch die Lebenssituation des Erkrankten verbessern oder zumindest erträglicher machen.“
 
Trotz bestem Wetter verfolgten alle Teilnehmer bis zum Nachmittag die Vorträge der Referenten. Facharzt Prof. Dr. Dr. Rolf Hirsch beleuchtete die medizinische Sicht und stellte bei seinem Vortrag den Menschen in den Mittelpunkt. Der Mentor für Bürgerengagement Wolfgang Strobel erzählte aus dem Buch „Liebe Oma“ und zeigte eine Videoaufzeichnung zum Theaterstück „Oma lebt im Anderland“. Strobel betonte auch, dass Demenz im eigenen Umfeld für Kinder und Erwachsene oft schwer zu verstehen sei. Wichtig sei deshalb vor allem, die Generationen bei diesem Thema zu verbinden. So scheuten sich die Teilnehmer in einer vertrauensvollen Atmosphäre nicht, ihre Sorgen und Fragen zu stellen. Susanne Gittus von der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg leitet die bundesweit erste Betreuungsgruppe und zeigte anhand von Beispielen, wie Menschen mit Demenz im Alltag konkret unterstützt und Konfliktsituationen durch gezielte Kommunikation gut gemeistert werden können. Videobeispiele machten dies für die Teilnehmenden leicht nachvollziehbar.
 
Rund 7.000 Menschen sind allein im Landkreis Böblingen von der Krankheit betroffen. Schaut man im Vergleich auf die Zahlen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, so sind es in Baden-Württemberg rund 195.000. „Die Stärkung und Unterstützung pflegender Angehöriger bekommt angesichts dieser Zahlen eine ganz hohe Bedeutung. Folgerichtig ist es also, dass der Landkreis Böblingen mit seinem Hilfsangebot breit aufgestellt ist. Für alle Betroffenen gibt es passende Angebote, die Entlastung schaffen oder einen Austausch mit anderen Betroffenen bieten“, sagt Sozialdezernent Alfred Schmid. Sei es in einer von über 30 Betreuungsgruppen mit ihrem wöchentlichen Angebot für an Demenz erkrankte Menschen, in einem häuslichen Betreuungsdienst oder in einem der zahlreichen Gesprächskreise für pflegende Angehörige. Der Landkreis hat dazu einen „Wegweiser für ältere Menschen und ihre Angehörigen“ erstellt, der auch auf der Internetseite abrufbar ist.
 
Wie dringlich das Thema Demenz ist, spiegeln auch der ausgebuchte Fachtag und das damit verbundene große Interesse wieder. Das Landratsamt berichtete von weitaus mehr Anmeldungen, als Plätze zu vergeben waren.

Hinweis an die Redaktion:
Auf dem Foto sehen Sie die interessierten Zuhörer beim Fachvortrag von Susanne Gittus von der Alzheimer-Gesellschaft Baden-Württemberg

(Erstellt am 26. Oktober 2017)