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Begegnungen mit Wildtieren im Alltag

Wie soll mit den Ängsten und Erwartungen der Bevölkerung umgegangen werden?

Auftaktveranstaltung zum Thema „Wildtiere im Siedlungsraum“ im Landratsamt Böblingen

Immer häufiger suchen Wildtiere neue Lebensräume in menschlichen Siedlungen. Insbesondere Wildschweine, Füchse, Dachse und Igel haben Siedlungen als perfekten Lebensraum für sich erkannt.

Auch exotische Heimtiere, die von ihren Besitzern ausgesetzt wurden oder diesen entlaufen sind, sind in der Nähe von Städte und Gemeinden immer mehr anzutreffen. Am 25. Januar 2018 fand daher im Landratsamt Böblingen die Auftaktveranstaltung „Wildtiere im Siedlungsraum“ statt, um das Engagement der unterschiedlichen Beteiligten zu bündeln.

Auch das jüngste Beispiel eines Fuchses in der Böblinger Reithalle zeigte, dass eine Vielzahl von Behörden und ehrenamtlichen Initiativen mit den teils unangenehmen Folgen des Auftretens dieser Tiere innerhalb der menschlichen Siedlungen befasst sind. In seiner Begrüßung stellte der Erste Landesbeamte und stellvertretende Landrat Martin Wuttke klar: „Begegnungen mit Wildtieren im Alltag können bei der Bevölkerung Ängste auslösen, mit denen wir umgehen müssen.“
 
Zu Beginn der Veranstaltung berichten Mitarbeiter des Landratsamts Böblingen und des Kreistierheims, Mitglieder der Kreisjägervereinigung und des Jagd- und Naturschutzverbands sowie Naturschutzbeauftragte von den Anfragen, die bei ihnen im Zusammenhang mit Wildtieren eingehen und welche Herausforderungen sich für sie hieraus ergeben.

Im Anschluss hielt Geva Peerenboom von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein Impulsreferat zum Wildtiermanagement. Konflikte zwischen Menschen und Wildtiere resultieren oftmals daraus, dass der Mensch seine Verbindung zur Natur zunehmend verliert und sich die Tiere nicht an die von den Menschen aufgestellten Regeln für ein enges Zusammenleben anpassen können. Im Anschluss stellte Geva Peerenboom Lösungsansätze vor, die andere Landkreise bei ähnlichen Projekten gefunden haben. Insbesondere ist es wichtig, die Menschen über den richtigen Umgang mit Wildtieren zu informieren und einen geeigneten Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen.
 
Unter der Leitung von Wilhelm Hornauer, Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Böblingen und der Mithilfe von Geva Peerenboom wird das Landratsamt Böblingen in mehreren Arbeitsgruppen und weiteren Veranstaltungen erarbeiten, wie mit den Ängste und Erwartungen der Bevölkerung bei der Begegnung mit Wildtieren umgegangen werden soll, welche Handlungsfelder sich hieraus für alle Beteiligten ergeben und wie dem Bürger in diesen Fällen effektiv geholfen werden kann.

(Erstellt am 06. Februar 2018)