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Anmeldungen im Landratsamt nach dem Prostituiertenschutzgesetz

Beratungen werden bei Bedarf auch mit Dolmetschern durchgeführt

Seit Juli 2017 gelten in Deutschland für Prostituierte und für Prostitutionsbetriebe neue Regeln. Seit Anfang November werden nach telefonischer Terminabsprache im Gesundheitsamt Böblingen die gesundheitlichen Beratungen sowie die Informations- und Beratungsgespräche zur Anmeldung nach dem Prostituiertenschutzgesetz kostenlos durchgeführt.

Das Informations- und Beratungsgespräch bei der ordnungsrechtlichen Anmeldung beinhaltet Informationen zur Steuerpflicht, Krankenkassenpflicht, zu Unterstützungs- und Hilfsangeboten vor Ort sowie Grundinformationen zum Prostituiertenschutzgesetz. Die Beratungen dauern zwischen 30 und 45 Minuten.
 
„Im November haben bereits etwa 50 Prostituierte die Beratungen in Anspruch genommen und sich angemeldet“, erklärt Dr. Heidi Kalmbach-Heinz, die Leiterin des Gesundheitsamtes. „Davon wurde fast die Hälfte der Beratungen mit einer unabhängigen Dolmetscherin vor Ort geführt, welche das Landratsamt Böblingen stellte.“ Bereits bei der Terminabsprache wird geklärt, ob ein Dolmetscher für die Beratungen erforderlich ist, da diese in einer für die Frauen verständlichen Sprache erfolgen sollen.

Die gesundheitlichen Beratungen erfolgen durch eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes und klären je nach Bedürfnis der Frauen zu Themen wie Verhütung von sexuell übertragbaren Krankheiten, Schwangerschaftsverhütung, Gefahren durch Drogen- und Alkoholmissbrauch oder andere Gesundheitsthemen auf. Die Einzelberatungen sind streng vertraulich. Die Frauen haben dabei die Gelegenheit, eine etwaig bestehende Zwangslage oder Notlage zu offenbaren. Eine Beratungszeit von 45 bis 60 Minuten ist üblich.
 
Zudem werden weitere Beratungen angeboten, wenn von Seiten der Frauen zusätzlicher Informations- und Unterstützungsbedarf besteht. Auch diese würden bei Bedarf mit Dolmetscherinnen und Dolmetschern durchgeführt. Weitere Informationen gibt es unter www.lrabb.de/prostituiertenschutzgesetz.

(Erstellt am 15. Dezember 2017)