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Wichtiger Schritt zur Sicherung der Entsorgung in Zeiten knapper Verbrennungskapazitäten

RBB Böblingen und GML Ludwigshafen vereinbaren Ausfallverbund

Am 30. Juni 2016 haben der Zweckverband RBB – Restmüllheizkraftwerk Böblingen und die GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH – Müllheizkraftwerk Ludwigshafen eine Vereinbarung zu einem kommunalen Ausfallverbund geschlossen. Die beiden Partner vereinbarten, zukünftig bei Bedarf durch die gegenseitige Übernahme von Siedlungsabfallmengen zusammenzuarbeiten.

Danach unterstützen sich der RBB und die GML gegenseitig bei der Überbrückung von vorübergehenden Engpässen, wie z. Bsp. Revisionen und Betriebsstörungen. Die gegenseitigen Anlieferungen erfolgen als „Mengentausch“, d.h. über Gegenlieferungen in der gleichen Menge.
 
„Wir halten dies für einen wichtigen Schritt zur Sicherung der Entsorgung in unseren Regionen, da die Marktsituation durch die Überlastung der Verbrennungsanlagen in Deutschland seit einiger Zeit so stark angespannt ist, dass im Bedarfsfall keine freien Kapazitäten zu finden wären“,  so die beiden Geschäftsführer  Wolf Eisenmann (RBB) und  Dr. Thomas Grommes (GML).
Außerdem streben der RBB und die GML an, die zeitliche Lage ihrer Revisionen aufeinander abzustimmen. RBB und GML beabsichtigen auch darüber hinaus eng zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen, so dass immer möglichst große Verbrennungskapazitäten in Betrieb sind.
 
Der RBB ist ein kommunaler Zweckverband in Baden-Württemberg, der von 4 Gebietskörperschaften gebildet wird. Er ist verantwortlich für die sichere und umweltgerechte Restabfallverwertung für 1,3 Mio Einwohner. Der RBB betreibt in Böblingen das Restmüllheizkraftwerk (s. Foto) mit einer Kapazität von ca. 160.000 Jahrestonnen.
 
Die GML ist eine GmbH im 100%igen Kommunaleigentum, die 11 Gebietskörperschaften in Rheinland-Pfalz gehört. Sie ist verantwortlich für die sichere und umweltgerechte Restabfallverwertung für eine Million Einwohner. Die GML betreibt das Müllheizkraftwerk Ludwigshafen (s. Foto) mit einer Kapazität von ca. 200.000 Jahrestonnen.
 
Beide kommunalen Müllheizkraftwerke stellen aus Restabfällen umweltfreundlich Energie her, die letztlich als Strom und Fernwärme genutzt werden. Beim RBB werden jährlich rund 212.000 Megawattstunden Fernwärme für die Städte Böblingen und Sindelfingen und 65.000 Megawattstunden Strom erzeugt. Bei der GML, bzw. ihrem Partner Technische Werke Ludwigshafen (TWL) werden jährlich rund 214.000 Megawattstunden Fernwärme für Ludwigshafen und 64.000 Megawattstunden Strom aus Abfällen erzeugt. Dies sind auch effektive Beiträge zum Klimaschutz, denn es werden jedes Jahr rd. 16 Mio. Liter Heizöl (RBB) bzw. 60.000 Tonnen an Steinkohle (GML) eingespart. Die von RBB für Böblingen und Sindelfingen ausgekoppelte Fernwärme entspricht dem Heizbedarf von 38.000 Haushalten. Zusätzlich werden durch den etwa 50 %igen biogenen Anteil im Abfall jährlich rund 57.000 Tonnen (RBB) bzw. 55.000 Tonnen (GML) Kohlendioxid vermieden.“
 
Der Vertrag zwischen dem RBB und der GML ergänzt den jeweils landesspezifischen Ausfallverbund zwischen den baden-württembergischen und dem rheinland-pfälzischen Müllverbrennungsanlagen.

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