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Kreislehrfahrt am 12. Juni lockt über 50 Interessierte

Die Kreislehrfahrt des Amtes für Landwirtschaft und Naturschutz des Landratsamtes Böblingen lockte am 12. Juni mit einem abwechslungsreichen Programm rund 50 Interessierte in den Landkreis.

Den Auftakt bildete der Besuch des landwirtschaftlichen Betriebes Ott in Jettingen. Nach dem Einstieg von Sohn Andreas und der Gründung der Ott GbR stand der Entschluss bald fest, dass sich der Betrieb im Bereich Milchvieh weiter entwickeln muss, um zukunftsfähig zu bleiben. Bislang wurden 27 Kühe in Anbindehaltung gehalten. Geplant wurde ein tiergerechter Boxenlaufstall mit zwei automatischen Melksystemen und Platz für rund 120 Milchkühe. Die lange Planungsphase führte dazu, dass erst 2015 mit dem Bau des neuen Stalls begonnen werden konnte. Doch laut Andreas Ott zahlten  sich die gründlichen Überlegungen im Vorfeld später in der Umsetzung aus. So konnte der neue Stall bereits 2016 bezogen werden.

Herzensangelegenheit von Vater und Sohn war vor allem, den Tierkomfort zu steigern. Daher wurde ein Laufhof, freier Kuhverkehr und ein groß angelegter Strohbereich, in dem kranke Tiere sich erholen können, in den Neubau integriert. Auch wenn die Baumaßnahmen noch nicht ganz abgeschlossen sind, konnte das Ziel, mit den Investitionskosten unter 10.000 € pro Kuhplatz zu bleiben, eingehalten werden.

Im Anschluss daran führte die Güllegemeinschaft Gäu-Schwarzwald eG den Gülletrac Hydro Trike XL mit 460 PS auf dem Betrieb Ott vor. Die 1999 gegründete Gemeinschaft ist mittlerweile auf 40 Mitgliedsbetriebe angewachsen, die ihre Gülle bodennah ausbringen. Der vorgestellte Gülletrac hat einen 19 m³ Gülleaufbau und kann mit drei Zubringfässern mit jeweils 15 m³ Inhalt beliefert werden. Zudem ist er mit einem Schleppschlauchverteiler und einem Lemken-Grubber ausgestattet, um die Gülle unmittelbar einarbeiten zu können. Trotz der enormen Anschaffungskosten von rund 400.000 € liegen die Vorteile auf der Hand: Durch die bodennahe Ausbringung und sofortige Einarbeitung kann die Geruchsbelästigung bei der Gülleausbringung minimiert werden. Erhöhung der Schlagkraft und Einsparung von Arbeitsgängen können dazu beitragen, die Arbeitsbelastung der landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern. Die Gemeinschaft wird vom Maschinenring Böblingen-Calw betreut.

Das Programm wurde durch den Besuch bei Karin Zimmermann in Gäufelden-Tailfingen abgerundet. Sie hat bereits vor vier Jahren eine Nische erschlossen und setzt ganz auf die Haltung von Milchschafen. In der Gründungszeit begann sie zunächst mit den Ostfriesischen Milchschafen und ergänzte ihre Herde noch mit einigen Schafen der Rasse Lacaune. Durch Kontakte nach Frankreich stieß sie dann auf die Manech tête noir, eine Schafrasse aus dem Baskenland, die mit den hiesigen klimatischen Bedingungen bestens zurechtkommt. Ihre Herde ist mittlerweile beträchtlich gewachsen. Derzeit milkt sie täglich 60 Milchschafe. Die gewonnene Milch verarbeitet sie selbst zu Frischkäse, Weichkäse und Joghurt. Mit Tatkraft und viel Leidenschaft plante sie in den vergangenen Jahren die weitere Betriebsentwicklung und den Ausbau der Direktvermarktung. Eine eigene Käserei mit Kühllager und Hofladen sind das Ergebnis. Für einen krönenden Abschluss durfte eine kleine Kostprobe natürlich nicht fehlen.

 

Hinweis für die Redaktionen:
Auf dem Foto sehen Sie die Vorführung des Gülletrac Hydro Trike XL durch die Güllegemeinschaft Gäu-Schwarzwald eG auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Ott.

Pressemitteilung im PDF-Format (181,1 KiB)