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Landratsamt Böblingen startet Projekt zur Erfassung von Kleindenkmalen

Landrat Roland Bernhard: „Bereits rund 100 Helferinnen und Helfer registriert“

Viele Kleindenkmale wie etwa Brunnen, Wegkreuze oder Ruhbänke, zeugen von der Kultur und Lebensweise früherer Generationen. Sie prägen das Erscheinungsbild der Gemeinden und Städte und tragen zu ihrer Identität  bei.

Viele Kleindenkmale wie etwa Brunnen, Wegkreuze oder Ruhbänke, zeugen von der Kultur und Lebensweise früherer Generationen. Sie prägen das Erscheinungsbild der Gemeinden und Städte und tragen zu ihrer Identität  bei. Um dieses Kulturgut zu bewahren und stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, führt das Landesdenkmalamt landesweit, in Kooperation mit den Landkreisen, ein Projekt zur Erfassung der Kleindenkmale durch. Am Mittwoch (13. November) findet die Auftaktveranstaltung unter der Schirmherrschaft von Landrat Roland Bernhard im Landratsamt statt.
 
Im Landkreis Böblingen übernimmt  die Kreisarchivarin Helga Hager, mit Unterstützung durch die untere Denkmalschutzbehörde, die Organisation und Koordination des Projekts. Es dauert insgesamt zwei Jahre. „Die Kleindenkmale werden durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aufgenommen und fotografiert“, erklärt Landrat Roland Bernhard. Dazu erhalten diese eine Schulung durch das Landesdenkmalamt sowie vom Kreisarchiv die notwendigen Materialien. Während der gesamten Projektzeit übernimmt das Kreisarchiv die Betreuung der Helferinnen und Helfer und ist Anlaufstelle für Fragen.
 
„Rund 100 heimatgeschichtlich Interessierte konnten wir bereits gewinnen, die an diesem Projekt mitarbeiten möchten. Ohne das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer, könnten wir das Vorhaben nicht durchführen. Sie tragen mit ihrem Einsatz maßgeblich zur Erhaltung unseres reichen Kulturgutes im Landkreis Böblingen bei, ihnen gilt mein besonderer Dank“, betont Bernhard.
 
Zum Abschluss des Projekts wird das Kreisarchiv eine Auswahl der erfassten Kleindenkmale im Internet präsentieren. Außerdem wird eine Publikation erstellt, in der jede Gemeinde und Stadt mit ihren wichtigsten Kleindenkmalen vertreten sein wird. Die Standorte der Kleindenkmale werden in das Geoinformationssystem des Landkreises Böblingen übertragen, so dass dieses wertvolle Kulturgut von Wanderern jederzeit aufgefunden werden kann. 
 
Beispielhaft für ein historisch aussagekräftiges Kleindenkmal steht der Christophorosbrunnen auf dem Marktplatz in Böblingen. Das Original wurde 1526 hergestellt, vermutlich aus Anlass des Bauernkrieges. Der Bezug zur großen Schlacht bei Böblingen am 12. Mai.1525 ist aufgrund der zeitlichen Nähe offensichtlich. Der heutige Brunnen ist eine Replik, das Original steht im Museum.

Auch der Wald birgt so manche Kleindenkmale, und zwar keineswegs nur Grenzsteine: So ist etwa im Herrenberger Stadtwald ein sogenannter Unglücksstein zu finden, der an den tragischen Tod eines  Holzfällers erinnert. Die Arbeit im Wald stellte für viele Dorfbewohner bis weit ins 20. Jahrhundert eine wichtige Einnahmequelle gerade zur Winterszeit dar.

Unscheinbar, aber dennoch sprechend, sind die sogenannten steinernen Ruhbänke oder Grubbänke. Auf ihnen stellten die Bäuerinnen und Bauern die schweren Lasten ab – zum „Ausgruben“. Eine ist noch auf Herrenberger Markung Richtung Hildrizhausen zu sehen. Viele Gäubewohnerinnen und Bewohner boten ihre landwirtschaftlichen Produkte auf dem Herrenberger Markt an, nur ein Beispiel für eine gut funktionierende Regionalvermarktung.
 
Im nördlichen Teil des Kreises ragt das Kepler-Denkmal in Weil der Stadt alleine schon wegen seiner Größe heraus: Majestätisch thront die Gestalt des berühmten Astronomen Johannes Kepler auf einem hohen Sockel über dem Marktplatz. Das Denkmal wurde anlässlich des 300-jährigen Keplerjubiläums 1871 geschaffen. 

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(Erstellt am 06. November 2013)