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Die schönste Streuobstwiese im Kreis liegt bei Rutesheim

Jury hatte die Qual der Wahl unter insgesamt 29 eingereichten Bewerbungen

Landrat Bernhard: „Gewinner ist unsere Kulturlandschaft“

Der Landkreis Böblingen hatte eine Streuobstwiesen-Meisterschaft ausgerufen. Und hat viele, viele Bewerbungen erhalten. „Das ist das erste tolle Ergebnis, das wir mit dieser Aktion vermelden können“, freut sich Landrat Roland Bernhard.

„Jede der eingereichten Streuobstwiesen hat unterstrichen, dass das Engagement bei uns im Landkreis Böblingen hoch ist für den Erhalt dieser besonderen Biotope.“
 
Eine sechsköpfige Jury hatte zuletzt die Qual der Wahl unter fünf Wiesen. Insgesamt waren 29 Bewerbungen beim Landkreis Böblingen eingegangen. „Wir wollten einen Sieger küren, auch wenn das schwer gefallen ist“, so Roland Bernhard. „Diese Auszeichnung soll aber als Dank und Anerkennung für alle verstanden werden, die sich mit viel Arbeit und viel Herzblut dafür einsetzen, dass wir uns an den herrlichen Streuobstwiesen in unserer Kulturlandschaft freuen können.“
 
Was brauchte es denn nun, um „beste“ Streuobstwiese zu werden? „Es waren verschiedene Kriterien maßgeblich“, so Manfred Nuber von der Fachberatungsstelle für Obst- und Gartenbau. „Wir haben die Vitalität der Bäume sowie die Altersstruktur und die Pflege bewertet, insbesondere den Baumschnitt. Außerdem war relevant, wie oft und wie gemäht wird, welche Artenvielfalt in der Wiese herrscht und welche ökologischen Nischen darin geschaffen sind.“ Mitmachen konnte bei der Aktion jeder, der eine Wiese im Landkreis Böblingen hat, die mindestens 7 Ar groß ist.
 
Den ersten Platz belegte die Wiese von Patricia und Jürgen Linkenheil, nördlich von Rutesheim. . „Die Wiese zeigt ein ausgewogenes Verhältnis guter Baum- und Wiesenpflege“, so Nuber. „Außerdem werden die ökologischen Besonderheiten besonders berücksichtigt.“ So gebe es beispielsweise zahlreiche Nistkästen, eine Bruthöhle für den Steinkauz, einen Florfliegenkasten und ein Wildbienenhotel. Das frisch gekrönte Streuobstwiesen-Meisterpaar darf sich jetzt auf ein Wochenende im Schwäbischen Streuobstparadies mit Übernachtung und Abendessen freuen.
 
Den 2. Platz belegt die Wiese von Rüdiger Bolay bei Malmsheim. Auch diese Wiese sei sehr gut gepflegt und durch etliche Jungbäume sicher zukunftsfähig, wie Manfred Nuber erläuterte. Der Preis für den Zweitplatzierten ist ein Werkzeuggutschein, passenderweise natürlich rund um die Streuobstpflege. Die Wiese des Drittplatzierten Gerhard Müller liegt bei Mötzingen und überzeugte die Jury wegen hervorragend geschnittener Bäume. Neben anderen Sorten finden sind etliche Bäume der rotfleischigen Sorte Weirouge, die Gerhard Müller zu Most verarbeitet. Im Mai diesen Jahres wurde Müller zum „Mostkönig“ im Landkreis Böblingen gekürt. Jetzt darf er sich für seine schöne Streuobstwiese noch über ein leckeres Abendessen für zwei Personen bei einem Schönbuch- oder Heckengäu.Koch seiner Wahl freuen. Die Platzierten auf Vier (Jürgen Walz, Darmsheim) und Fünf (Hans Bradler, Gärtringen) erhalten je einen Korb mit regionalen Produkten der Regionalmarke „HEIMAT-Nichts schmeckt näher“.
 
Ein Sonderpreis geht an den OGV Gärtringen, der sich mit seiner Vereins-Wiese ebenfalls am Wettbewerb beteiligte. Die Wiese wird vom Verein und insbesondere vom ehemaligen Ersten Vorsitzenden Karl Frey liebevoll gepflegt. Es handelt sich um eine Lehrwiese, auf der die Bevölkerung mit Schautafeln über das wertvolle Biotop Streuobstwiese informiert wird. „Wir wollten diese tolle Breitenwirkung des Vereins außer Konkurrenz mit einem Sonderpreis würdigen“ so Manfred Nuber. Insgesamt wäre jede Wiese eine Auszeichnung wert gewesen. Das unterstrich auch nochmals Landrat Roland Bernhard: „Wir wollen allen, die mitgemacht haben, mit regionalen Produkten unserer Marke ‚HEIMAT-Nichts schmeckt näher‘ noch eine Anerkennung zukommen lassen“, so der Landrat.
 
Die Mitglieder der Jury, die die schwierige Aufgabe der Wahl hatten,  kamen aus verschiedensten Verbänden und Vereinigungen. Neben Manfred Nuber und Helmut Ohngemach waren mit dabei: Walter Holzapfel, stv. Vorsitzender des Kreisbauernverbands, Yvonne Strecker, Erste Vorsitzende des Kreisverbands der Obst-und Gartenbauvereine, Helmut Schmalz, Erster Vorsitzender der Fachwartvereinigung e.V., Jürgen Maser von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Böblingen und Beate Holderied als BUND Vertreterin.
 
„Die Streuobstwiesen-Meisterschaft war eine tolle Aktion, die ein wirklich bemerkenswertes Echo ausgelöst hat“, bedankte sich Landrat Bernhard bei allen Mitwirkenden. „Der größte Gewinner ist am Ende unsere Kulturlandschaft, denn die vielen Einsendungen haben bewiesen, dass viel getan wird, um sie erhalten.“

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