Wichtiger Meilenstein für den Ausbau der Schönbuchbahn
Zweckverband Schönbuchbahn hat Förderantrag eingereicht
Landrat Bernhard: „Brauchen Förderung aber auch für Fahrzeuge“
Ein weiterer wichtiger Schritt für den Ausbau der Schönbuchbahn ist getan. Wie der Zweckverband Schönbuchbahn jetzt mitteilte, wurde vergangene Woche der Förderantrag für das Millionenprojekt beim baden-württembergischen Verkehrsministerium eingereicht. Wird der Antrag bewilligt, bezuschusst das Land den Ausbau der Schönbuchbahn mit 75 Prozent der Baukosten.
Geplant ist die Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen zu elektrifizieren und teilweise zweigleisig auszubauen.
Insgesamt plant der Zweckverband Schönbuchbahn mit einer Investition von rund 47,5 Millionen Euro an reinen Baukosten. Davon könnten nach derzeitigem Stand mehr als 35 Millionen Euro vom Land kommen. „Die Förderung des Landes ist für uns ohne Alternative, nur mit ihr können wir den Ausbau stemmen“, so der Landrat Roland Bernhard, der gleichzeitig Vorsitzender des Zweckverbandes ist. Hinzu kämen noch Kosten für neue Elektrofahrzeuge von rund 40 Millionen Euro. „Auch hier setzen wir auf eine kräftige Förderung durch die grün-rote Landesregierung, denn wir wollen die im Koalitionsvertrag verankerte Förderung der Elektromobilität konkret umsetzen“.
Hintergrund für den geplanten Ausbau sind die steigenden Fahrgastzahlen auf der Schönbuchbahn. Heute fahren rund 8.000 Menschen täglich auf der Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen, bis 2020 prognostiziert der Zweckverband bis zu 10.000 Fahrgäste am Tag. „Bis 2016 wollen wir die komplette Strecke elektrifizieren und an Teilstücken zwischen Böblingen und Holzgerlingen zweigleisig ausbauen“, erläutert Andreas Wiedmann, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Schönbuch. Das Ergebnis wäre ein 15-Minuten-Takt zwischen Böblingen und Holzgerlingen zu den Hauptverkehrszeiten und mehr Kapazität in neuen Elektrofahrzeugen.
„In ersten Gesprächen mit dem Verkehrsministerium haben wir für unser Vorhaben große Offenheit erfahren. Doch nun wird man im Ministerium vor allen Dingen die Wirtschaftlichkeit des Projekts prüfen, bevor der wichtige Bescheid für eine Landesförderung kommen wird“, erläuterte der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Andreas Wiedmann, das weitere Verfahren. „Mit einem im Antrag nachgewiesenen deutlich positiven Kosten-Nutzen-Faktor sind wir optimistisch gestimmt, dass die Förderung auch tatsächlich kommt“, so Wiedmann. Das beträfe aber bisher nur die Kosten für die Infrastruktur. Die Anschaffung neuer Züge wird seit einiger Zeit nicht mehr vom Land gefördert. „Das sind nochmal 40 Millionen Euro für zehn Elektrozüge, da brauchen wir Unterstützung“, sagt Wiedmann. Landrat Roland Bernhard ergänzt: „Da werden wir noch dicke Bretter zu bohren haben, aber wir werden für unsere Fahrgäste nicht locker lassen.“
Als Zwischenlösung für die steigenden Fahrgastzahlen sollen bis dahin zwei zusätzliche gebrauchte Dieselfahrzeuge zum Einsatz kommen. Diese würden durch Neufahrzeuge auf der Strohgäubahn frei und könnten deshalb vom Zweckverband Schönbuchbahn angemietet werden. Sie sollen vor allem in Stoßzeiten für Entlastung in den Zügen führen, indem wieder bis zu drei miteinander gekoppelte Wagen unterwegs sein können.
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