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Abfallwirtschaftsbetrieb stellt neues Sperrmüllsammelfahrzeug mit elektrischem Nebenantrieb vor

Landrat Bernhard: „Ich freue mich, dass durch die Hybridtechnik der Lärmpegel und die CO2-Emissionen reduziert werden können“

Beim Einsatz für den Klima- und Ressourcenschutz setzt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen jetzt auch bei seinen Müllfahrzeugen auf innovative Antriebstechniken. Dies hat positive Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaftlichkeit. Stolz präsentierten Landrat Roland Bernhard und Werkleiter Wolfgang Bagin am vergangenen Dienstag (9. Mai) in Böblingen ein neues Sperrmüllsammelfahrzeug. Dessen Presswerk von der Firma FAUN Umwelttechnik aus Osterholz-Scharnbeck verfügt über einen elektrischen Nebenantrieb. Der Treibstoffverbrauch sowie Lärm- und CO2-Emissionen sollen damit langfristig vermindert werden. „Ab sofort setzen wir den neuen LKW mit E-Power zum Einsammeln von Sperrmüll im gesamten Landkreis ein“, teilt Landrat Roland Bernhard mit.

Bei einem herkömmlichen Fahrzeug muss der Dieselmotor zum Pressen des Sperrmülls im Stand weiterlaufen und die Motordrehzahl sogar erhöht werden. Das führt nicht nur zu höherem Kraftstoffverbrauch und höheren CO2- Emissionen bei jedem Pressvorgang, sondern auch zu einer Lärmbelastung für die Anwohner bei der Sperrmüllsammlung in Wohngebieten. Treibt ein Elektromotor das Presswerk an, kann der Motor des Fahrgestells im Sperrmüllbetrieb abgeschaltet werden. Der entstehende Lärmpegel beim Pressvorgang wird für die Anwohner dadurch deutlich gesenkt und damit als erheblich leiser wahrgenommen. Der Hersteller verweist darauf, dass der Schallleistungspegel in 60 m Entfernung vergleichbar ist mit der Geräuschentwicklung in einem ruhigen Wohnzimmer. „Auch für unsere Müllwerker verbessert sich die Arbeitssituation durch die geringere Lärmentwicklung ganz erheblich, denn Lärm wirkt sich auf Dauer  gesundheitsschädigend aus“, erklärt Wolfgang Bagin. Zudem werde der Straßenverkehr akustisch besser wahrgenommen, was die Sicherheit der Müllwerker deutlich erhöhe.

Das neue Müllfahrzeug mit E-Power hat gegenüber einer konventionell angetriebenen Presse einen geringeren Treibstoffverbrauch und verursacht somit auch weniger Feinstaub-, Stickoxid- und CO2-Emissionen. Der E-Motor bezieht seine Energie aus einem großen Batteriepaket für den Betrieb des Aufbaus und des Lifters. Der Batteriesatz wird über Nacht wieder aufgeladen. Strom kommt für den AWB dabei nicht einfach nur aus der Steckdose. Mit dem Restmüllheizkraftwerk, der Vergärungsanlage Leonberg und mittlerweile 11 Photovoltaik-Anlagen werden durch Anlagen des Landkreises jährlich über 80.000 MWh regenerativen Strom erzeugt.

Der Umwelt-und Verkehrsausschuss des Kreistags hatte dem Kauf einer Presse mit Hybrid-Technik trotz deutlich höherer Anschaffungskosten gegenüber einem herkömmlichen Antrieb zugestimmt. Die höheren Anschaffungskosten des Fahrzeugs amortisieren sich zum Teil durch den geringeren Kraftstoffverbrauch. Laut Herstellerangaben könnten bei 50 Sammelstellen und 5 Pressvorgängen pro Sammelstelle bis zu 20 Liter Diesel pro Tag eingespart werden.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb beabsichtigt mittelfristig, auch seinen PKW-Fuhrpark auf Elektroautos oder Fahrzeuge mit Hybridtechnik umzustellen. Mit diesen umweltfreundlichen Dienstwagen sollen die Mitarbeiter dann künftig zu ihren Vor-Ort-Terminen innerhalb des Landkreises gelangen können.

 

Hinweis für die Redaktion:
Auf Bild 1 sehen Sie das neue Fahrzeug.
Auf den Bildern 2 und 3 sehen Sie Landrat Roland Bernhard und Werkleiter Wolfgang Bagin mit dem neuen Fahrzeug.

Pressemitteilung im PDF-Format (232,5 KiB)