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Abfallwirtschaftsbetrieb nimmt am Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ teil

Informationsreise in die Partnerkommune El Guettar, Tunesien, im Dezember

Werkleiter Bagin: „Geben unser Wissen und unsere Erfahrung gerne weiter“

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen (AWB) beteiligt sich am Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Der AWB möchte seine langjährigen Erfahrungen als Entsorgungsunternehmen bei der Unterstützung nordafrikanischer Staaten zum Aufbau einer leistungsfähigen Abfallwirtschaft einbringen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Träger des Projektes im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW).
 
„Beim Aufbau lokaler Selbstverwaltung und bei der Entwicklung lokaler demokratischer Strukturen sind Wissen und Erfahrungen deutscher Städte und Landkreise gefragt“, erläutert Wolfgang Bagin, Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs. Zusammen mit Vertretern der Städte Freiburg und Darmstadt nahmen Wolfgang Bagin und Wolfgang Hörmann, Fachbereichsleiter im Abfallwirtschaftsbetrieb, im Dezember vergangenen Jahres an einer 5-tägigen Informationsreise nach Tunesien teil, die von der GIZ organisiert wurde.
 
Nach einem Auftaktbriefing in Tunis ging es mit dem Bus in die rund 350 Kilometer weiter südlich gelegene Stadt El Guettar im Gouvernorat Gafsa mit rund 20.000 Einwohnern. Dort wurden die Böblinger Vertreter vom Bürgermeister der Stadt sowie Vertretern der Zivilgesellschaft begrüßt. Auf dem Programm standen während des zweitägigen Aufenthaltes eine Information über die aktuelle Situation von El Guettar, die geprägt ist von hoher Arbeitslosigkeit - vor allem bei der jüngeren Bevölkerung. Die Verwaltung vor Ort wünscht sich moderne Strukturen und die Entwicklung zu einer nachhaltigen Kommune. Intensiv wurde mit den Beteiligten das angedachte Projekt diskutiert: Die Verwaltung möchte die Bürger für die Abfalltrennung sensibilisieren, die Eigenkompostierung fördern und das Bewusstsein für die Biodiversität erhöhen. „Ganz praktisch geht es um so einfache Dinge, wie die Bevölkerung am besten mit Informationen zu erreichen ist oder wie viele Abfallbehälter am Anfang sinnvoll sind“, erklärt Wolfgang Bagin. Dabei müsse man auf die gegebenen gesellschaftlichen und infrastrukturellen Gegebenheiten Rücksicht nehmen, um nicht zu überfordern.
 
Am Ende wurde ein Aktionsplan aufgestellt und die konkreten Beiträge der Projektbeteiligten beschrieben. So sollen bei einem Gegenbesuch Vertreter der Verwaltung und Techniker aus El Guettar die vorhandenen landkreiseigenen Abfallbehandlungsanlagen besichtigen und Multiplikatoren für die Sensibilisierung und Kommunikation geschult werden. Im Projektverlauf sind zudem weitere Besuche in Tunesien geplant. Mit der feierlichen Unterzeichnung eines Protokolls der Zusammenarbeit zwischen El Guettar und dem Abfallwirtschaftsbetrieb und dem Austausch von Gastgeschenken endete der Besuch am Rande der Sahara.
 
„Die Reise nach Tunesien war insgesamt ein Erfolg“, bilanziert Bagin am Ende der Fahrt nach Tunesien. Überrascht waren die Vertreter des AWB von der hohen Motivation der Bürgerschaft und dem großen Engagement, mit dem alle Beteiligten an die Umsetzung des Projekts und die Entwicklung der Kommune zu einer nachhaltigen Stadt herangehen. Abzuwarten bleibe aber, wie der Demokratisierungsprozess voranschreite und die Selbstverwaltung in den Kommunen weiter gestärkt werden könne. „Am Willen der dortigen Bevölkerung liegt es sicher nicht“, ist Wolfgang Bagin überzeugt.
 
Das Projekt ist Teil der Bemühungen der Bundesregierung, die Situation in den Staaten des Arabischen Frühlings zu stabilisieren und zu stärken und somit auch die Fluchtursachen zu bekämpfen. Übergeordnete Ziele sind der Aufbau und die schrittweise Einführung einer dezentralen kommunalen Selbstverwaltung, verbunden mit der Bewältigung aller lokalen Aufgaben rund um die Daseinsvorsorge in den Maghreb-Staaten.

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